Beschäftigungskonzept für Flüchtlinge gefordert
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Beschäftigungskonzept für Flüchtlinge gefordert
Weiden. Das Problem ist nicht neu. Überall, wo man Menschen auf engstem Raum über Tage, Wochen oder gar Monate zusammenpfercht, zum Teil ohne zu wissen, wann der Zustand endlich enden wird, stauen sich die vielfältigsten Probleme an. Deshalb ist die Stadt Weiden nun auf der Suche nach einem Beschäftigungskonzept.
Derzeit verzeichnet die Stadt Weiden rund 225 Männer Frauen und Kinder, die in der Erstaufnahmeeinrichtung Mehrzweckhalle untergebracht sind – 200 davon bereits seit mehr als 10 Wochen. „Und die Verweildauer wird immer länger,“ so Oberbürgermeister Kurt Seggewiß. Verglichen mit anderen Erstaufnahmeeinrichtungen gilt die Weidener Mehrzweckhalle geradezu als Vorzeigeeinrichtung. Gleichwohl hat Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am heutigen Mittwoch einen Expertenkreis, bestehend aus führenden Vertretern der Stadtverwaltung, der Polizei, des Arbeitskreises Asyl, der Caritas, der Diakonie, der Berufsschule, der Einsatzleitung Mehrzweckhalle und der Security, im kleinen Sitzungssaal des neuen Rathauses versammelt, um die aktuelle Flüchtlingsproblematik zu erörtern und Überlegungen anzustellen, wie man schnellstmöglich das Leben in der Erstaufnahmeeinrichtung für die Menschen dort erträglicher machen kann.
Allgemeine Auffassung war es, dass dieses lange Zusammensein auf engstem Raum besondere Stresssituationen erzeugt. Jeder sollte sich selbst klar machen, was es bedeutet mit bis zu 250 weiteren Personen auf einer Liege ohne Rückzugsmöglichkeit bis zu 6 Monate zu verbringen. Von Lagerkoller bis zur Aggression ist alles denkbar. Verschlimmert wird die Situation noch dadurch, dass Schiiten und Sunniten in einem Raum untergebracht sind, genauso wie Zugehörige unterschiedlicher Bürgerkriegsparteien. Konflikte, gerade, wenn noch Alkohol dazu kommt, sind da vorprogrammiert. Not tut, die Flüchtlinge zu beschäftigen und sie aus der Notunterkunft heraus zu führen. Hierfür gibt es bereits hervorragende Beispiele, wie zum Beispiel die Unterrichtung von schulpflichtigen Kindern durch den Arbeitskreis Asyl.
Der Oberbürgermeister hat deshalb das Sozialamt beauftragt, kurzfristig ein Konzept für die Betreuung der Notunterkunftsbewohner zu erarbeiten. Hierbei werden zunächst die bereits laufenden Aktionen erfasst. Eine Reihe von Vorschlägen wurden ad hoc gemacht, beispielsweise ein aktives Zugehens der Bürgerinnen und Bürger auf die Flüchtlinge, Beschäftigung der Erwachsenen unter anderem durch Reinigungsarbeiten oder Fernsehmöglichkeiten, sowie das Anbieten von Sportmöglichkeiten.
Der Stadt ist jeder Vorschlag aus der Bevölkerung ist willkommen, insbesondere, wenn er mit einer konkreten Umsetzungsmöglichkeit verbunden ist.


