Literarischer Herbst startet mit drei ausgezeichneten Autoren

Literarischer Herbst startet mit drei ausgezeichneten Autoren
Es begann alles Ende der 1970er-, Anfang der 1980er-Jahre mit einer Idee: Der Weidener Buchhändler Hubert Schlegl (1940–2023) holte zweimal im Jahr renommierte Schriftstellerinnen und Schriftsteller in die Max-Reger-Stadt. Was als „Literarischer Frühling“ und „Literarischer Herbst“ begann, endete schließlich in den „Weidener Literaturtagen“, die der damalige Kulturamtsleiter Bernhard M. Baron initiierte und die seitdem jedes Jahr im April erfolgreich eine Fortsetzung finden.
Kulturbühne belebt den Literarischen Herbst
Die Kulturbühne Weiden hat jetzt die Idee des „Literarischen Herbstes“ wieder aufgegriffen und veranstaltet dazu im November drei Lesungen mit hochkarätigen Autoren. Folgende Dichter konnte Stefan Voit, zweiter Vorsitzender der Kulturbühne, nach Weiden in die Regionalbibliothek holen: Norbert Scheuer, Alex Capus und Josef Winkler sind die drei Top-Schriftsteller, die den „Literarischen Herbst“ der Kulturbühne Weiden eröffnen.
Norbert Scheuer liest in Weiden aus „Holunderholz“
Norbert Scheuer (Samstag, 14. November, 20 Uhr): Der Dichter aus der Eifel („Die Sprache der Vögel“, „Winterbienen“) zählt zu den interessantesten Autoren des 21. Jahrhunderts. Er bringt sein aktuelles Buch „Holunderholz“ mit: Nach dem Tod seiner Mutter versucht Johann, ein altes Tonbandgerät seines Großvaters zu reparieren. Was als technische Herausforderung beginnt, wird zu einer Suche, die ihn immer tiefer in die rätselhaften Aufnahmen hineinzieht. Begleitet wird er an diesem Abend vom Musiker Rainer Berger. Seine Kompositionen zu dem Werk sind angeregt von den Erzählebenen des Buches, den brüchigen Tönen der Holunderflöte „Fujara“, der Musik der 30er-Jahre und des 15. Jahrhunderts.
Alex Capus mit „Querfeldein“
Alex Capus (Samstag, 21. Oktober, 20 Uhr): Mit seinem letzten Buch „Das kleine Haus am Sonnenhang“ begeisterte er 2024 bei den „Weidener Literaturtagen“. Jetzt kommt er mit „Querfeldein“ zurück: In einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland führt vor hundert Jahren der junge Wirt Arnold einen Gasthof. Bunte Vögel und düstere Gestalten überqueren die Grenze, manche kommen auch nachts und querfeldein.
Am Stammtisch sitzen die Witzbolde aus dem Dorf. Eines Tages naht eine Fremde hoch zu Ross durch den Schnee. Ihr Name ist Betty. Arnold heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder. Das Leben nimmt seinen Lauf, bis sich die älteste Tochter Clara 1933 in einen Schmuggler namens Hermann verliebt.
Josef Winkler: „Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht“
Josef Winkler (Sonntag, 22. November, 20 Uhr): Der österreichische Schriftsteller Josef Winkler zählt zu den sprachgewaltigsten Dichtern im deutschsprachigen Raum. Für seine Schreibkraft wurde er unter anderem mit dem Kafka-Preis und dem Büchner-Preis ausgezeichnet. Der neueste Roman „Das Glück ist ein Engel mit ernstem Gesicht“, der mit Josef Winklers „Buchstabenkraft“ auch in surrealen Bildern andeutet, welche ungeheuerlichen Vorkommnisse das Dasein seiner Schwester bis in den Tod verdunkelt haben mögen, verschränkt die Heimkehr der verlorenen Tochter und die Rückkehr des verlorenen Sohnes ineinander. Wie Josef Winkler seelische und körperliche Gewalt der dörflichen Umwelt zur Sprache bringt, ist in der deutschsprachigen Literatur unvergleichlich. Der Abend wird von Stefan Voit von der Kulturbühne moderiert.
Tickets für Literarischen Herbst
Die Lesungen finden in der Regionalbibliothek Weiden (Scheibenstraße 7)
statt. Karten gibt es bei www.okticket.de
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