Meinen letzten Film drehe ich jetzt
Meinen letzten Film drehe ich jetzt
„Man ist nicht unsterblich. Irgendwann ist jeder dran“, sagt Karin Simon, die der Kulturkreis Pressath mit Band eingeladen hat. Deshalb war der Pfarrsaal total ausgefüllt mit Besuchern. Die ausgebildete Krankenschwester ist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Trauer- und Sterbeamme, Entspannungspädagogin, aber auch Liedermacherin und Kabarettistin. „Ich verrate Ihnen jetzt ein „Sterbenswörtchen“. Vielleicht ist es dann nicht mehr so schwer, mit dem Sterben umzugehen“, so Simon eingangs.
Die Sterbeamme
Was ist unter einer Sterbeamme zu verstehen? Die Hebamme hilft einem ins Leben und die Sterbeamme hilft aus dem Leben in ein neues Leben. Simon selbst habe schon unzählige Gesichter von Sterbenden gesehen und oft bleibt ein Lächeln. Uns stellen sich die Fragen: „Wo kommen wir her und wo gehen wir hin?“ Vor der letzten Reise sollte unbedingt aufgeräumt werden, denn unerledigte Dinge hindern am Sterben. „Redet miteinander“, rät die Sterbeamme.
Tango tanzen
Vor dem Sterben läuft blitzartig ein Film ab vom Leben. Simon fragt: „Welchen Film wollen’s denn sehen? Drehens doch einen guten Film, dass Sie sich totlachen. Meinen letzten Film drehe ich jetzt!“ Beim Musikprogramm konnten die Besucher nicht nur einen Tango hören, sondern auch sehen. – „Dann tanz ich mit der Sensenfrau ’nen Tango“, so der Titel. Gesungen wurde auch vom bayerischen Schutzengel Aloisius: „O Lord, Zeit is kumma, i seh a Licht, wollt einfach sterben, doch so einfach geht’s wohl ned. Schließlich will auch der Pharmakonzern noch etwas verdienen. Die Themen: Fegefeuer, Testament und Trauer wurden nicht ausgespart. Es ist egal, was andere denken. Und auch, wenn die anderen nicht wissen, was sie sagen sollen. Dann sollen sie einfach nichts sagen und beim Trauernden bleiben.
„Yesterday“
Beim Lied: „Living nextdoor to Alice“, dass sich auf Hans-Josef bezog, hieß es: „Schade, dass er seine eigenen Pilze nicht vertrug“. Über’s Alter, das durchaus auch etwas Schönes hat, wurde aus dem Beatles-Klassiker „Yesterday“: „Alt zu weren is ned schöi, der Schmerz im Knie kommt suddenly…“
Tolle Stimmen, Kabarett und Musik
Das Damentrio, bestehend aus Karin Simon, Monika Zintl und Isolde Baldauf hat mit ihren Stimmen und mit den Theater-Einlagen wunderbar performt. Das gleiche gilt für Frank Wendeberg mit dem Schlagzeug und dem seltenen Musikinstrument, einem Arram Mbira, einem afrikanischen Klavier. Das Publikum bedankte sich dafür mit kräftigem Applaus und Kulturkreisvorsitzender Richard Waldmann mit Dankesworten.




