Zu jeder Tageszeit Feuer und Flamme
Zu jeder Tageszeit Feuer und Flamme
Auf das Rekordjahr 2022 mit 15 Einsätzen folgten zwölf Monate, in denen die Funkmelder „nur“ sieben Mal schrillten. „Fünfmal sind wir zu Brandeinsätzen und zweimal zu Hilfeleistungen ausgerückt“, fasste Kommandant Markus Eichermüller in der Hauptversammlung die Jahreschronik der 21 Aktiven und zwei Anwärter zusammen. Darunter waren kurios anmutende Situationen wie der offenbar von einem Unbekannten mutwillig in Brand gesteckte Papierkorb in der öffentlichen Toilette im Pressather Dietl-Park oder der Ruf zu einem Gartengrundstück gegenüber dem Gelände der Pressather Autoverwertung Dahms, wo sich herausstellte, dass einem Obdachlosen das über offenem Feuer zubereitete Essen angebrannt war.
Nicht so leicht steckten die Zessauer und ihre Kameraden aus Pressath und Zintlhammer den fünfstündigen Einsatz bei einem Verkehrsunfall auf der Pressather Westumgehung weg, wo der Zusammenprall eines Autos mit zwei Motorrädern ein Todesopfer und zwei Verletzte gefordert hatte. „Wir haben gemeinsam mit Rettungsdienst und Kriseninterventionsteam eine Ersthelfer- und Zeugenbetreuungsstelle eingerichtet“, berichtete Kommandant Eichermüller.
Immerhin habe sich bei all diesen Herausforderungen aufs Neue gezeigt, dass die Einsatzbereitschaft kontinuierlich „zu jeder Tageszeit“ gewährleistet sei – so zuverlässig, dass „unsere Wehr regelmäßig sogar noch vor dem Rettungsdienst an der Einsatzstelle ist“. Tadellos seien Disziplin und Ausbildungsstand: „Jeder kennt sich mit der Ausrüstung bestens aus und weiß, was zu tun ist.“ Für April freue man sich auf die Lieferung der von der Gemeinde für die drei Trabitzer Wehren bestellten Schutzanzüge und Helme.
Zur bestandenen Abschlussprüfung der „modularen Truppausbildung“ (MTA) gratulierte der Kommandant Katharina Dobmeier. Eine Leistungsprüfung habe man 2023 nicht durchgeführt, wolle dies aber heuer nachholen. Weiterhin erinnerte der Zweite Vorsitzende Johannes Rupprecht an festliche Höhepunkte wie den Kameradschaftsnachmittag oder die Ehrung langjähriger Feuerwehraktiver aus dem westlichen Landkreis, für die im Vorjahr die Zessauer Wehr als Gastgeber habe fungieren dürfen.
Wieder Normalbetrieb im Gemeinschaftshaus
Zum „Normalbetrieb“ zurückgekehrt ist laut Katrin Heinlein der Gastronomie-, Kurs- und Veranstaltungsbetrieb im Gemeinschaftshaus, für den die „Schützen/Feuerwehr GbR“ verantwortlich zeichnet. Für 2024 stünden unter anderem der „Zoigl mit Musik“-Abend am 16. April, der Florianstag am 4. Mai, das Festwochenende zum gemeinsamen Jubiläum von Feuerwehr, „Eichenlaub“-Schützen, Herz-Jesu-Kapelle und Gemeinschaftshaus vom 21. bis 23. Juni, die Schützenkönigsfeier am 9. November sowie mehrere private Feiern im Terminkalender. Neu angeschafft habe man eine Musikanlage.
Die Grüße der Gemeinde entbot Bürgermeisterin Carmen Pepiuk, deren Urteil über das Engagement der Wehr für Brandschutz, gesellschaftliches Leben und Sauberkeit im Gemeinschaftshaus und auf den Außenanlagen bündig ausfiel: „Es läuft alles sehr gut.“ Auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Schwarz beglückwünschte die Zessauer und Weihersberger Kameraden zu deren erfolgreicher Arbeit und informierte über die bevorstehende Einrichtung einer neuen Kreiseinsatzzentrale.
Kinderfeuerwehr bleibt im Blick
Die Gründung einer Kinderfeuerwehr habe man nicht aus dem Blick verloren, informierte Markus Eichermüller: „Ein Vorbereitungsteam existiert.“ Zweiter Vorsitzender Johannes Rupprecht wies auf die 2025 anstehenden Vorstandschafts-Neuwahlen hin und rief zur Kandidatur insbesondere für das seit dem Tod von Markus Dötsch vakante Amt des Ersten Vorsitzenden auf: „Sonst würde dem Feuerwehrverein die Auflösung drohen.“
Für 25 Jahre Dienst wurde Roland Hösl mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen des bayerischen Innenministeriums geehrt, Katharina Dobmeier wurde zum „Oberfeuerwehrmann“ befördert, neu aufgenommen wurden Stefanie Dötsch, Fabian Dötsch, Benedikt Schraml und Jan Seifert.




