Jetzt Tickets für die kommenden Jahn-Spiele sichern!
Steinhilber
Steinhilber

Bremsschwellen gegen nervtötende Rundfahrten

Pressath. Der Bauausschuss schiebt dem Unwesen der Renn- und Spazierfahrer im Stadtsüden jetzt einen Riegel vor.

Bremsschwellen gegen nervtötende Rundfahrten

Den “Rennen” und “Rundfahrten” in der Ludwig-Bock-Straße will die Stadt Pressath mit Bremsschwellen einen Riegel vorschieben. Über gleichartige Maßnahmen an anderen Kreuzungen soll nach Geschwindigkeitsmessungen entschieden werden. Foto: Bernhard Piegsa

Fast schnurgerade und einladend breit zieht sich die Ludwig-Bock-Straße durch den Pressather Süden zwischen Reichwein- und Hoffmannstraße, um in einem engen Wendekreisel zu enden – offenbar der Traum mancher Möchtegern-Rennfahrer. Die strapazieren mit ihren ebenso unerlaubten wie lärmträchtigen „Zwei- und Vierrad-Stadtmeisterschaften“ oder auch nur mit sinnlosen Endlos-Rundfahrten nicht allein den Asphalt, sondern auch die Nerven der Anwohner.

Dem will die Stadt Pressath nun ein Ende bereiten. Einstimmig beschloss der Bauausschuss des Stadtrats die Montage von zwei Bremsschwellen auf Höhe der Schulbushaltestelle und unmittelbar vor den Kreisen.

Stadt geht noch einen Schritt weiter

Für einige weitere neuralgische Punkte wird die Verwaltung mithilfe von Geschwindigkeitsmessungen prüfen, ob auch dort „Bremshilfen“ sinnvoll sind. Konkret geht es um die Einmündungsbereiche Gartenstraße/Tulpenstraße und Pullingstraße/Hinter dem Tannenberg beim Spielplatz sowie um die östliche Reichweinstraße.

Vor allem in der Tulpenstraße soll es laut Klagen von Einwohnern häufig vorkommen, dass Eltern, die ihre Kinder vom Kindergarten abgeholt haben, die abschüssige Siedlungsstraße mit überhöhter Geschwindigkeit durchfahren. Nicht für erforderlich hielt der Bauausschuss weitere Bremsschwellen in der Von-Zedtwitz-Straße: Der Spielplatz beim Haus der Vereine sei, mit den schon montierten beiden Schwellen, ausreichend vor Rasern gesichert, Zustand und Bauweise des Abschnitts zwischen Haus der Vereine und Bahnhofstraße wirkten ohnehin bremsend und die durch die Schwellen verursachte Lärmbelästigung sowie die Behinderung des Lieferverkehrs der angrenzenden Glaserei stünden in keinem Verhältnis zum mutmaßlich geringen Nutzen.

Straßen werden ausgebaut

Komplett aus eigenen Geldmitteln wird die Stadt die Winterleitenstraße zwischen dem Pressather Ortsrand und Riggauer Abzweig ausbauen. Dabei wird ein baulicher Standard angestrebt, wie er auf der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Riggau und Wollau verwirklicht ist.

Auf die Beteiligung im Kernwegenetzprogramm für den Kooperationsraum VierStädtedreieck soll nach Auffassung von Bauausschuss und Bürgermeister Bernhard Stangl verzichtet werden: Angesichts der anspruchsvollen Vorgaben dieses Programms für die bauliche Ausführung sei mit Baukosten von mehr als zwei Millionen Euro zu rechnen, wobei noch ungewiss sei, in welcher Höhe diese Aufwendungen bezuschusst würden.

SSV Jahn
SSV Jahn

Keine Beteiligung am Kernwegeprogramm

Ein Ausbau der Straße in Eigenleistung wird nach Stangls Einschätzung etwa 350.000 Euro kosten, weniger als der kommunale Eigenanteil bei einem Ausbau im Rahmen des Kernwegeprogramms, selbst wenn der höchstmögliche Zuschuss in Höhe von 80 Prozent gewährt werden sollte. Zudem werde der Ausbau der Kernwege frühestens 2025 beginnen, im ungünstigsten Falle müsse die Stadt zehn bis 15 Jahre darauf warten.

