Theatergruppe Shalom Amitié zeigt Die eingebildete Kranke in Wiesau
Theatergruppe Shalom Amitié zeigt Die eingebildete Kranke in Wiesau

Gastbeitrag von: Bernhard Neumann
Bei Antonia ist eigentlich immer etwas los – zumindest in ihrem Kopf. Sie ist fest davon überzeugt, schwer krank zu sein, und lässt sich deshalb von ihrer Ärztin und dem Apotheker mit Medikamenten und Behandlungen versorgen. Die beiden freuen sich darüber besonders, denn Antonias eingebildete Krankheiten sind für sie ein ziemlich lukratives Geschäft.
Intrigen um Liebe, Geld und Erbe
Auch Antonias Ehemann Benedikt hat seine eigenen Pläne. Gemeinsam mit seiner heimlichen Geliebten, der Notarin Dr. von Treuhertz, möchte er an Antonias Vermögen kommen. Dafür macht man Antonia ordentlich Angst, vor allem um die finanzielle Zukunft ihrer Töchter. Und weil Angst bekanntlich ein ziemlich guter Manipulator ist, lässt sich Antonia dazu bringen, ihre Tochter Angelika mit Thomas zu verheiraten – obwohl sie weiß, dass Angelika eigentlich Clara liebt.
Damit beginnt das große Chaos: Angelika und Teresa versuchen, die Hochzeit zu verhindern, Clara verkleidet sich kurzerhand als Mann, und Bernd versucht, seiner Schwester Vernunft einzureden. Als der zukünftige Bräutigam dann auch noch auftaucht und sich als ziemlich seltsamer älterer Herr herausstellt, wird die Situation endgültig verrückt. Louise ist trotzdem begeistert, denn als Arzt könnte Thomas ihr vielleicht dabei helfen, Medikamente auf dem Uni-Campus zu verkaufen.
Am Ende schaffen es Teresa und Bernd, Antonia die Augen zu öffnen. Sie erkennt, dass Benedikt und die Ärzte keineswegs nur ihr Bestes wollen, sondern vor allem an ihren eigenen Vorteil denken. Ihre Töchter hingegen handeln aus Liebe und wollen sie tatsächlich beschützen.
Aufklärung und aktuelle Bezüge
Obwohl die Komödie auf einer älteren Vorlage von Molière basiert, wirkt die Geschichte erstaunlich modern. Besonders aktuell ist die Frage, wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen, wenn man ihre Ängste und Sorgen gezielt anspricht. Ob es um Krankheiten, Geld oder die Zukunft der eigenen Familie geht – wer Angst hat, ist leichter zu manipulieren. Genau dadurch zeigt das Stück auf humorvolle Weise, dass Molières Themen auch heute noch mitten in unsere Gesellschaft passen.
Termine in Wiesau
Premiere: 14. November, 20 Uhr.
Weitere Termine: 15. November (18 Uhr), 20. November (20 Uhr), 21. November (20 Uhr). Spielort: Pfarrheim, Wiesau.
Eine Stunde vor Vorstellungsbeginn werden im kleinen Saal Getränke und kleine Snacks angeboten. Einlass in den Saal ist um 19.45 Uhr.
Karten gibt es bei www.okticket.de und bei allen okticket-Vorverkaufsstellen.
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