Westernreiten – mehr als ein Hobby, eine Lebenseinstellung
Westernreiten – mehr als ein Hobby, eine Lebenseinstellung
„Indian Ranch“
Es ist die Begeisterung für das Westernreiten, die die Reiterinnen und Reiter seit Jahrzehnten verbindet. Auf der „Indian Ranch“ von Michael Krichenbauer in Kalmreuth (Markt Floß) schlägt das Herz der Westernpferdefreunde. „Hier lebt der Wilde Westen – mitten in der Oberpfalz.“ Mehr als 50 Frauen und Männer sowie zehn Kinder und Jugendliche teilen die Leidenschaft für diese Reitsportart. 50 Westernpferde befinden sich im Besitz der Vereinsmitglieder.
American Way of Life – Westernluft in Kalmreuth
Bei öffentlichen Auftritten fallen die lässigen WHFler mit ihren schneidigen weißen Hemden und Blusen sowie den schmucken Cowboyhüten samt kreativen Westerngürteln auf. Statt endloser Prärien bilden einheimische Wälder, Wiesen und sanfte Hügel die Kulisse für ihr Hobby. Die Westernfreunde schätzen den Reitstil, die Nähe zur Natur und das vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenspiel von Mensch und Tier. 35 Jahre Western Horse Friends Floß e. V. stehen für gemeinsame Stunden im Sattel, Turniere, Ausflüge und viele Treffen. Sie stehen für ein Stück lässigen American Way of Life – nicht in Texas, sondern mit viel Westernluft in Kalmreuth bei Floß und in der Region.
Aus der gesamten Region – von drei bis 80 Jahren
Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht Michael Krichenbauer, Fuhrunternehmer aus Kalmreuth, an der Spitze. Sein Anwesen mit der Indian Ranch ist Treff- und Mittelpunkt der Westernreiter. Auch sein Stellvertreter Marco Rom aus Kemnath am Buchberg gehört seit über zwei Jahrzehnten zur Führungsriege. Der Bäckermeister und Berufsschullehrer kennt die Geschichte der Westernfreunde ebenso gut wie ihre zahlreichen gemeinsamen Unternehmungen. Liesi Gevatter aus Wurz führt mit einer „sauberen Schrift“ die Bücher, Matthias Beck (Störnstein) ist der „WHF-Kassenhüter“. Der Flosser Martin Krichenbauer und Robert Krichenbauer aus Kalmreuth betreuen das vorhandene Material des Vereins, während Marina Schelter aus Ellenbach als Jugendwartin die jüngeren Mitglieder im Blick hat.
Die Reitbegeisterten kommen aus der gesamten Region, von Kalmreuth und Ellenbach über Wurz und Kemnath am Buchberg bis nach Georgenberg, Tirschenreuth, Störnstein, Lennesrieth, Wampenhof und Diebis bei Ebermannsdorf. Dass die Westernreitbegeisterung keine Altersgrenzen kennt, zeigen das jüngste und das älteste Mitglied. Die dreijährige Hannah Krichenbauer aus Kalmreuth gehört ebenso dazu wie der 80-jährige Karl Beck aus Störnstein.
Vom Western Horse Friends Schönberg zu WHF Floß
Die Geschichte beginnt 1991 mit monatlichen Treffen in Schönberg. Am 18. Oktober wird der Verein unter dem Namen „Western Horse Friends Schönberg“ offiziell gegründet. Im Mai 2002 erfolgt die Umbenennung in „Western Horse Friends (WHF) Floß e. V.“. Im Laufe der Jahre wechseln die Veranstaltungsorte mehrfach. Von 1998 bis 2001 sorgen bei der Familie Bäumler in Ellenbach spektakuläre Viertelmeilenrennen für Aufsehen. Mit dabei war auch der damals bekannte Tenor und Rockstar Peter Hofmann, der mit seinem Pferd an den Start ging.
Team Penning
Auf der Indian Ranch stellten sich die Westernreiter beim rasanten Team Penning einer besonderen Herausforderung. Aus einer Herde von zwölf Rindern mussten ausgewählte Tiere herausgetrennt und in einen Pferch getrieben werden.
Trailturnier mit Herz und Verstand
Seit vielen Jahren findet im Mai der Trail mit großem Countryfest und Linedance beim Gursn – bei Waldthurns Altbürgermeister Josef Beimler und seiner Familie – in Woppenrieth bei Waldthurn statt. Höhepunkt ist das Trailturnier, bei dem Pferd und Reiter ihr Können und gegenseitiges Vertrauen unter Beweis stellen.
Am Vormittag sind die Teams in den Wäldern der näheren Region unterwegs. Das WHF-Team um Michael und Timo Krichenbauer sowie Marco Rom bereitet hier abwechslungsreiche Aufgaben auf dem Feld-, Wald- und Wiesentrail vor. Anschließend warten auf dem Gursnhof-Parcours weitere Herausforderungen.
Veränderungen
Trotz vieler gemeinsamer Erlebnisse blicken die WHF der Realität ins Auge. „Früher, wenn wir durch das Waldnaabtal geritten sind, hätten wir uns vor interessierten Kindern nicht retten können“, erinnert sich Marco Rom. Die Pferde seien bestaunt worden, viele Kinder hätten sie streicheln wollen. Heute konkurriert das unmittelbare Naturerlebnis mit Smartphones, digitalen Medien und zahlreichen anderen Freizeitangeboten. Der Nachwuchs der Westernreiter kommt überwiegend aus den eigenen Reihen. Nicht zu vergessen sind der finanzielle und zeitliche Aufwand. Ein Pferd zu halten, zu versorgen und zu reiten, bedeutet Verantwortung und lässt sich nicht nebenbei erledigen.
Auf Wanderritten durch die Heimat
Wanderritte gehören ebenso zum Vereinsleben wie Ausflüge und längere Unternehmungen. Seit mehr als 30 Jahren reiten die WHF jährlich einmal nach Woppenrieth bei Waldthurn zum Gursnhof, und seit fast 20 Jahren gehört der Ritt nach St. Ötzen zur Familie Schwanitz zum Jahresablauf. Auch Urlaube in Pullman City in Eging am See stehen auf dem Programm. Gemeinsame Ritte führten zur Grenzmühle (Pfaben) bei Erbendorf und sogar über die Landesgrenze nach Tschechien zum Pferdehof von Michaela Kodadová in Hostouň in Tschechien, der Partnerstadt von Waldthurn.
So liegt der Wilde Westen für die Western Horse Friends nicht irgendwo in der Ferne – er liegt direkt vor der Haustür.














