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Freie Wähler stellen den Grafenwöhrern ihre Kandidaten vor

Grafenwöhr. Die Landtags- und Bezirkstagswahlen stehen vor der Tür. Die Freien Wähler stellten jetzt ihre Kandidaten in der Zoiglstube zum Adler vor.

Freie Wähler stellen den Grafenwöhrern ihre Kandidaten vor

FW-Ortsvorsitzender Thomas Schopf konnte mit Markus Schäffler, Bernhard Schmidt, Annette Dietl und Johannes Schmid (von rechts) die Bezirks- und Landtagskandidaten der Region begrüßen. Foto: Stefan Neidl

Darunter ist ein bekanntes Gesicht: Bernhard Schmidt ist 50 Jahre, Zweiter Bürgermeister von Erbendorf und Geschäftsführer der Neuen Energien West in Grafenwöhr. Er kandidiert auf Listenplatz 2 in der Oberpfalz für den Landtag. Dabei zählt er sein persönliches und die Hauptanliegen der Freien Wähler auf: Die Bürger seien durch die hohe Inflation hart getroffen, darum sollen 2000 Euro pro Monat steuerfrei sein. Die Rentenbesteuerung will er ganz abschaffen. Gleiches gilt für die Erbschaftssteuer, eine Abschaffung soll Eigentum schützen und mehr Wohneigentum schaffen.

Personalmangel bekämpfen

Das umstrittene Heizungsgesetz der Grünen will er stoppen, um Hausbesitzer und Mieter zu schützen. Schmidt will auf erneuerbare Energien und Wasserstoff setzen. Ein Anliegen ist ihm Wirtschaft, Handwerk, Mittelstand und Landwirtschaft zu stärken, Ausbildungen zum Meister und Weiterbildungen sollen kostenfrei sein. Ein Dorn im Auge ist ihm der Personalmangel bei Lehrern und Pflegekräften. Besonders bei der Polizei ist dies fatal, ansonsten kann die Kriminalität nicht bekämpft werden. Um dem entgegenzusteuern will er die Bezahlung verbessern.

Eine Verschärfung des Waffenrechts für Jäger und Schützen lehnt Schmidt ab. Dafür soll die demokratische Meinungsfreiheit, Tradition und Heimat erhalten bleiben. Gerade eine ideologische Bevormundung lehnt er ab.

Krankenkassen reduzieren

Johannes Schmid aus Schlammersdorf kandidiert für den Bezirkstag. Der 48-Jährige ist ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Schlammersdorf. Als gelernter Betriebswirt bei der AOK sieht er das Sozialsystem als sein Steckenpferd. Gerade die Bedrohung der ländlichen Krankenhäuser bereitet ihm Sorgen.

Überhaupt möchte er an einigen Stellschrauben drehen: Die Anzahl an Krankenkassen ist ihm mit über 100 zu hoch, der Schaden durch den Ärztemangel kann durch moderne Technik minimiert werden.

Johannes Schmid ist ehrenamtlicher Bürgermeister von Schlammersdorf. Foto: Stefan Neidl

Im Konflikt zwischen Landwirtschaft und Tierschutz in Bezug auf Wölfe und Fischotter will er eine Regulierung auf ein vernünftiges Maß.

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Fachkräftemangel selbst bei Piloten

Rettungspilot Markus Schäffler aus Wiesau ist direkt von möglichen Krankenhausschließungen betroffen. Schon heute muss der 60-Jährige auf Rettungsflügen improvisieren und freie Krankhäuser suchen. Darum befürchtet er eine Verschlimmerung der Situation durch mögliche Schließungen.

Selbst in seiner Branche merken sie einen Fachkräftemangel. Der 60-Jährige wurde einst von US-Militärpiloten ausgebildet, heute bilden sie selbst aus, schon mit wenig Erfahrung müssen die Azubis mit ran.

Markus Schäffler ist Rettungspilot und fürchtet die Konsequenzen der Krankhausreform. Foto: Stefan Neidl

Auch stört Schäffler die so genannte Erbthronfolge in vielen bayerischen Gemeinden, in der Gemeindeposten von Vätern an ihre Söhne weitergeben würden.

Mehr Präsenz von Frauen in der Politik

Annette Dietl ist Beamtin und Stadträtin in Windischeschenbach. Die 53-Jährige kandidiert für den Bezirkstag. Sie sieht ihre Schwerpunkte im sozialen und kulturellen Bereich. So will sich um den Erhalt und Unterstützung von Museen kümmern. Auch die Krankenhausreform will sie genau unter die Lupe nehmen. Dazu hat sie noch ein persönliches Anliegen: „Frauen sollen in der Politik präsenter werden.“

Annette Dietl ist Stadträtin in Windischeschenbach und kandidiert für den Bezirkstag. Foto: Stefan Neidl