Bis zu 42 Jahre im Amt: Herrmann ehrt neun Urgesteine aus der Region

Bis zu 42 Jahre im Amt: Herrmann ehrt neun Urgesteine aus der Region
Bei einer Feierstunde in Nürnberg würdigte Innenminister Joachim Herrmann am 16. September Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die sich insbesondere durch ihre langjährige Tätigkeit als kommunale Mandatsträger um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben. Aus der Region wurden Karlheinz Hoyer, Dieter Mußemann, Armin Schärtl, Dr. Konrad Wilfurth, Andreas Wutzlhofer, Andreas Meier, Dieter Amann, Georg Götz und Maximilian Beer ausgezeichnet.
Karlheinz Hoyer: 42 Jahre im Waldsassener Stadtrat
Karlheinz Hoyer war von 1984 bis 2026 ununterbrochen Mitglied des Stadtrats von Waldsassen. Von 1999 bis 2002 hatte er das Amt des dritten Bürgermeisters inne, anschließend war er 15 Jahre lang zweiter Bürgermeister.
In mehr als vier Jahrzehnten begleitete er zahlreiche wichtige Entscheidungen für Waldsassen. Dazu gehörten der Neubau der Kläranlage, Ausbau und Sicherung der Wasserversorgung, die Neugestaltung des Johannisplatzes und des Basilikaplatzes sowie die Erschließung neuer Baugebiete.
Auch Gesellschaft, Tourismus und Kultur gehörten zu seinen Schwerpunkten. Hoyer setzte sich für den Abschluss und die Pflege der Städtepartnerschaft mit Chodov in Tschechien, den Neu- und Wiederaufbau von Wanderhütten und die Festlegung sowie Markierung des Pilgerwegs Via Porta vom Kloster Volkenroda nach Waldsassen ein. Die von ihm 1984 initiierte Waldweihnacht im Oicherlwold führte er über Jahrzehnte eigenverantwortlich durch. Von 2008 bis 2014 war er zudem Fraktionsvorsitzender.
Dieter Mußemann: Seit 36 Jahren im Amberger Stadtrat
Dieter Mußemann gehört seit 36 Jahren dem Amberger Stadtrat an. Von 1999 bis 2020 stand er als Vorsitzender an der Spitze seiner Stadtratsfraktion. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit bildete eine solide und nachhaltige Haushaltspolitik.
Als langjähriges Mitglied des Hauptverwaltungs- und Finanzausschusses und 20 Jahre lang als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses beschäftigte er sich intensiv mit den städtischen Finanzen. Zudem wirkte er unter anderem in Aufsichts- und Verwaltungsräten der Sparkasse Amberg-Sulzbach, der Landesgartenschau GmbH, der Gewerbebau Amberg GmbH und der Stadtwerke Amberg mit.
Sein Engagement reicht über die Kommunalpolitik hinaus. Mußemann engagierte sich in Vereinen und Organisationen, war Betriebsrat bei Siemens Amberg und ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Weiden.
Armin Schärtl: Zwölf Jahre Bürgermeister von Nabburg
Seit 1990 gehört Armin Schärtl dem Nabburger Stadtrat an. Von 1996 bis 2008 war er dritter und zweiter Bürgermeister, von 2008 bis 2020 Erster Bürgermeister.
Als Stadtoberhaupt setzte er sich im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts besonders für den Erhalt der historischen Altstadt und den Aufschwung des Quartiers Unterstadt ein. Dabei setzte er auf Bürgerbeteiligung sowie die Belebung von Gewerbe und Einzelhandel. 2018 begannen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen der Grund- und Mittelschule, die nach der Neugestaltung der Außen- und Freizeitsportanlagen 2025 abgeschlossen wurden.
Ein besonderes Anliegen waren ihm zudem die Städtepartnerschaften mit Gemeinden in Frankreich und Tschechien. Von 2002 bis 2026 gehörte er außerdem dem Kreistag Schwandorf an und engagierte sich unter anderem im Ausschuss für Schulen, Planung und Bau sowie im Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord.
Dr. Konrad Wilfurth: 36 Jahre für Amberg
Dr. Konrad Wilfurth engagierte sich von 1990 bis 2026 ununterbrochen im Amberger Stadtrat. Als Rechtsanwalt brachte er seine juristische Expertise in die kommunalpolitische Arbeit ein.
Er war über die Jahre in zahlreichen Ausschüssen und kommunalen Funktionen tätig, unter anderem in der Wirtschaftsförderung und im Bauausschuss sowie 24 Jahre lang im Rechnungsprüfungsausschuss. Besondere Anliegen waren ihm die wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit Ambergs.
