Bürgermeister Reiner Gäbl nach 24 Jahren in Eslarn verabschiedet
Bürgermeister Reiner Gäbl nach 24 Jahren in Eslarn verabschiedet
Der amtierende Erste Bürgermeister Thomas Kleber verabschiedete im feierlichen Rahmen im Gasthaus Böhmerwald offiziell seinen langjährigen Vorgänger Reiner Gäbl sowie vier ausgeschiedene Mitglieder des Marktrates. Allen wurde für das jahrzehntelange Engagement zum Wohle der Marktgemeinde gedankt. Anwesend waren der Marktrat, Beschäftigte der Marktgemeinde und einige Angehörige. Nicht anwesend waren die Marktgemeinderatsmitglieder Bernd Reil, Georg Zierer und Albert Grießl. Im Mittelpunkt des Abends stand die Verabschiedung von Bürgermeister a.D. Reiner Gäbl, der den Markt Eslarn von 2002 bis 2026 über fast ein Vierteljahrhundert als Erster Bürgermeister geführt und maßgeblich geprägt hat.
Würdigung für 24 Jahre Bürgermeisteramt in Eslarn
In seiner Ansprache würdigte Thomas Kleber die außergewöhnliche Lebensleistung seines Vorgängers und erinnerte an zahlreiche Entwicklungen, die während dessen Amtszeit angestoßen und umgesetzt wurden. „24 Jahre Bürgermeister zu sein bedeutet weit mehr, als Sitzungen zu leiten oder Termine wahrzunehmen. Es bedeutet Verantwortung – Tag für Tag“, betonte Kleber.
Während der Amtszeit seien Straßen gebaut und saniert, Wasser- und Abwassernetze modernisiert sowie öffentliche Einrichtungen erhalten. Ebenso seien wichtige Projekte für Familien, Kinder und Vereine umgesetzt worden. Gerade im ländlichen Raum sei Kommunalpolitik oftmals keine große Bühne, sondern tägliche, verantwortungsvolle Arbeit. „Fördermittel müssten beantragt, Gespräche mit Behörden geführt und schwierige Entscheidungen getroffen werden, und dabei könne man es nicht immer allen recht machen. Umso mehr verdiene eine 24-jährige Amtszeit großen Respekt und Anerkennung.“
Einsatz für Vereine und Bewährungsproben in Krisenzeiten
Besonders am Herzen gelegen habe Gäbl stets das Vereinsleben in Eslarn, das Rückgrat des gesellschaftlichen Lebens und des Zusammenhalts innerhalb der Marktgemeinde. Neben vielen positiven Entwicklungen habe Gäbl jedoch auch schwierige Zeiten meistern müssen. Kleber erinnerte an die zunehmend angespannte finanzielle Situation vieler Kommunen sowie an die Herausforderungen der Corona-Pandemie. Gerade in Krisenzeiten zeige sich, wie wichtig eine funktionierende Kommunalpolitik sei, die Orientierung, Verlässlichkeit und Verantwortung vermittle.
Als Bürgermeister sei Reiner Gäbl über viele Jahre hinweg das Gesicht der Marktgemeinde gewesen. Ob bei Jubiläen, Vereinsfesten, kirchlichen Feierlichkeiten, Ehrungen und besonders bei den vier Heimatfesten habe er Eslarn stets engagiert vertreten.
Persönliche Worte und Ausblick
In persönlichen Worten ging Thomas Kleber auch auf die menschliche Seite des Bürgermeisteramtes ein. Viele Abendtermine, Sitzungen bis spät in die Nacht, Telefonate am Wochenende und kurzfristige Entscheidungen gehörten zum Alltag. „Bürgermeister sei man eben nicht nur während der Dienstzeit im Rathaus, sondern eigentlich immer“, so Kleber.
Mit dem Ende seiner Amtszeit beginne für Reiner Gäbl nun ein neuer Lebensabschnitt. Künftig bleibe mehr Zeit für Familie, Freunde und insbesondere für seine große Leidenschaft – die Landwirtschaft. Als Zeichen der Anerkennung erhielt Gäbl neben seinem bisherigen Diensthandy ein persönliches Geschenk der Marktgemeinde: ein eigens angefertigtes Hofschild mit der Aufschrift „Reiners Ranch – Reiner Gäbl, Bürgermeister des Marktes Eslarn von 2002 bis 2026“, versehen mit Bildern eines Hirschen, einer Kuh sowie dem Wappen des Marktes Eslarn.
Dankesworte und Rückblick des Altbürgermeisters
In seinen Dankesworten zeigte sich Reiner Gäbl sichtlich bewegt. Er habe nie damit gerechnet, einmal Bürgermeister zu werden, und sei damals „regelrecht ins kalte Wasser geschmissen worden“. In all den Jahren habe er stets versucht, demokratisch und mit einem lockeren Führungsstil mit Kolleginnen und Kollegen zusammenzuarbeiten. Auch wenn man nicht immer derselben Meinung gewesen sei, habe das Miteinander im Team hervorragend funktioniert.
Besonders dankte Gäbl dem Personal der Marktgemeinde sowie dem Marktrat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und den großen Erfahrungsschatz. Rückblickend könne er sagen, dass gemeinsam vieles nachhaltig für den Ort erreicht worden sei. Langweilig sei ihm seit dem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt jedenfalls noch nicht geworden, stellte er schmunzelnd fest.
Ehrungen für langjährige Markträte
Verabschiedet wurden außerdem vier langjährige Mitglieder des Marktrates. Brigitte Warta gehörte dem Gremium insgesamt 24 Jahre an. Gewürdigt wurden insbesondere ihre ruhige, sachliche und konstruktive Art sowie ihre jahrzehntelange Verlässlichkeit. Ebenfalls 24 Jahre Mitglied des Marktrates war Karl Roth, der sich stets bodenständig und bürgernah für die Anliegen der Bevölkerung eingesetzt habe. Siegfried Wild war insgesamt 18 Jahre im Marktrat tätig. Als aktiver Feuerwehrmann sei ihm besonders die Unterstützung der Feuerwehr immer ein wichtiges Anliegen gewesen.
Auch Albert Grießl, der sich entschuldigen ließ, wurde für zwölf Jahre engagierte Arbeit im Marktrat geehrt und die Geschenke nachgereicht. Er habe sich speziell für Tradition, Blasmusik und das Kommunbrauwesen eingesetzt und damit wichtige Beiträge zur Bewahrung der kulturellen Identität Eslarns geleistet. „Ihr habt alle Verantwortung übernommen, eure Erfahrungen und Meinungen im Marktrat eingebracht, zahlreiche Entwicklungen begleitet und Entscheidungen mitgetragen.“ Zum Dank erhielten alle ausgeschiedenen Marktratsmitglieder eine historische Flurkarte – ein Urkataster – von ihrem Eslarner Wirkungskreis und die Partnerinnen jeweils einen Blumenstrauß.
Der feierliche Abend klang bei einem gemeinsamen Essen aus der Böhmerwald-Küche der Familien Sterr/Roth in geselliger Atmosphäre aus. Viele nutzten die Gelegenheit, persönliche Erinnerungen auszutauschen und den Geehrten ihre Wertschätzung auszusprechen.
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