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Ausstellung erzählt von Kunst und KZ in Weiden

Weiden. Die vhs Weiden-Neustadt zeigt mit der Ausstellung „Kunst & KZ“ bewegende Werke von Überlebenden und Verfolgten des KZ Flossenbürg. Dr. Hans Simon-Pelanda agiert als Zweitzeuge und vermittelt Erinnerung.

Weiden. Die vhs Weiden-Neustadt zeigt mit der Ausstellung „Kunst & KZ“ bewegende Werke von Überlebenden und Verfolgten des KZ Flossenbürg. Dr. Hans Simon-Pelanda agiert als Zweitzeuge und vermittelt Erinnerung.
Dr. Marcella Zulla und Prof. Dr. Hans Simon-Pelanda. Foto: Johanna Senft

Ausstellung erzählt von Kunst und KZ in Weiden

Ausstellung „Kunst & KZ“

Z(w)eitzeuge: Dr. Hans Simon-Pelanda und seine Begegnungen mit NS-verfolgten Künstlerinnen und Künstlern

Die Ausstellung „Kunst & KZ“ ist derzeit an der Volkshochschule Weiden-Neustadt zu sehen. Gezeigt werden Werke von Künstlerinnen und Künstlern, deren Werke in unmittelbarem Zusammenhang mit dem ehemaligen Konzentrationslager in Flossenbürg stehen.

Kunst als Überlebensstrategie im Konzentrationslager

Kunst und KZ – ein größerer Gegensatz scheint zunächst kaum vorstellbar. Wie soll ein Gefangener in totaler Unfreiheit Freiheit in der Kunst finden? Und doch: Was Richard Grune, der Bauhausschüler, für sich sagte – „Zeichnend überlebt“ – gilt für international bekannte Künstler wie Isaac Celnikier, akademischer Maler, oder Autodidakten wie Karl Stojka und Jugendliche wie Helga Hošková-Weissová. Kunst und Kunstwerke retteten Gefangene im KZ und beim Überleben nach ihrer Befreiung. Wenige Werke konnten unter Lebensgefahr noch im Lager selbst geschaffen werden, viele unmittelbar 1945/46 als Zeugnisse der Barbarei; aber oft auch erst Jahrzehnte später konnten Künstler und Künstlerinnen die Schrecken der Konzentrationslager im Bild bannen.

Initiator und Kurator der Sammlung im Besitz der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges Konzentrationslager Flossenbürg e. V. ist seit 1993 Dr. Hans Simon-Pelanda, Ehrenvorsitzender der „Arge“. Zur Eröffnung der Ausstellung an der Volkshochschule Weiden-Neustadt berichtete Simon-Pelanda auch von seinen persönlichen Begegnungen mit NS-verfolgten Künstlerinnen und Künstlern. Damit übernimmt er zugleich die Rolle eines sogenannten Zweitzeugen. Der Begriff wird in der historisch-politischen Bildung für Menschen verwendet, die die Erinnerungen und Lebensgeschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aufnehmen und weitertragen.

Foto: Johanna Senft

Rolle der Zweitzeugen in der Bildungsarbeit

Gerade weil immer weniger Menschen selbst aus eigener Erfahrung über die nationalsozialistische Verfolgung berichten können, gewinnt diese Form der Erinnerungsarbeit zunehmend an Bedeutung. Zweitzeugen ersetzen die unmittelbare Zeitzeugenschaft nicht, können aber persönliche Begegnungen, Erzählungen und Erfahrungen für nachfolgende Generationen bewahren und vermitteln.

Witron – Nachmittag der Ausbildung
Witron – Nachmittag der Ausbildung

Die Ausstellung macht damit nicht nur die Kunstwerke selbst sichtbar, sondern erzählt zugleich von den Menschen hinter diesen Werken, von Verfolgung und Überleben und von der Frage, wie Erinnerung weitergegeben werden kann, wenn die Generation der unmittelbaren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zunehmend verschwindet. Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der vhs im ersten Stock zu sehen.

Führungen und Buchung

Führungen für Gruppen und Schulklassen sind nach Vereinbarung möglich. Sie können entweder direkt über die Arbeitsgemeinschaft ehemaliges Konzentrationslager Flossenbürg e. V. (schmid-weiden@t-online.de) oder über die Volkshochschule Weiden-Neustadt gebucht werden (Kursnummer: TV100573).

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