Wirtin Maria Kurz feiert 95. Geburtstag in Kaltenbrunn

Wirtin Maria Kurz feiert 95. Geburtstag in Kaltenbrunn
Jahrzehnte stand sie täglich von früh bis spät in der Küche, im Metzgerladen oder in der Gaststube: Maria Kurz, weithin bekannte Wirtin und Kaltenbrunner Unikat, feierte am Donnerstag ihren 95. Geburtstag.
Zufriedenheit nach einem arbeitsreichen Leben
„Dass ich einmal so alt werde, hätte ich nicht gedacht, denn mein Leben bestand nur aus Arbeit. Aber ich bin zufrieden“, sagt Maria Kurz. Ihr Lebensweg ist geprägt von Tatkraft, Fleiß und außergewöhnlicher Stärke. Diese Eigenschaften waren nach dem frühen Tod ihres Mannes Matthias 1992 besonders gefragt. Seither führte sie meisterlich Regie. Auch wenn sie jetzt nichts mehr tun kann, ist sie im Wirtshaus noch gern unter Stammtischlern.
Als die dritte Tochter von Johann und Katharina Lobenhofer 1937 im Alter von sechs Jahren zum Gänsehüten in den kinderlosen Geschäftshaushalt von Kunigunde Helmreich kam, ahnte sie noch nicht ihre Berufung. Die junge Witwe, deren Mann bereits 1927 ums Leben gekommen war, belohnte die Treue des jungen Mädchens mit der Übergabe des Betriebs. Nach der Heirat 1952 mit Matthias Kurz aus Namsenbach bei Nabburg bauten sie diesen kontinuierlich aus. Der Gasthof „Zur Post“ entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt. Ruhetage gab es nie, Betriebsferien schon gar nicht, und krank war man auch nicht.
Aufbau des Gasthofs „Zur Post“
Von früh bis spät stand die „Mare“ in der Küche und Metzgerei. Zudem war sie ihren Gästen eine gute Gastgeberin, Zuhörerin und Gesprächspartnerin. Das alles hat Spuren hinterlassen. Seit einigen Jahren ist die „Wirtin mit Herz“ selbst auf Hilfe angewiesen. Um die Mama kümmern sich liebevoll Familienmitglieder und eine im Ort wohnende Nichte.
Für einen besonderen Auftritt sorgte die aus München angereiste Religionspädagogin Hermine Wiesgickl (82). „Mare, du hast mir sehr geholfen, dass ich Vertrauen zu den Menschen gefunden habe.“ Selbst noch Kind hatte Wiesgickl die Kurz-Kinder betreut und Stoßgebete gelernt. Mit Anekdoten wollte sie den großen Dank an die Jubilarin noch einmal unterstreichen. „Gott hat alles recht gemacht durch seine Händ“, sang die Sopranistin mit Kurz-Angehörigen und fügte noch das Solo „Wir kommen zu dir in glückseliger Stund‘, dass Gott dich gehalten in seiner Gnad, bleib fröhlich im Herzen, verlass dich fest, Gott weist deine Wege im Alter best“ hinzu. Alle Gäste stimmten dann in den Kanon „Viel Glück und viel Segen“ ein. Mit „Schäih“ bedankte sich die „Mare“.
Gratulationen aus Nah und Fern
Längst nicht alle ihrer sechs Kinder, 17 Enkel und elf Urenkel konnten zur Feier kommen, weil sie in Regensburg, München, Reutlingen, Freiburg, Frankfurt, in der Türkei und in Abu Dhabi arbeiten und wohnen. Erster Bürgermeister Ludwig Biller gratulierte auch für die Gemeinde. Zum Ehrentag überbrachten auch Pfarrer Varghese Puthenchira und Josef Schweiger die Segenswünsche der Pfarrei. Ehrenamtsbeauftragter Herbert Rudolph wünschte der jahrzehntelang geschätzten „Fußballmutter“ für den FC alles Gute. Per WhatsApp wünschte der ehemalige Pfarrer Irudayaraj Devadass aus Südindien Gottes Segen. Glückwünsche per Post kamen von Ministerpräsident Markus Söder, Landrat Andreas Meier und MdL Stephan Oetzinger.




