Sonderausstellung zeigt weißes Gold aus Erbendorf

Sonderausstellung zeigt weißes Gold aus Erbendorf
Unter dem Titel „Weißes Gold aus Erbendorf“ startet die neue Sonderausstellung im Heimat- und Bergbaumuseum Erbendorf. Sie widmet sich der über 100-jährigen Geschichte der heimischen Porzellanherstellung. Am kommenden Sonntag, 8. November, wird sie erstmals präsentiert.
Schwerpunkt: Erste Porzellanfabrik in Erbendorf
Die Sonderausstellung Weißes Gold geht besonders auf die erste Porzellanfabrik unter Hans Schrembs ein. Es werden unter anderem Porzellanexponate aus jener Zeit gezeigt. Ermöglicht und konzipiert wurde die Ausstellung durch Museumsleiter Manfred Klöble sowie der Enkelin des Firmengründers, Dr. Helene Trottmann, die maßgeblich zum Zustandekommen der Präsentation beitrug.
Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine eindrucksvolle Zeitreise durch ein Jahrhundert lokaler Industriegeschichte. Die Wurzeln der Porzellanfertigung in Erbendorf reichen zurück in das Jahr 1921, als der Sägewerksbesitzer Hans Schrembs neben der Frankenschleif an der Fichtelnaab eine Porzellanfabrik errichtete. Das Baumaterial stammte damals zu großen Teilen aus der Schlossruine Siegritz. Trotz großer Herausforderungen entwickelte sich der Betrieb schnell: Ging das Haushalts-, Kaffee- und Teegeschirr unter dem Namen „Porzellanfabrik Hans Schrembs“ in den 1920er-Jahren vor allem nach Amerika in den Export, brachten die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die krisenbehafteten Folgejahre schwere Umbrüche mit sich.
Vom Kriegsjahr bis zur Moderne: Seltmann prägt Erbendorfer Porzellan
Nach einer Zwischenphase unter dem Pächter Ernst Rockholz übernahm im Kriegsjahr 1940 die Porzellanfabrik Christian Seltmann aus Weiden den Betrieb. Neben den wirtschaftlichen Hürden jener Zeit erlebte das Werk in den letzten Kriegsjahren eine Zweckentfremdung, als sich die Messerschmitt-Werke Regensburg unter dem Decknamen „Erlenbachwerk“ auf dem Geländekomplex einquartierten. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Währungsumstellung 1948 konnte der Standort unter Dr. Wilhelm Seltmann wieder aufblühen. In den 1950er- und 1960er-Jahren entwickelte sich die Fabrik zu einem der wichtigsten Arbeitgeber der Region mit zeitweise rund 1.200 Beschäftigten. Bis heute ist das Erbendorfer Werk unter der Führung der Familie Seltmann tief in der Stadt verwurzelt und gilt als eine der modernsten Porzellanfabriken Europas.
Die Sonderausstellung beleuchtet diese Meilensteine sowohl in der Sonderausstellung mit Unikaten aus den ersten Jahrzehnten der Porzellanherstellung als auch im Porzellanzimmer der Dauerausstellung.
Geöffnet ist das Museum am Sonntag, 8. November von 14 bis 16 Uhr.
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