Ein Leben für Winnetous Freunde und ein ganz besonderer Moment mit Mario Adorf
Ein Leben für Winnetous Freunde und ein ganz besonderer Moment mit Mario Adorf
Für Norbert Simmerl ist es mehr als ein Hobby, bei ihm ist es Leidenschaft. Wer sein „Karl-May-Zimmer“ betritt, taucht in eine andere Welt ein: Winnetou, Old Shatterhand, Old Surehand, Nscho-tschi, die legendäre Silberbüchse: Und mittendrin ein Fan, der diese Geschichten zelebriert. Seit Jahrzehnten sammelt der Parksteiner alles, was mit den berühmten Filmen zu tun hat. Jetzt bekommt ein besonderes Stück einen Ehrenplatz: Ein Autogramm von Mario Adorf, das bereits seit einigen Jahren in seinem Besitz ist.
Etwas ganz Besonderes
„Das ist für mich etwas ganz Besonderes“, sagt das 69-jährige Mitglied der Karl-May-Gesellschaft. Denn er hat es sich nicht irgendwo gekauft oder ersteigert. Er hat es persönlich bekommen. Im Dezember 2023 bei der 4K-Premiere von „Winnetou I“ in München traf er den Mann, der als Frederick Santer Filmgeschichte schrieb. Auch Terence Hill und Uschi Glas waren da.
Mit Geduld und Glück ein Autogramm ergattert
Doch einfach war das nicht. „Da musste man schon kämpfen, um überhaupt in seine Nähe zu kommen“, erinnert sich Simmerl. Viele Fans drängten nach vorne, manche wollten gleich mehrere Unterschriften. „Das war teilweise schon unverschämt.“ Mit Geduld und wohl auch einer Portion Glück schaffte er es schließlich doch. Ein kurzer Moment, ein paar Worte, ein Autogramm. „Das vergisst man nicht.“ Simmerl ist froh, dem dichten Schneetreiben getrotzt zu haben und dabei gewesen zu sein.
Mario Adorf war einer der Größten
Für Simmerl ist Adorf ohnehin mehr als nur ein Schauspieler. „Er war einer der Größten“, sagt er ohne Zögern. Vor allem in seiner Rolle als Santer habe er Maßstäbe gesetzt. „Für mich ist er der beste Schurke unter den elf Karl-May-Filmen.“ Dahinter ordnet er Herbert Lom in „Der Schatz im Silbersee“ ein, gefolgt von Harald Leipnitz in „Der Ölprinz“ sowie Klaus Kinski in „Winnetou II“. „Aber Adorf steht ganz oben.“ Er sei ein Mann ohne Star-Allüren gewesen, ein ganz sympathischer Mensch, wie man ihn suchen müsse.
„Karl-May-Zimmer“
Diese Begeisterung spiegelt sich auch in seinem „Karl-May-Zimmer“ wider. Auf rund 15 Quadratmetern hat Simmerl eine Sammlung aufgebaut, die ihresgleichen sucht: Filmplakate, Figuren, Requisiten-Nachbildungen, Bücher und Erinnerungsstücke. „Da steckt viel Herzblut drin“, sagt er. Und das sieht man.
„Santer“ als Pappkamerad
Ein neues Projekt ist bereits in Planung: „Ich will mir den Santer als lebensgroßen Pappkameraden anfertigen lassen.“ Natürlich mit den Gesichtszügen von Mario Adorf. Es wäre eine weitere Hommage an einen Schauspieler, den Simmerl nie vergessen wird. Dass er Winnetous Schwester erschossen habe, nehme er ihm nicht krumm. „Das war seine Rolle.“ Simmerl dankt heute noch dem Produzenten Horst Wendlandt, der die Rollen so treffend besetzt hatte.
„Solche Persönlichkeiten gibt es heute kaum noch“
Nun ist Mario Adorf verstorben. Die Erinnerung an ihn bleibt. „Solche Persönlichkeiten gibt es heute kaum noch“, sagt Simmerl. Sein Autogramm jedenfalls hat jetzt einen festen Platz. Als kleines Stück Filmgeschichte in einem Raum voller großer Kindheitserinnerungen.









