Ausstellung Geliebte Gabi eröffnet am Augustinus-Gymnasium in Weiden

Ausstellung Geliebte Gabi eröffnet am Augustinus-Gymnasium in Weiden
Erinnern, verstehen, Haltung zeigen: Eröffnung der Ausstellung „Geliebte Gabi“ am Augustinus-Gymnasium
Wanderausstellung „Geliebte Gabi“ am Augustinus-Gymnasium eröffnet
Am Dienstag, den 9. Juni, wurde am Augustinus-Gymnasium Weiden die eindrucksvolle Wanderausstellung „Geliebte Gabi – ein Mädchen aus dem Allgäu, ermordet in Auschwitz“ feierlich eröffnet. Die vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus geförderte Ausstellung basiert auf den jahrzehntelangen Recherchen des Autors und Filmemachers Leo Hiemer und erzählt das bewegende Schicksal eines jungen Mädchens in der Zeit des Nationalsozialismus.
Gabi, ein Kind mit jüdischen Wurzeln, wuchs zunächst in einer katholischen Pflegefamilie im Allgäu auf und erlebte dort eine behütete und unbeschwerte frühe Kindheit. Trotz ihrer Taufe wurde sie jedoch im Alter von nur fünf Jahren vom nationalsozialistischen Regime aufgrund ihrer Herkunft aus der Familie gerissen und schließlich in Auschwitz ermordet. Dieses individuelle Schicksal steht exemplarisch für das unermessliche Leid vieler Kinder während der NS-Zeit.
Das Schicksal von Gabi im Fokus
Die Ausstellung macht Gabis Leben auf eindringliche Weise erfahrbar: Zahlreiche Fotografien, Spielsachen und Kleidungsstücke gewähren persönliche Einblicke in ihre kurze Kindheit. Hör- und Videostationen, in denen Zeitzeugen zu Wort kommen, vertiefen die Auseinandersetzung und schaffen eine besonders intensive Verbindung zur Vergangenheit.
Bei der Ausstellungseröffnung waren die Schülerinnen und Schüler der zwölften Jahrgangsstufe anwesend. Schulleiter Oberstudiendirektor Thomas Kreuzer dankte dabei insbesondere Leo Hiemer für seine beharrliche und engagierte Recherchearbeit. In seiner Ansprache rief er die Schülerinnen und Schüler dazu auf, Haltung zu zeigen und Zivilcourage im Alltag zu leben.
Stimmen zur Eröffnung: Engagement und Zivilcourage
Ein Grußwort sprach zudem Bettina Kummer, Vertreterin des Kultusministeriums. Sie würdigte das Engagement der Fachschaft Geschichte, die diese wichtige Ausstellung nach Weiden geholt hat, und ermutigte die Jugendlichen, Fragen zu stellen und sich aktiv mit Gabis Schicksal auseinanderzusetzen.
Auch Bürgermeister Jürgen Meyer wandte sich an die Anwesenden. Er appellierte an alle, innezuhalten und sich bewusst mit der Geschichte auseinanderzusetzen, gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen und einer zunehmenden Tendenz zum Extremismus.
Grußworte und mahnende Appelle
In einführenden Worten gaben Leo Hiemer und Regina Gropper, Kuratorin der Ausstellung, Einblicke in die Entstehung und Intention von „Geliebte Gabi“. Im Anschluss führte Frau Gropper durch die Ausstellung und erläuterte deren Konzeption. Die Schülerinnen und Schüler nutzten überdies die Gelegenheit, vertiefende Fragen an Herrn Hiemer zu stellen, insbesondere zu Gabis Herkunft und ihrem Schicksal.
Für eine besonders stimmungsvolle und berührende Atmosphäre sorgte die musikalische Umrahmung der Veranstaltung durch die Schülerinnen Alisa Jarusskiy und Veronika Rupprecht (Q12), die der Ausstellungseröffnung einen würdigen Rahmen verlieh.
Führung, Musik und Ausblick
Die Ausstellung, die bis zum 26. Juni am Augustinus-Gymnasium zu sehen ist, bietet somit nicht nur historische Informationen, sondern fordert zugleich dazu auf, sich mit Fragen von Menschlichkeit, Verantwortung und Zivilcourage auseinanderzusetzen – Themen, die gerade heute von großer Bedeutung sind.
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