Hobby-Geologe aus Weiherhammer findet schweren Brocken aus versteinertem Holz
Hobby-Geologe aus Weiherhammer findet schweren Brocken aus versteinertem Holz
Adi Küblböck war eigentlich nur als Gast der Weidener Freunde der Mineralogie und Geologie Teilnehmer an einer wissenschaftlichen Exkursion beteiligt, die von der Universität Pilsen organisiert wurde. Dass gerade er bei diesem Streifzug durch die Erdgeschichte im Herbst den größten Gesteinsbrocken unter all den mitgereisten Experten aus ganz Deutschland entdeckte, war reine Glückssache. Sein Fund, der auch offiziell Beachtung fand, ist ein 300 Millionen Jahren alter, versteinerter Wascheschener Nadelbaum. “Das war ein Vorläufer der Nadelbäume. Ich bin wirklich stolz.”
300 Millionen Jahre
Das tatsächliche Alter des Baumes wurde hinterher wissenschaftlich datiert. Es handle sich um den unter Experten bekannten Fundort Líně, berichtet Küblböck. Die Fundstücke befänden sich auf umliegenden Äckern und in Waldgebieten. “Man muss sich das so vorstellen: Der Wald, der vor 300 Millionen Jahren hier stand, wurde nach einem Vulkanausbruch von Vulkanasche überdeckt. Von unten hat sich dann Kieselsäure angereichert.” Das war die Voraussetzung, dass der Baum kompakt geblieben sei, erklärt der Finder. “Von der Größe her handelt es sich schon um einen seltenen Fund.”
Häufiger in Kohleabbaugebieten
Gewöhnlich seien die Fundstücke nämlich viel kleiner. “Aber in Kohleabbaugebieten kommt es schon häufiger vor, dass man auch mal größere Brocken findet.” Ausfuhrprobleme nach Deutschland habe es keine gegeben. “Es hat sich ja um eine offiziell angemeldete Exkursion gehandelt.”
Die Experten, auch er, durften vor Ort frei forschen.” Auf den Geschmack gekommen sei Küblbeck durch Dr. Gustav Moissl und Lydia Moissl, die beide schon seit Jahren für den Etzenrichter Verein auf Entdeckungstour gehen, auch weltweit. Sie waren dabei, als Küblböck seinen großen Fund machte.
50 Zentimeter hoch
“Uns wurden Flächen zugewiesen, wo wir Gesteinsproben sammeln durften.” Auch in Deutschland gebe es Stellen, vielleicht sogar noch in größerem Maße. Sein Fund, ein brauner Araukarit, wiege 32,9 Kilogramm und sei 50 Zentimeter hoch. Die Holzstruktur sei gut erkennbar.
Küblböck ist eigentlich kein Mineraloge, sondern der Vorsitzende des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz in Weiherhammer. “Eigentlich bin ich nur Hobby-Geologe.” Die Weidener Freunde der Mineralogie treffen sich unter dem Vorsitz ihres Bezirkschefs Martin Füßl regelmäßig im Etzenrichter Pfarrheim und würden sich über Mitgliederzuwachs freuen.




