Trauer in Neukirchen um Pater Karl Hartl mit 93 Jahren

Trauer in Neukirchen um Pater Karl Hartl mit 93 Jahren
Neukirchen zu St. Christoph. Pater Karl Hartl ist tot. Der mit der Pfarrei Neukirchen zu St. Christoph fest verwurzelte Geistliche – in Georgenberg lebte seine Schwester Elvira Röhrig – ist am 22. April gestorben. Er wurde 93 Jahre alt.
Biografie von Pater Karl Hartl: Kindheit und Herkunft
Georgenbergs Altbürgermeister Albert Kick war seit Jahrzehnten mit Hartl befreundet und kann dementsprechend auch viel über dessen Leben erzählen. Begonnen hat dieses am 23. Dezember 1932 in Komotau, der damaligen Tschechischen Republik.
Flucht, Ordenseintritt und Studium
Wie viele Sudetendeutsche musste Hartl nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund der Vertreibung das Weite suchen? Nach dem Abitur im Jahr 1952 trat er den „Weißen Vätern“ bei und absolvierte nach dem Noviziat von 1954 bis 1958 das Studium der Theologie, darunter in Schottland und England.
Der Priesterweihe am 20. Juli 1958 schloss sich ein paar Wochen darauf die Primiz in Bodenwöhr an. Dort hatten sich 1946 seine Eltern und Geschwister niedergelassen.
40 Jahre Mission in Uganda
Der Ausreise nach Uganda in der Osterwoche 1959 sollten sich 40 Jahre in der Mission anschließen. Und da hatte es Hartl nicht immer leicht, insbesondere während der Gewaltherrschaft des damaligen Diktators Idi Amin von 1971 bis 1979.
Die Gründung von Kolping in Uganda beschreibt Kick als das Lebenswerk von Hartl. Schließlich hat der Missionar am 4. Dezember 1977 (Erster Advent) die erste Kolpingfamilie in Munteme gegründet sowie in Acumet und Hoyma den Bau von Kolpinghäusern in die Wege geleitet.
Kolping Uganda: Gründung und Wirkung in Ostafrika
Bereits zwei Jahre später konnte der Kolping-Nationalverband Uganda ins Leben gerufen werden. Die Kolpingidee verbreitete sich dann weiter in die Nachbarländer Kenia, Tansania, Ruanda und Südafrika. Der 1980 entstandene Nationalverband Kolping Uganda setzt sich auf vielfältige Weise dafür ein, seinen Mitgliedern in Uganda eine solide wirtschaftliche Zukunft zu ermöglichen.
„Ich habe in vielen Gesprächen erfahren, dass Karl seine Arbeit mit Herzblut gemacht hat“, erinnert sich der Altbürgermeister. Er hat seinen Freund auch in Afrika besucht, etwa 1999. „Da habe ich gesehen, was er geleistet hat.“ Im Rückblick erinnert er sich, dass es damals vorwiegend im Bereich des Gesundheitswesens schlecht bestellt war. „Karl hat den Bau eines Krankenhauses in Acumet angestoßen.“
Rückkehr nach Deutschland und Wirken in der Heimat
Nach 40 Jahren kehrte der Pater, der 1985 zum Kontinentalpräses von Afrika gewählt worden war und dessen Schwester Elvira Röhrig bis zu ihrem Tod 2013 in dem 1960 erworbenen Haus in Georgenberg lebte, nach Deutschland zurück und half zunächst in seiner Heimatpfarrei Neukirchen zu St. Christoph – dort hatte er 1966 seinen ersten Heimaturlaub verbracht – mit aus.
Im Januar 2001 folgte der Umzug in das Münchner Haus der Weißen Väter. Von 2004 bis 2016 arbeitete Hartl in der Pfarrei St. Peter mit. Zuletzt lebte er in Trier.




