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Geschichte, Musik und Kunst in der Museumsnacht Grafenwöhr

Grafenwöhr. Von 19 Uhr bis Mitternacht konnten sich die Besucher im Kultur- und Militärmuseum durch die Ausstellungen führen lassen, um die Geschichte Grafenwöhrs zu verstehen. Kunst, Musik und Theater kamen dabei auch nicht zu kurz.

Geschichte, Musik und Kunst in der Museumsnacht Grafenwöhr

Bei der Museumsnacht in Grafenwöhr erfuhren die Gäste von Angela Buchfelder viel Historisches. Sie führte die Interessierten durch die Militärabteilung. Foto: Renate Gradl

Der Grafenwöhrer Heimatverein hatte zur Museumsnacht eingeladen. Angela Biersack, die Heimatvereinsvorsitzende, wünschte den Besuchern dazu viel Vergnügen. Geboten waren neben einer Fotoschau historischer Ansichten von Grafenwöhr und der Gemäldeausstellung von der Grafenwöhrer Künstlerin Christine Mößbauer zahlreiche Aktionen, die zeitversetzt durchgeführt wurden.

Grafenwöhrs Geschichte in historischen Kostümen

Gestartet wurde mit einem Bildervortrag mit Gerald Morgenstern. Es ging um Hitlers Westwall-Testbunker auf dem Truppenübungsplaltz Grafenwöhr. „Rund um Pappenberg waren davon 30 Bunker mitten in den Schießbahnen“, erklärte Morgenstern. An dem Bildervortrag knüpfte die Katholische Theatergruppe Grafenwöhr mit dem Schwedenangriff in Grafenwöhr an. Kein Geringerer, als Martin Posser, der von Michael Bräutigam-Groß verkörpert wurde, stand plötzlich im Foyer des Museums. Auch über den „Schwarzen Tod“ wurde berichtet. „50 Bewohner dieser Stadt wurden verstoßen“, sagte eine an Pest erkrankte Frau (Silke Kraus). Später haben die Grafenwöhrer ein Gelübde mit einem Bitt- und Danktag für den heiligen Sebastian abgelegt.

Nie verwirklichte Pläne

Einen Einblick in die Grafenwöhrer G’schichteler gab Christine Meinl. „Es geht um nie verwirklichte Pläne der Stadt Grafenwöhr“, meinte Meinl. Dabei handelte es sich um die Burg auf dem Annaberg. Damals hieß es „man gehe zur Festn rauf. Das Gebiet sollte Ende des 13. oder Anfang des 14. Jahrhunderts durch Ulrich I. mit einer Burg geschützt werden.Auch einen Waldfriedhof gibt es bis jetzt noch nicht. Dieser beziehungsweise eine Vergrößerung des Friedhofs war mehrmals im Gespräch; 1956 durch Monsignore Schmidt mit einer Erweiterung in östlicher Richtung, 1975 und 1984 sowie 2021 mit Gesprächen im Stadtrat, wo auf dem Annaberg ein Waldfriedhof errichtet werden sollte.

Die evangelische Michaelskirche ist 103 Jahre alt

Was jedoch gebaut wurde, war die evangelische Michaelskirche. 1875 gab es in Grafenwöhr 926 Einwohner, von denen aber nur zwei evangelische Christen waren. Das änderte sich 1908, so dass am 17. April 1909 der erste evangelische Gottesdienst gefeiert wurde. Mit Holz und gebrauchten Nägeln vom Truppenübungsplatz wurde später die evangelische Michaelskirche gebaut, die am 9. September 1923 eingeweiht wurde.

Führung durch die Militärabteilung

Viel Historisches gab Angela Buchfelder bei der Führung durch die Militärabteilung preis, zunächst über die Gründung des Truppenübungsplatzes. 1939 gab es drei Millionen Soldaten. „1938 wurden unter anderem die Ortschaften Haag, Hopfenohe, Pappenberg und Langenbruck geräumt und 3500 Menschen umgesiedelt“, so Buchfelder. Von der Ausstellung im ersten Stock des Museums erzählte Willi Buchfelder. Hier geht es um Gefangenschaft, Verwundung und um Tod. Viele Uniformen können hier besichtigt werden. Das Gesehene soll laut Buchfelder „zum Frieden mahnen“.

Außergewöhnliche Musik mit „Rhytm and Peace“

Im Gewölbe „sprach“ die Musik mit der Musikgruppe „Rhytm and Peace“ mit ihren außergewöhnlichen Musikinstrumenten, wie Handpan, Djembe, Dideridoo und Percussion. Die Zuhörer sollten hier entspannen. Ganz gut dazu passten auch der Wein und die Cocktails.

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Geschichte, Musik und Kunst wurde im Museum geboten, hier mit Gerald Morgenstern und seinem Bildervortrag über die Westwall-Testbunker auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Foto: Renate Gradl