Neuauflage: Lohhäuser – das verschwundene Dorf
Neuauflage: Lohhäuser – das verschwundene Dorf
Lohhäuser lag unmittelbar an der bayerisch-böhmischen/tschechischen Grenze bei Mähring. Als eine Folge des Zweiten Weltkrieges verschwand es von der Landkarte – exemplarisch wie 2.400 andere Orte im ehemaligen Sudetenland.
Die Bewohner wurden 1946 vertrieben und ihre Häuser zerstört, der Ortsname gelöscht und durch die Flurbezeichnung Slatina ersetzt. Dann fiel der Eiserne Vorhang. Prof. Dr. Karl Schneider war einer der Bewohner dieses Dorfes. Als damals Neunjähriger flüchtete er mit seiner Familie nach der Vertreibung aus der sowjetisch besetzte Zone nach Bayern.
Der Wunsch der drei Brüder, einmal dort hinzugehen, wo ihr Elternhaus stand und sie als Kinder gespielt hatten, erfüllte sich erst am Tag der Grenzöffnung. Überwucherte Erdhügel und das zerstörte Denkmal für die Toten des Ersten Weltkrieges gaben Schneider den Anlass, die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner zu erforschen und so sein ehemaliges Heimatdorf vor dem Vergessen zu bewahren.
Inzwischen die vierte Auflage
Seine Erkenntnisse fasste Schneider im Buch „Lohhäuser – Das verschwundene Dorf“ zusammen. Das Buch folgt den Spuren des Dorfes und seiner Bewohner von der Entstehung bis über die Vertreibung seiner Menschen und die Zerstörung des Ortes hinaus. Zur Patenschaft von Mähring für den Ort Lohhäuser erschien 2003 die erste Auflage.
Weitere Nachfragen führten jetzt nach 20 Jahren zur vierten erweiterten Neuauflage: Neu sind nicht nur das Cover, das Format und das Layout. Der Text ist auf 354 Seiten aktualisiert, ergänzt und erweitert. Rund 500 Abbildungen, viele Berichte, Daten und Dokumente zu den Häusern, zur Vertreibung und zum Verbleib der Bewohner illustrieren das Erzählte. Außerdem beschreibt der Autor, wie es 2003 nach der Patenschaft durch die Gemeinde Mähring weiterging und wie mit der benachbarten tschechischen Gemeinde eine Partnerschaft entstand, die zu Freundschaften führte.
Das Buch kann erworben werden bei:
Roland Weis, “Gelebtes Museum”, Mähring, Telefon 09639/1898
E-Mail: gelebtes-museum@t-online.de
Preis: 30 Euro.