Wilfurth setzte sich für wichtige Vorhaben wie die Gründung der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, den Bau des Amberger Congress Centrums und des Kurfürstenbads ein. Ein politischer Schwerpunkt war zudem die Umstrukturierung des ehemaligen Marienkrankenhauses und die Entwicklung des Klinikums St. Marien Amberg. Auch für den kulturellen Austausch mit Ambergs französischer Partnerstadt Perigeux engagierte er sich.
Andreas Wutzlhofer: Von der Jugendarbeit bis zum schuldenfreien Haushalt
Andreas Wutzlhofer wurde 1990 erstmals in den Stadtrat von Vohenstrauß gewählt. 1996 wurde er zweiter Bürgermeister, von 2008 bis 2026 war er Erster Bürgermeister der Stadt.
Ein Schwerpunkt seines Engagements galt Kindern und Jugendlichen. Auf seine Initiative wurde 1993 ein Jugendgremium gegründet. Als Jugendreferent initiierte er unter anderem das bis heute bestehende Ferienprogramm und die Müllsammelaktion „Rama-Dama“. 2014 wurde nach mehrjährigen Bemühungen der erste Waldkindergarten im Landkreis verwirklicht.
Wutzlhofer richtete außerdem einen Hilfsfonds für bedürftige Menschen ein. Gemeinsam mit einem örtlichen Friseurmeister initiierte er das seit 2008 stattfindende Benefiz-Haareschneiden zugunsten der Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord, das allein 2024 mehr als 18.000 Euro an Spenden erbrachte.
Als Bürgermeister prägte er unter anderem die Sanierung des Rathauses, die Einrichtung der Stadtbücherei sowie die Ausweisung von Gewerbe- und Wohngebieten. Zugleich trieb er die Verbesserung der Infrastruktur, den Ausbau erneuerbarer Energien und die Weiterentwicklung des Schulstandorts voran. Trotz erheblicher Investitionen ist Vohenstrauß heute schuldenfrei.
Wutzlhofer gehörte außerdem 36 Jahre lang dem Kreistag des Landkreises Neustadt/WN an.
Andreas Meier: Mit 24 Jahren jüngster hauptamtlicher Bürgermeister Bayerns
Andreas Meier wurde 2002 im Alter von 24 Jahren zum Ersten Bürgermeister der Stadt Windischeschenbach gewählt und war damit der jüngste hauptamtliche Bürgermeister Bayerns. In seiner zwölfjährigen Amtszeit modernisierte er unter anderem die kommunale Infrastruktur durch die Erweiterung der Kläranlage, Verbesserungen der Wasserversorgung und den Einstieg in den Glasfaserausbau.
Mit dem Neubau und der Erweiterung des Kinderhauses Heilig Geist sowie zusätzlichen Betreuungsplätzen verbesserte er die Situation für Familien. Die Erweiterung des Industriegebiets und neue Baugebiete schufen Perspektiven für Wachstum und Arbeitsplätze. Zugleich setzte Meier auf erneuerbare Energien und energetische Sanierungen. Mit der Aufwertung der Burg Neuhaus, dem Klettersteig am Burgfelsen und der touristischen Positionierung als „Hauptstadt des Zoiglbieres“ setzte er Impulse für Kultur und Tourismus.
2014 wurde Andreas Meier zum Landrat des Landkreises Neustadt/WN gewählt. Seither gestaltet er dessen bauliche Entwicklung mit zahlreichen Investitionen in Schulen, Verwaltungsgebäude, Straßen und Sportstätten. Gleichzeitig hat er Zukunftsthemen wie Wasserstoffwirtschaft, Elektromobilität, nachhaltige Energieversorgung und Digitalisierung vorangebracht. Mit zahlreichen Maßnahmen setzte er zudem Impulse für eine gute medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Projekte wie die Pendler-App, ein Rufbussystem und die Unterstützung lokaler Direktvermarktung verbessern Mobilität und Versorgung im ländlichen Raum.
Eine Herzensangelegenheit ist ihm zudem der Feuerwehr- und Katastrophenschutz. Auf seine Initiative entstand 2015 das Katastrophenschutzzentrum in Neuhaus, das sich bei zahlreichen Krisen bewährte und inzwischen durch ein Zentrum für besondere Einsatzlagen und eine Kreiseinsatzzentrale ergänzt wurde.
