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Tschechische Künstler begeistern in der Synagoge von Floß

Floß. Tschechische Künstlerinnen und Miroslav Vilimec begeisterten in der klassizistischen Synagoge das Publikum. Die Reihe aus Pilsen und die Jüdische Gemeinde Weiden bereichern seit mehr als zehn Jahren das Kulturleben.

Tschechische Künstler begeistern in der Synagoge von Floß

Foto: Fred Lehner
Foto: Fred Lehner
Foto: Fred Lehner

Im 1.078-jährigen Markt Floß hat sich seit mehr als zehn Jahren eine Tradition eingeführt, die eine breite Schicht der Bevölkerung nicht mehr missen möchte. Es ist die Konzertreihe aus dem Nachbarland Pilsen/Tschechien. Der „Verein für Musik in Synagogen“ tritt als Veranstalter in enger Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Weiden auf. Damit wird das kulturelle Leben in der Flosser Kommune nicht nur gefördert, es wird durch die Auftritte namhafter tschechischer Künstler spürbar bereichert.

Konzertreihe bereichert das kulturelle Leben in Floß

Aber nicht nur das: Diese Konzerte unterstreichen auch deutlich, dass der jüdische Kultus im Markt lebt. Mit der jährlichen Gedenkfeier (früher: Woche der Brüderlichkeit) wird zudem der christlich-jüdische Dialog gestärkt. Wiederkehrende Führungen in der Synagoge und im jüdischen Friedhof sind deutliche Zeichen jüdischen Lebens im Flosser Markt, selbst wenn keine Juden mehr in Floß leben und es schon gar keine jüdische Gemeinde mehr gibt.

Die abendlichen Musikveranstaltungen sind zu einer festen und geradezu unverzichtbaren Einrichtung geworden. Am Sonntag, 6. September, hat sich dies in großartiger Weise erneut gezeigt.

Dank an Veranstalter und Vereine

Kommune und Bevölkerung sind der Jüdischen Gemeinde Weiden und den Vereinen in Pilsen als Veranstalter überaus dankbar, dass es Jahr für Jahr möglich ist, großartige Interpreten gewinnen zu können, die in der klassizistisch denkmalgeschützten Synagoge ihr künstlerisches Können in sehr eindrucksvoller Weise unter Beweis stellen.

Mit Jitka Hosprova (Bratsche) und Eva Sasinkova (Kontrabass) stellten sich erstmals zwei großartige Künstlerinnen vor.

Miroslav Vilimec begeistert das Publikum

Die Krönung an diesem Konzerttag war das Kommen und Auftreten von Miroslav Vilimec, früher Konzertmeister der Tschechischen Philharmonie. Er gehört zwischenzeitlich zu den Stammgästen der Musiker aus dem Nachbarland. Sein Mitwirken war allein den Besuch des Konzerts wert, zumal seine Musik für das breit gestreute und fachkundige Publikum zu einem wahren Erlebnis wurde. Der Künstler versteht es auf seine Art, sich mit seinen selbst ausgewählten Stücken namhafter Komponisten in die Herzen der musikliebhabenden Zuhörer zu spielen. Nach jedem seiner Auftritte, einmal mit Jitka Hosprova (Bratsche) und ein zweites Mal mit beiden Künstlerinnen, durfte der frühere Konzertmeister viel Applaus durch Standing Ovations entgegennehmen.

Witron Zoiglbrotzeit
Witron Zoiglbrotzeit

Gut durchdacht war der Programmablauf. Die beiden Meisterinnen, auffallend adrett und in geschmackvoller Kleidung auftretend, hatten das Konzert mit Duetten für Bratsche und Kontrabass von Carl Ditters von Dittersdorf und den Sätzen Allegro moderato – Menuetto – Adagio – Menuetto – Thema con variazioni eröffnet. Eine Aufführung, die zu den Höhepunkten des Nachmittags zählte. Allein das Zusammenspiel und die Abstimmung unter den beiden Künstlerinnen waren eine hörbare Vollendung.

Meisterhafte Duette und seltene Werke

Ein seltener Hörgenuss, der durch meisterhaften Vortrag bestach. Eine Aufführung, die den Abend mit klassischer Musik bereicherte und dafür auch durch dankbaren Beifall belohnt wurde. Das „Grand Duo Concertant, Opus 4, c 2 (Allegro spiritoso)“ von Alessandro Rolla ließ die Herzen der Zuhörer höherschlagen. Die Künstlerinnen verstanden es, die Zuhörer mit selten zu hörender Musik zu verzaubern.

Wieder hatten sie mit der „Sonate Nr. 1 (Allegro moderato – Adagio – Rondo)“ ihr ganzes musikalisches Können auf ihren Instrumenten, die sie meisterhaft beherrschten, vorgestellt. Mit der Sonate Nr. 1 brillierten die Interpretinnen in Vortrag und Spiel, was auch durch reichen Applaus von den Zuhörern aufgenommen wurde.

Starke Akustik und Dank der Gemeinde

Die Krönung an diesem Konzerttag war das Kommen von Miroslav Vilimec, dem früheren Konzertmeister der Tschechischen Philharmoniker. Er gehört zwischenzeitlich zu den Stammgästen der Künstler aus dem Nachbarland. Wieder war sein Auftritt mit den beiden Meisterinnen zu einem musikalischen Erlebnis geworden. Die großartige Akustik in der Synagoge als Konzertraum beeindruckte auch die Interpreten. Das Empfinden der Konzertbesucher der knapp 70-minütigen Veranstaltung vermittelte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Weiden, Leonid Shaulov, mit den Worten: „Sie waren einzigartig und haben uns viel Freude mit ihrer Musik bereitet. Wir können dafür nur von Herzen danken und würden sie gerne in Floß wiedersehen.“ Worte, die den Künstlern sichtlich zu Herzen gingen. Die übergebenen Präsente an die Künstler waren Ausdruck der Dankbarkeit.

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