Der Vogelmayer lehrt Bairisch für alle
Der Vogelmayer lehrt Bairisch für alle
Der Vogelmayer aus Niederbayern tritt mit seinem Programm „Bairisch für alle“ am Samstagabend im “Kulturbahnhof Parapluie” auf. Der Saal ist voll besetzt, die Stimmung von Beginn an gelöst. Bernd Mende hatte alle Hände voll zu tun, alle Gäste unterzubringen. Der Künstler braucht nicht lange, um das Publikum für sich zu gewinnen. „Hä? Was hod der jetzt gsogt?“ fragt er gleich zu Beginn und liefert die Antwort mit Humor und Gitarrenmusik.
Baierische Sprachkunde
Vogelmayer, bürgerlich Thomas Mayer, verbindet in seinem Programm Kabarett, Liedermacherei und bairische Sprachkunde. Er erklärt den Dialekt, ohne belehrend zu wirken, und greift dabei immer wieder auf Beobachtungen aus dem Alltag zurück. Dabei bleibt er spontan und reagiert auf Situationen im Saal. „Ich bin ein weltoffener und sehr toleranter Mensch“, sagt er, um dann einen verspäteten Besucher aufs Korn zu nehmen.
Realität ist anders
Zwischen den humorvollen Passagen wird es stellenweise nachdenklich. „Dahoam is koa Ort, dahoam is a G’fühl“, erklärt der Kabarettist. „Jeder sollte dort zuhause sein dürfen, wo er zuhause sein will. Leider schaut’s in der Realität oft anders aus.“ Das Publikum quittiert diese Worte mit zustimmendem Applaus.
Kein Spaß beim Fiskus
Großen Anklang finden die Anekdoten über Behörden und Alltag. „Die vom Finanzamt mag i gar net, weil die überhaupt keinen Spaß verstehn“, berichtet Vogelmayer von einer Steuernachzahlung nach einem erfolgreichen Kabarettjahr. Seinen ironische Frage auf die 8000-Euro-Forderung: „Können wir vielleicht auch daraus 5000 Euro ohne Rechnung machen?“ sorgt für Gelächter im Saal. „Die Finanzbeamtin hat des net lustig g’funden“, ergänzt er trocken.
Spontaneität
Vogelmayer überzeugt durch Spontaneität und Nähe zum Publikum. Er greift Zwischenrufe auf, reagiert auf Situationen im Saal und lässt den Augenblick wirken. Besonders gefeiert wird die Geschichte vom texanischen Farmer, der seinem bayerischen Kollegen erzählt, er brauche drei Tage mit dem Traktor, um seine Ranch zu durchqueren. Die trockene Antwort des Bayern: „So an Bulldog hab i aa amoi g’habt.“




