Pumuckl neckt und versteckt auch auf der Luisenburg
Pumuckl neckt und versteckt auch auf der Luisenburg
„Wundern muss man sich, alles sehr seltsam“: Franz Eder ist komplett verwirrt und kennt sich nicht mehr aus. Sägespäne wirbeln einfach mal so durch die Luft, die Arbeitsschürze hängt nicht da, wo sie sein sollte, und das Werkzeug steckt in der Hosentasche, obwohl er es da gar nicht hineingetan hat. Und dann erscheint er auf einmal, der Übeltäter, „der neckt und versteckt“.
Meister Eder und Pumuckl auf der Luisenburg-Bühne
Traditionell mit dem Familienstück ist am Dienstag bei bestem Wetter die diesjährige Saison auf der Luisenburg bei Wunsiedel eröffnet worden. Auf der Bühne zu sehen gab es den Klassiker „Meister Eder und sein Pumuckl“ von Ellis Kaut, in einer Fassung für die Luisenburg-Festspiele 2026. Das Besondere daran: Der Kobold wird nicht von einem Schauspieler verkörpert, der sich eine rote Perücke aufsetzt, ein gelbes Oberteil überzieht und eine grüne Hose trägt. Stattdessen kommt eine Puppe zum Einsatz, die von Schau- und Puppenspieler Christian Sengewald gesprochen und getragen wird. Und nicht nur von ihm allein: Zur Seite stehen ihm André Naujoks und Armando Rossi, die mit viel eigener Körperakrobatik und Beweglichkeit für filigrane Hand- und Fußbewegungen der Kobold-Puppe sorgen.
Das mag für viele der jungen Zuschauer vielleicht anfangs sehr überraschend gewesen sein, ist aber dank der hervorragenden Dreierleistung von Sengewald, Naujoks und Rossi ein Konzept, das voll und ganz aufgeht. „Ich bin der Pumuckl und pappe fest“, stellt sich der bis dato unsichtbare Kobold dem Meister Eder vor und macht damit klar, dass er eben keine „sprechende Riesenmaus“ ist.
Chaos in der Werkstatt und ein überzeugender Meister Eder
Und ab diesem Punkt geht der Trubel in der Werkstatt des Schreiners los, ein Chaos, das den Meister Eder schon zu schaffen macht. Irgendwie erobert sich der Pumuckl aber doch recht schnell auch die Sympathien Eders: „Wenn er schläft, ist er ja schon recht herzig!“ Paul Kaiser gelingt es in überzeugender Weise, den zerstreuten und ebenfalls gutmütigen Meister Eder darzustellen. Und darüber hinaus legt er sicherlich die meisten „Bühnenmeter“ zurück.
Starkes Ensemble und bekannte Episoden
Der Regisseurin Veronika Wolff und ihrem Kreativ-Team Sabine Lindner (Ausstattung), Peter Lutz (Puppenbau) sowie Philipp Riedel (Soundeffekte) gelingt eine kurzweilige und kindgerechte 70-Minuten-Fassung des Stückes. Eingebaut werden dabei einige Pumuckl-Episoden, die dem einen oder anderen Zuschauer sicherlich nicht unbekannt sind: Frau Steinhauser, die herrlich überdreht von Nikola Norgauer dargestellt wird, taucht immer wieder in der Schreinerei auf, um nach ihrem Schrankerl zu schauen (und dabei immer wieder vom Pumuckl gezwickt wird). Auch Eders Freund Herr Schmitt (Martin Trippensee) und der Arzt Dr. Gernheim (Torsten Ankert) begeben sich auf die Spuren des Kobolds – der eine natürlich streng wissenschaftlich ablehnend, der andere immer neugieriger und überzeugter werdend.
Familienbesuch, Koboldsgesetze und Ticket-Nachfrage
Für zusätzliches Remmidemmi im Hause Eder sorgt der Spontanbesuch von dessen Schwester Anni (Jennifer Lorenz) und seiner Nichte Bärbel (Tanja Beutenmüller): Vor allem Bärbel findet immer mehr Gefallen an den Umtrieben des Kobolds und hofft, ihn mit Bonbons zu „ködern“, sodass er auch ihr erscheint. Ob dies allerdings die vielen „Koboldsgesetze“, die Pumuckl immer wieder zitiert (oder doch erfindet?), überhaupt zulassen, können die Theaterbesucher noch bis zum 16. August herausfinden. Schnellsein ist aber angesagt, denn viele der noch 24 Vorstellungen sind bereits ausverkauft.
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