Dieter Amann: Seit 36 Jahren im Amberger Stadtrat
Dieter Amann gehört seit 1990 ununterbrochen dem Amberger Stadtrat an. Bereits zuvor war er bei der Stadtpolizei tätig. Von 2000 bis 2006 übernahm er als Fraktionsvorsitzender besondere Verantwortung.
Einen Schwerpunkt seiner kommunalpolitischen Arbeit bildeten die Verkehrs- und Baupolitik. Projekte wie der Kreisverkehr an der Beethovenstraße oder der Fußgängerüberweg in der Eglseer Straße tragen seine Handschrift. Insbesondere für die Bewohner des Eisberg- und Katharinenviertels ist Amann seit vielen Jahren ein verlässlicher Ansprechpartner.
Auch außerhalb der Kommunalpolitik engagiert er sich in vielfältiger Weise, unter anderem als Vorsitzender der Bergsteigergilde D’ Gipfelstürmer, als Mitglied des Siedlervereins Katharinenhöhe, beim FSV Gärbershof sowie in der Berg- und Wasserwacht.
Georg Götz: Mehr als vier Jahrzehnte für Hahnbach
Georg Götz ist seit 1984 ununterbrochen Mitglied im Marktgemeinderat Hahnbach und seit 2014 zweiter Bürgermeister. Er leistet damit seit mehr als vier Jahrzehnten Arbeit für die kommunale Gemeinschaft.
Von Anfang an setzte er sich für die langfristige Integration der 25 nach der Gebietsreform zum Markt Hahnbach gekommenen Ortschaften aus acht früher eigenständigen Gemeinden ein. Eine dauerhafte Aufgabe bildeten Maßnahmen zur Entwässerung der hinzugekommenen Gemeindeteile sowie der Neubau und die Erweiterung der zentralen Kläranlage in Hahnbach. Nach Fertigstellung der Entwässerungsanlagen wurden vielfältige Dorferneuerungsmaßnahmen auf den Weg gebracht.
Götz engagierte sich außerdem für die Sanierung des historischen Ortskerns und den Neubau einer Zweifachturnhalle. Durch die energetische Sanierung und Generalsanierung der Grund- und Hauptschule wurden die Voraussetzungen für den Erhalt eines M-Zuges und mittlerweile die Bildung einer Mittelschule für den nördlichen Landkreis geschaffen.
Seit 1996 ist Götz Verbandsrat im Zweckverband zur Wasserversorgung der Mimbacher Gruppe und seit 2008 Aufsichtsrat der Nahwärmeversorgung Markt Hahnbach. Von 2008 bis 2014 war er zudem Fraktionssprecher.
Maximilian Beer: Seit 30 Jahren Bürgermeister von Schwarzhofen
Maximilian Beer steht seit 1996 an der Spitze des Marktes Schwarzhofen und gestaltet damit seit 30 Jahren als Erster Bürgermeister die Entwicklung seiner Heimatgemeinde. Von 1996 bis 2008 war er zudem Vorsitzender der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald, seit 2008 ist er deren stellvertretender Vorsitzender.
In seine Amtszeit fallen zahlreiche Maßnahmen. Dazu gehören insbesondere die Altortsanierung im Hauptort, der Neubau der Fußgängerbrücke über die Schwarzach, die Neugestaltung des Marktplatzes, die Sanierung des denkmalgeschützten Rathauses sowie die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt.
Auch der Neubau und die Erweiterung des Schwarzachtal-Kindergartens, die Sanierung der Grundschule, die Modernisierung der Abwasserentsorgung, die Erneuerung von Straßen und Versorgungsleitungen sowie die Ausweisung neuer Baugebiete wurden unter seiner Verantwortung verwirklicht. Insbesondere jungen Familien die Ansiedlung zu ermöglichen, war Beer dabei ein persönliches Anliegen.
Er setzte sich zudem für die Stärkung und optimale Ausrüstung der Feuerwehren, die Modernisierung des Bauhofs und den Ausbau der digitalen Infrastruktur ein. Beer engagiert sich außerdem seit vielen Jahren in den Zweckverbänden der Wasserversorgung, im Schulverband Neunburg vorm Wald, für die Integrierte ländliche Entwicklung Schwarzach-Regen sowie für das Dorferneuerungsverfahren im Ortsteil Denglarn.
Seit 2002 gehört Maximilian Beer zudem dem Kreistag Schwandorf an und wirkt dort durchgehend im Personalausschuss sowie periodisch in weiteren Ausschüssen mit.
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