Hierzu gab der Dritte Bürgermeister Wolfgang Graser noch zu bedenken, dass in dieser Zeit die Preise für Bauleistungen noch steigen dürften und der Zweite Bürgermeister Max Schwärzer erinnerte daran, dass die Stadt die gesamten Kosten für einen Ausbau nach Kernwegenetzstandard vorschießen müsste.

Stangl informierte noch, dass die Straße zwischen Riggau und Wollau bis auf Restarbeiten fertig ausgebaut sei. Zufrieden zeigten sich die Ausschussmitglieder über den Ausbauzustand des geschotterten Weges beim Bogenschießplatz, der als Muster für die Sanierung weiterer Feldwege dienen soll.

Die Straße “Im Bändel” (Abzweig Vordergrund links) ist ein beliebter Schulweg. Im Interesse der Kinder wünschen sich einige Eltern einen Fußgängerüberweg in diesem Bereich. Foto: Bernhard Piegsa

Mit dem Landratsamt über Zebrastreifen sprechen

Die Stadtverwaltung will prüfen lassen, ob beim ehemaligen NKD-Markt in der Bahnhofstraße ein Zebrastreifen markiert werden kann. Sie folgt damit einem Beschluss des Bauausschusses. Der Fußgängerüberweg solle nach dem Wunsch einiger Bürgerinnen und Bürger Schulkindern, die die Bändel-Straße als Schulweg nutzten, eine weniger gefährliche Überquerung der viel befahrenen Verkehrsachse ermöglichen, erläuterte Sabine Eichermüller (SPD). Bürgermeister Bernhard Stangl entgegnete, dass die Stadt nicht von sich aus tätig werden könne, weil die Bahnhofstraße eine Kreisstraße sei. Man werde aber das Gespräch mit dem Landratsamt suchen.

Kein „Privilegierungstatbestand“

Zurückgestellt hat der Ausschuss den Beschluss über das gemeindliche Einvernehmen für den Bau einer Lagerhalle auf der Flur Kahrweiher. Das Landratsamt hatte die Stadt aufgefordert, die Bauvoranfrage nicht zu billigen, weil das geplante Gebäude keinen „Privilegierungstatbestand“ erfülle, der eine Errichtung auf diesem Außenbereichsgrundstück rechtfertige.

Ein solcher Tatbestand wäre beispielsweise eine landwirtschaftliche Nutzung. Den Ausschussmitgliedern fiel jedoch auf, dass in den Antragsunterlagen sehr wohl von einer „Lagerhalle für landwirtschaftliche Geräte und Futtermittel“ die Rede ist. Die Verwaltung will nun auf eine Klärung dieser Diskrepanz hinwirken.

Keine Einwände erhob der Ausschuss gegen die von Ziegler Naturenergie geplanten Sickermulden zur Niederschlagswasserableitung von befestigten Flächen des Pelletwerks bei Döllnitz. Das Unternehmen müsse aber die konsequente Wartung sicherstellen.

Lücke für Radfahrer schließen

Sabine Eichermüller beklagte, dass der vom Gewerbegebiet West in Richtung Spitalplatz führende Radweg vor der Haidenaabbrücke ende, sodass Radfahrer gezwungen seien, ein kurzes Stück bis zum Spitalplatz zu Fuß zurückzulegen, von wo aus dann die Weiterfahrt per Rad auf der Jahnstraße wieder möglich sei.

Diese Lücke solle durch Versetzung des „Radwegende“-Schilds zum Spitalplatz geschlossen werden. Die Verwaltung wird das prüfen. Schließlich wies Andreas Reindl (CSU) auf ein Loch in einer Riggauer Ortsstraße beim Anwesen Schupfner hin. Stangl sagte eine schnelle Behebung zu.