Echte Jugendbeteiligung ist ein Gewinn für die Kommune
Echte Jugendbeteiligung ist ein Gewinn für die Kommune
Diesmal lud der Kreisjugendring die Expertin Annika Adelmann ins Landratsamt ein. Sie ist seit 2015 im Jugendrat Neuendettelsau, im Jugendbeirat Starke Kinder- und Jugendparlamente des Deutschen Kinderhilfswerks, Referentin bei Akademie für Kinder- und Jugendparlamente und ist Mitglied im Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen (DVBJ). Zudem engagiert sie sich im Jugendpolitischen Beirat des Bundesfamilienministeriums, insbesondere für die Weiterentwicklung der Jugendstrategie.
Die Expertin berichtete, dass derzeit sehr viel Bewegung im Bereich der Jugendbeteiligung ist. Der Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen ist jetzt auch im Bayerischen Jugendring (BJR) vertreten. Derzeit werden Qualitätsstandards erarbeitet, die für die Mitgliedsorganisationen gelten sollen. Hierbei wird es eine Umfrage geben, die unter anderem die Themen Wahlverfahren, Budget, Betreuung, Selbstständigkeit und das Recht auf eine Satzung und Geschäftsordnung umfasst.
Jugendparlamente vernetzen sich
Am 20. und 21. Mai wird es im Jugendinstitut in Gauting ein kostenfreies Vernetzungstreffen für alle bayerischen Jugendparlamente geben. Organisiert wird es von der Akademie für Jugendparlamente und vom Dachverband der bayerischen Jugendvertretungen. Das Treffen soll den Austausch untereinander stärken und auch Inputs für die weitere Arbeit geben. Die Akademie für Jugendparlamente, die beim Bayerischen Jugendring (BJR) angesiedelt ist, bietet auch Seminare und Workshops für Jugendvertretungen an. Hierbei soll auf den jeweiligen Bedarf zielgerichtet eingegangen werden.
Für Annika Adelmann bedeutet echte Jugendbeteiligung, wenn der Jugendrat selbst entscheiden kann, welche Projekte angegangen werden und man ein eigenes Budget hat. In allen Themen, in denen Kinder und Jugendliche betroffen sind, sollte die Jugend auch eine Stimme haben. Im Gremium der Kommune müsse daher der Jugendrat auch Rederecht haben. Adelmann betont, dass echte Jugendbeteiligung auch Machtabgabe heißt. Sie bittet deshalb alle Kommunen, die Grundvoraussetzungen zu schaffen. Jugendbeteiligung sei schließlich ein Gewinn für die Kommune.
Junge Meinung ist gefragt
Die Sprecherin des Jugendrats Tirschenreuth Lena Mayerhöfer teilte mit, dass die Stadt Tirschenreuth bereits sehr gute Voraussetzungen für den Jugendrat geschaffen hat: „Wir werden respektiert und unsere Meinung ist gefragt“. Unterstützt wird der Jugendrat Tirschenreuth vom Jugendreferenten und vom Jugendbeauftragten.
Dabei hat sich der Jugendrat in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Mayerhöfer berichtet von den vielen Aktionen des Jugendrats, wie beispielsweise von der Osteraktion, der Partnerschaft mit dem Jugendrat Lauf oder der Vereinstour. Der Jugendrat ist im Beratungsgremium des Freibades und auch im integrierten Stadtentwicklungskonzept mit eingebunden, was als äußerst wichtig angesehen wird.
Aus den Umfragen, die der Jugendrat Tirschenreuth immer wieder durchführt, besteht der Wunsch nach einer Pumptrack und eines Jugendtreffs. „Dies bringen wir in den Stadtrat ein und beteiligen uns, wie wir dies in Tirschenreuth umsetzen können“, so die Sprecherin, „in diesem Jahr feiern wir mit einem Kreisjugendtag am 13. Mai unser zehnjähriges Jubiläum“. Auch will der Jugendrat sich am Kinder- und Jugendflohmarkt des Kreisjugendrings am 18. Juni beteiligen. Im Herbst wird es wieder eine Jungbürgerversammlung mit Neuwahlen geben. Zudem sei man Mitglied im Dachverband und habe bereits an überörtlichen Konferenzen teilgenommen.
Ein gut funktionierendes Gremium mit Vorbildcharakter
Für Jürgen Preisinger, Erster Vorsitzender des Kreisjugendrings, ist der Jugendrat Tirschenreuth ein sehr gut funktionierendes Gremium und ein Vorbild für viele andere Jugendparlamente. Wichtig sei, dass die Kommune auch eine echte Jugendbeteiligung will. Das koste einfach Zeit und auch etwas Geld, so Preisinger. Zusammen mit der Akademie für Kinder- und Jugendparlamente will man dazu im Herbst eine Veranstaltung durchführen.
Annika Adelmann bedankte sich beim Kreisjugendring für diese äußerst gewinnbringenden Netzwerktreffen für alle Beteiligten. Dies sei nicht selbstverständlich und habe Vorbildcharakter. Sie wurde auch vom BJR informiert, dass im Kreisjugendring Tirschenreuth die ersten und meisten Jugendräte Mitglieder sind. Schon früh engagierte sich der Kreisjugendring im Bereich der Jugendbeteiligung und der Partizipation. Der Landkreis Tirschenreuth hat derzeit immer noch die meisten Jugendräte und Jugendparlamente in einem Landkreis, so Preisinger.
Weiter teilte Preisinger mit, dass man sich vom Kreisjugendring eine mobile Skate-Anlage angeschafft habe, die heuer über die Gemeinden und Städte ausgeliehen werden kann. Preisinger bat die Sprecher der Jugendräte, die Kampagne des BJR „Irgendwo bist du immer richtig“ zu unterstützen und auf der Homepage ihre Angebote einzustellen.
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