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Waldsassener Ärztin im Einsatz für Feuerkinder

Waldsassen. Der 31. Einsatz für die „Feuerkinder“ in Tansania von der Waldsassener Ärztin Dr. Annemarie Schraml war wieder ein überaus erfreulicher Einsatz mit sehr positiven Erfahrungen. Sechs Spezialisten begleiteten sie und […]

Waldsassen. Der 31. Einsatz für die „Feuerkinder“ in Tansania von der Waldsassener Ärztin Dr. Annemarie Schraml war wieder ein überaus erfreulicher Einsatz mit sehr positiven Erfahrungen. Sechs Spezialisten begleiteten sie und […]
Das Feuerkinder-Operations-Team nach einer gelungenen OP.

Waldsassener Ärztin im Einsatz für Feuerkinder

Waldsassen. Der 31. Einsatz für die „Feuerkinder“ in Tansania von der Waldsassener Ärztin Dr. Annemarie Schraml war wieder ein überaus erfreulicher Einsatz mit sehr positiven Erfahrungen. Sechs Spezialisten begleiteten sie und ihr Team.

Von Werner Männer

Feuerkinder Ärztin Waldsassen Tansania
Das Feuerkinder-Operations-Team nach einer gelungenen OP.

Hilfreich unterstützt wurde die Waldsassenerin Dr. Annemarie Schraml von Dr. Mirjam Trieben, Neuropädiaterin aus Jena, die seit Januar 2019 in Ifunda im Süden Tansanias arbeitet. Die beiden tansanischen Ärzte Dr. Kiwesa und Dr. Mollel, deren Ausbildung vom Projekt „Feuerkinder“ finanziert worden war, führen inzwischen viele Operationen selbst durch.

Von Knochenbrüchen bis Gehirnblutung

Aus weitem Umkreis werden zahlreiche Patienten mit Knochenbrüchen gebracht, die Dr. Kiwesa versorgt. Das Krankenhaus im Norden Tansanias ist dafür inzwischen bekannt geworden. Und Allgemeinchirurg Dr. Mollel hat neben Operationen von Schilddrüse bis Dickdarm auch vier Patienten mit Gehirnblutungen behandelt. Mit einem aus Deutschland besorgten Handbohrer hat er den Bluterguss im Kopf entlastet und so das Leben dieser jungen Menschen gerettet.

Eine besondere Freude und Überraschung für Dr. Schraml war der Besuch von Peter, der vor 16 Jahren wegen schwerster Klumpfüße operiert worden war. Er bedankte sich mit einem kleinen Geschenk. Seine Mutter hatte ihn im Jahr 2003 in die Klinik getragen, weil er nicht gehen konnte. Der Junge hatte sich aus Scham vor der Hütte auf seine Klumpfüße gesetzt, was zur Folge hatte, dass seine Kniegelenke in Beugestellung steif wurden. Mit Gipsverbänden wurden erst die Kniegelenke gestreckt, dann – innerhalb von drei Jahren – bei den damals noch jährlichen Einsätzen die Klumpfüße durch aufwendige Operationen korrigiert.

Feuerkinder Ärztin Waldsassen Tansania
So sahen Peters Füße vor der OP aus.

Peter konnte dann in die Schule gehen, machte seinen Abschluss als Bester seines Bezirks und erhielt ein Studium zum Besuch der Secondary-School in Arusha. Er macht nächstes Jahr sein Abitur und will dann Jura studieren.

OTH Amberg-Weiden
OTH Amberg-Weiden

68 Operationen an elf Tagen

Sehr erfolgreich war die Zusammenarbeit mit den beiden einheimischen Anästhesisten Emmanuel und Patrick, die beide im Rahmen des Projektes Klinikpartnerschaften der Cnopfschen Kinderklinik bei Nürnberg gewesen waren. An elf Operationstagen wurden 68 Operationen durchgeführt und 170 Patienten untersucht. Obwohl der Einsatz nicht öffentlich bekannt gemacht worden war und nur Patienten, die auf der Warteliste standen, informiert worden waren, kamen am 1. Tag der Voruntersuchung 100 Kinder mit ihren Angehörigen. Sie mussten auf spätere Einsätze vertröstet werden.

Feuerkinder Ärztin Waldsassen Tansania
Dr. Annemarie Schraml mit Peter, dessen Füße sie vor 16 Jahren korrigiert hat.

Sehr hilfreich waren für Dr. Schraml und ihr Team die Mützen, Socken und Decken, die Frauen aus dem Landkreis Tirschenreuth, in Marktredwitz und Freiburg gestrickt hatten. Die Stricksachen konnten zum Glück verteilt auf die Koffer der Teilnehmer durch den sehr strengen Zoll gebracht werden.

Eine große Freude war für die Waldsassener Ärztin ein Besuch bei Familie Mollel, für die im vergangen Jahr eine kleines Haus gebaut worden war. Mama Daima hat inzwischen Mais, Bohnen, Tomaten und anderes Gemüse angebaut, das sowohl zum eigenen Verbrauch verwendet, als auch verkauft wird. Auf der kleinen Terrasse vor dem Haus bietet sie das Schneiderhandwerk an und verdient so viel, dass sie die sechsköpfige Familie mit unterstützen kann.

Spenden immer willkommen

Große Fortschritte macht auch der Neubau des von „Ein Herz für Kinder“ unterstützten Operationssaales. Voraussichtlich kann er während des nächsten Einsatzes im Februar 2020 eingeweiht werden.

Für dieses vielschichtige Engagement bittet die Ärztin Dr. Schraml das „Feuerkinder-Projekt“ weiterhin zu unterstützen: Bankverbindung, Projekt Feuerkinder, EB Kassel BIC GENODEF1E1; IBAN: DE53 5206 0410 0103 5099 82.