Wenn Blaukraut aufs Brautkleid trifft
Wenn Blaukraut aufs Brautkleid trifft
Ein Abend mit Bernard Liebermann beginnt nicht unbedingt dort, wo man ihn erwartet. Im Kulturbahnhof Parapluie etwa mit einer Frage nach dem Weidener Nachtleben. Die Antwort des Einheimischen: „Das tut mir aber jetzt wahnsinnig leid. Die Dame ist heute in Nürnberg.“ Das Publikum lacht und Liebermann hat es einmal mehr auf seiner Seite.
Sprachlicher Balanceakt
Der Weimarer Kabarettist jongliert mit Sprache, Musik und Zungenbrechern. „Blaukraut bleibt Blaukraut und Brautkleid bleibt Brautkleid“ wird zum sprachlichen Balanceakt. Auch Mantel kommt nicht ungeschoren davon. Drei Damen aus der Marktgemeinde baut Liebermann kurzerhand in seinen roten Faden ein. Eine Lehrerin und ein Lehrer, die zufällig am selben Tisch sitzen, liefern ebenfalls Stoff.
Begegnung mit dem Publikum
Dabei lebt der Abend von der Begegnung mit dem Publikum. Liebermann fragt, hört zu und verwandelt Stichworte spontan in Pointen. Nach der Pause kündigt er den kompletten zweiten Teil augenzwinkernd als „Zugabe“ an. Es geht um vergiftete Tauben nach Georg-Kreisler-Manier, das analoge Leben und die Frage, was vom echten Erleben bleibt, wenn alles nur noch am Bildschirm stattfindet.
Zuruf für die nächste Pointe
Was bleibt ist der Eindruck eines Kabarettabends, der nicht auf große Effekte angewiesen ist. Ein Wort, ein Zuruf oder ein Zungenbrecher genügen Liebermann und schon entsteht die nächste Pointe.


