Füreinander Verantwortung tragen: Johanniter rufen zu Zivilcourage auf

Füreinander Verantwortung tragen: Johanniter rufen zu Zivilcourage auf
„Bei Zivilcourage geht es nicht um Heldentum“, sagt Gregor Lindner, Sachgebietsleiter für Ausbildung bei den Johannitern in Ostbayern. „Sondern um die Bereitschaft, hinzuschauen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.“ Dazu gehört zum Beispiel, selbst aktiv zu werden und in einem Notfall den Rettungsdienst zu rufen sowie mit der Ersten Hilfe zu beginnen. „Leider erleben wir immer wieder, dass kostbare Zeit ungenutzt verstreicht, bevor unsere Rettungskräfte eintreffen“, berichtet Lindner. Daher ermutigen die Johanniter zum Handeln: Bei der Ersten Hilfe kann schnelles Handeln den entscheidenden Unterschied für Leben und Gesundheit eines Menschen machen.
Wer sich einen Ruck gibt, kann viel bewirken
Erfahrungsgemäß, so Lindner, kostet es Überwindung, in einer kritischen Situation aktiv zu werden. „Dazu gehört schon etwas Mut, und ja, es kann unbequem sein und unsere Pläne durchkreuzen. Vielen Menschen ist es auch einfach peinlich, hervorzutreten und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber Solidarität zu zeigen und zu handeln, wenn jemand in Not ist, macht einen entscheidenden Unterschied für die Betroffenen.“
Ein weiteres Plus der Zivilcourage ist, dass sie das Zusammenleben in der Gesellschaft stärkt. Hinzuschauen und aktiv zu werden, wenn Unrecht, Gewalt oder ein Unglück geschieht, ist ein Zeichen des Mitgefühls und des Respekts gegenüber anderen. „Wir alle können irgendwann darauf angewiesen sein, dass uns andere Menschen zur Seite stehen“, sagt Lindner.
Sicher helfen: Eigenschutz hat Vorrang
Niemand sollte sich allerdings durch die Hilfe für andere selbst in Gefahr bringen. Denn der Eigenschutz geht auch in der Ersten Hilfe vor. Daher gilt: Wenn die Situation gefährlich oder die Stimmung aggressiv ist, sofort die Polizei und/oder den Rettungsdienst alarmieren und sich selbst in Sicherheit bringen.
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