Wurzeln der Oberpfalz zwischen Sorben und Bayern

Wurzeln der Oberpfalz zwischen Sorben und Bayern
Fangen wir einfach mal von vorn an. Das Gebiet der heutigen Oberpfalz wurde, zumindest der Ostteil davon, erst recht spät besiedelt. Archäologen fanden bei Ausgrabungen Gräber aus dem späten siebten Jahrhundert, sodass man davon ausgehen muss, dass dieser Teil der Oberpfalz erst um 700 bis 750 nach Christi Geburt dauerhaft besiedelt wurde. Anders verhält es sich bei der Stadt Regensburg, die damals natürlich schon existierte, und auch das übrige Bayern war teilweise 5000 Jahre lang besiedelt.
Warum die Oberpfalz lange unbesiedelt blieb
Es erfolgte also eine recht späte Besiedlung. Doch woran lag das? Es waren mehrere Gründe: Die Erde hatte damals keine acht Milliarden Menschen zu versorgen, vielleicht ein Zehntel davon. Das Gebiet unserer Heimat war wild und von viel Wald bedeckt, den man erst roden musste. Der Boden war schwer zu bestellen und erforderte viel körperlichen Einsatz, um genügend Frucht hervorzubringen, damit man sich und seine Familie ernähren konnte.
Sorben und Wenden: Wurzeln der Oberpfälzer
„Ja, des is nix Neis! Beim Oawan am Feld schwitz ma heit aa nu.“ Daher die nächste Frage: Von wem stammen die Oberpfälzer eigentlich ab? Das hat viel mit den Völkerwanderungen zu tun. Bereits etwa 375 n. Chr. starteten diese, als auch das Römische Reich zu zerfallen begann. Die Sorben wanderten damals vom Südosten Europas langsam in nordwestliche Richtung, meistens entlang von Flüssen und deren Nebengewässern. Und so kamen diese Sorben, die auch „Wenden“ genannt wurden, von zwei Himmelsrichtungen nach Deutschland: im Nordosten nach Sachsen und Mecklenburg, im Süden eben nach Bayern und in die Oberpfalz.
Dazu kamen noch kleinere Ansammlungen aus Thüringen und Franken, die sich dann mit den Sorben vermischten. Wir Oberpfälzer sind also ein richtiges Multi-Kulti-Volk. Ein essenzielles „Erbteil“ der Sorben war die Art, wie sie ihre Häuser bauten: Ein Grundgestell aus Zweigen der Haselnuss oder Weiden wurde geflochten, beidseitig mit einer dicken Schicht aus Lehm verputzt, der wiederum mit Stroh und anderen Naturmaterialien vermischt wurde, damit dieser nicht so leicht riss.
Spreewald und Geschichtspark Bärnau-Tachov: Kultur lebendig halten
Auch heute existiert noch ein kleiner Volksstamm der Wenden im Bereich des Spreewaldes, und dieser hält die besondere Sprache und ihre Kultur in Erinnerung. Wer sich genauer über die Lebensweise der Sorben sowie deren Arbeiten und Leben informieren möchte, ist am besten im Geschichtspark Bärnau-Tachov aufgehoben, Tel.: 09635/9249975 oder unter „Geschichtspark Bärnau.de“.
Das vorerst als Erstes. Im nächsten Bericht von mir erzähle ich Ihnen, werte Leserinnen und Leser, wie gerade einmal zwei Stunden über das Schicksal unseres schönen Heimatlandes entschieden haben.
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