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Tradition aus der Heimat: Blaskapelle Waldkirch steht in den Startlöchern

Waldkirch. Die Blaskapelle Waldkirch hat eine bewegende Vergangenheit hinter sich. Jetzt freuen sich die Musiker auf die kommende Saison mit vielen Auftritten.

Tradition aus der Heimat: Blaskapelle Waldkirch steht in den Startlöchern

Die Blaskapelle Waldkirch bei einer Probe für die kommenden Auftritte. Foto: Josef Pilfusek
Die Waldkirchner Blaskapelle steht in den Startlöchern für ihre Auftritte 2023. Foto: Josef Pilfuselk

Die Parallelen zu den „Egerländer Musikanten“ sind unverkennbar. „Wir spielen überwiegend Titel aus der Heimat von Ernst Mosch, also dem Egerland, dazu böhmische und mährische Blasmusik“, beschreibt Bernhard Träger den Stil der Blaskapelle Waldkirch. Diese kann auf eine langjährige Tradition zurückblicken.

Aufblühen unter neuer Führung

Die Geburtsstunde schlug am 26. Dezember 1931, als sich sieben musikbegeisterte Männer, darunter Josef Träger und dessen Sohn Hans, an diesem zweiten Weihnachtsfeiertag zusammensetzten und den Grundstein für die Gründung legten. Schon bald folgten die ersten Auftritte. Die Blaskapelle spielte bei verschiedenen Anlässen auf und feierte einen Erfolg nach dem anderen.

Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch bei den Waldkirchnern seine Spuren. So dauerte es nach den Wirren einige Zeit, bis wieder alles im Lot war. Es folgten Höhen, aber auch ein paar Tiefen, die ab 1971 endgültig der Vergangenheit angehörten. Denn Alois Träger, gerade einmal 29 Jahre alt, übernahm das Zepter. Unter seiner Regie blühte das Ensemble förmlich auf, was auch darauf zurückzuführen war, dass sich der Orchesterchef auch intensiv der Ausbildung junger Leute widmete und sie behutsam an höhere Aufgaben heranführte.

„Mir gefällt’s hier“

Unter anderem gastierten die Musiker sogar in Berlin oder Mannheim. Der im September 2020 plötzlich gestorbene ausgebildete Forstwirt war wie Ernst Mosch, der im Mai 1999 verstorbene Gründer und Leiter der „Original Egerländer Musikanten“, ein begeisterter Brieftauben-Züchter. Und so ist es kein Wunder, dass sowohl Sohn Bernhard, der aktuelle Orchesterchef, als auch sein Zwillingsbruder Konrad – auch er spielt in der Kapelle – diese Leidenschaft geerbt haben.

Apropos Ausbildung: Auf die legt Bernhard Träger ebenfalls großen Wert. Und da haben schon mehrere Musiker erfolgreich Leistungsprüfungen absolviert und mit Bravour bestanden. Aktuell ist Bastian Völkl der Jüngste im Ensemble. Die Frage, warum er in der Blaskapelle den Takt mit vorgibt, beantwortet er kurz und bündig: „Ich kann Schlagzeug spielen, und mir gefällt’s hier.“ Beweise dafür liefert er in der Probe.

Wunderbare Atmosphäre

Natürlich zählen zum Stamm seit rund 30 Jahren neben dem Chef selbst weitere sogenannte „alte Hasen“ wie Konrad Träger, der Klarinette spielt und mit Bernhards Ehefrau auch singt, oder der Flügelhornist Engelbert Träger. Im Übrigen sprechen alle im Orchester von einer wunderbaren Atmosphäre, ob bei den Proben oder Auftritten. Einig sind sie sich auch mit der Feststellung: „Bernhard nimmt alles sehr genau und achtet auf jede Nuance.“

Spedition Wagner
Spedition Wagner

Da kommt dann auch mit Maria die Ehefrau des musikalischen Leiters ins Spiel. Mit ihr, die sich vor allem um Organisatorisches kümmert, übt er nahezu täglich. Schließlich weiß er: „Von nichts kommt nichts.“ Bernhard, der wie Maria seit Jahren auch Alphorn bläst, hat deshalb auch schon mehrere Workshops besucht. „Da kann man viel mit nach Hause nehmen und weitergeben“, erzählt er.

Blasmusik für die jungen Leute

Wie alle im Ensemble freut sich der Orchesterchef, dass nach drei Jahren Corona-Pandemie ab 2023 endlich wieder größere Auftritte möglich sind. Und so fiebern die Frauen und Männer vor allem dem Konzert „Böhmischer Herbst“, das für den 29. Oktober wieder in der Mehrzweckhalle in Floß geplant ist, entgegen. „Da können wir endlich unser 90-jähriges Bestehen nachholen“, kündigt er an.

„Blasmusik kommt auch bei den jungen Leuten an“, weiß Bernhard Träger. Sorgen macht ihm allerdings die Tatsache, „dass Blaskapellen immer weniger engagiert werden. Meistens spielen bei Veranstaltungen Partybands oder Alleinunterhalter. Das ist halt der Trend der Zeit.“ Dabei betont er, „dass man nicht ans Geld denken darf, wenn man Blasmusik macht“. Sie ist für ihn reines Hobby. „Die Gage ist nicht mehr als ein Taschengeld. Wir müssen ja auch in Instrumente oder Noten investieren.“