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Marktgemeinderat Parkstein: rege Diskussion in Sachen Windkraft

Parkstein. Der Marktgemeinderat hat den Vorentwurf für die zehnte Änderung des Flächennutzungsplanes mit Umweltbericht und allen vorliegenden Anlagen beschlossen und gleichzeitig auch den Beschluss gefasst, die ersten Bürger- und Fachstellenanhörung nach Fertigstellung aller Planunterlagen durchzuführen.

Marktgemeinderat Parkstein: rege Diskussion in Sachen Windkraft

Ob die Windräder den Blick auf Parkstein beeinträchtigen würden, muss jeder für sich entscheiden. Foto: Walter Beyerlein

Diesem Beschluss im vollzählig in der Sitzung am Montag vertretenden Gremium widersprachen Josef Scheidler und Wolfgang Schraml (beide CSU). Vorausgegangen war ein Bericht von Landschaftsarchitekt Tobias Ehnes aus Marzling. Demnach müsse noch ein Schallschutzgutachten und eine Verschattungsstudie erstellt werden. Diese sind notwendig auf der Ebene der nachfolgenden Genehmigungsverfahren, um nachweisen zu können, dass geltende Grenzwerte eingehalten werden.

Unter Berücksichtigung der gewählten Siedlungsabstände sei hier nicht von Überraschungen auszugehen, erklärte Tobias Ehnes. Er macht auch deutlich, dass der Einspeisepunkt auf der Ebene des Flächennutzungsplanes nicht bekannt sein muss. Sinngemäß lautete auch die Antwort von BEG-Vorsitzenden Josef Langgärtner in der Sitzung auf Frage von Josef Scheidler.

Pläne werden sechs Wochen ausgelegt

Ehnes erklärte ergänzend, dass die 10-H-Regelung weiterhin anzuwenden ist. Insgesamt hat das Gebiet für die geplanten Windkraftanlagen einen räumlichen Umfang von 34 Hektar, was gegenüber der Gesamtfläche des Marktes Parkstein 1,2 Prozent ausmacht. Einigkeit besteht bei dem Planer und bei Bürgermeister Reinhard Sollfrank, die Auslegungszeit für die Pläne und Unterlagen auf sechs Wochen zu verlängern, „damit wir keine Probleme mit dem Verfassungsgericht bekommen“, wie Sollfrank anmerkte.

Josef Scheidler kündigte bereits vor seiner Stellungnahme zu den Windkraftanlagen sein „Nein“ bei der nachfolgenden Abstimmung an. Ihm missfiel, dass mehrere Bilder im Gutachten eines Sachverständigen von der Bürgerenergie Parkstein geliefert wurden. Beim Betrachten großer Fotos werde deutlich, dass hier eine „Landschaft mit Windrädern“ nicht eine Situation „Windräder mit Landschaft“ entstehe.

Er habe zum Gutachten von Prof. Dr. Schöbel-Rutschmann eine komplett andere Meinung, sehe in keinem Fall, dass die Windräder den Vulkanberg nicht übertönen, nicht zur Konkurrenz zur Basaltwand stehen, weil sie sich nicht unmittelbar in deren Wirkzone befänden. „Es sind Giganten, die die Landschaft deutlich verändern und mehr als klar in Konkurrenz zum Parkstein stehen.“

Kritik am Artenschutzachten

Ein klare negative Einschätzung kommt von Josef Scheidler auch zum Artenschutzgutachten der Firma ANUVA, das gerade mal in zwei Seiten den Artenschutz betrachtet. Unter Berücksichtigung der Kartierungstermine, reicht es somit aus, dass 20,5 Prozent der anwesenden Tage vom Kartierungszeitraum gerechnet, genügen, um in der heutigen Zeit eine Fauna zu beurteilen.

WITRON – Schnuppertage
WITRON – Schnuppertage

Ausführlich befasst sich der gelernte Forstwirt mit der für ihn unzureichenden Würdigung des Vogelbestandes, kritisch die Meinung zu den Aussagen im Gutachten zum Schutzgut Boden. Scheidler missfallen klar die dauerhaften Versiegelungen am Mastfuss, zusätzlich zu den Zuwegungen und Kranstellflächen. Rund ein Hektar der Gesamtfläche des Marktes werde nach seiner Rechnung komplett versiegelt.

Gravierend sei aber auch, dass für das Schutzgut Landschaftsbild und dessen Beeinträchtigung Ablösung nur in Form von Geld zu leisten ist, weil die Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes auf andere Art nicht kompensierbar seien. Klar spricht sich Josef Scheidler für weitere Untersuchungen aus, die Schall- und Schattenwurf klären müssen, das Risikomanagement beinhalten, die Flugsicherheit berücksichtigen und auch eine Aussage über Stauwasser treffen.

Einschnitte im Landschaftsbild

Unter Hinweis auf den Umweltbericht, macht Scheidler klar, dass das Landschaftsbild erheblich beeinträchtigt wird und viele Bürgerinnen und Bürger diese Dimensionen nicht abschätzen können. Nicht zur Freude anderer Gremiumsmitglieder verwies Scheidler auf eine Entscheidung des Marktgemeinderates im Oktober 2021, wo sich mehrere Gremiumsmitglieder gegen ein Bauvorhaben mit einer Höhe von 16 Metern im Gewerbegebiet Nord gestellt haben.

Die damalige Begründung lautete, dass dieses Vorhaben die Landschaft verschandeln könne und Licht- und Schallemissionen verursache. Dazu verwies Josef Scheidler auf die damalige Aussage von Silvia Korsche-Ströhl. Als Schwachwindgebiet wie Parkstein es sei, hätte sich Scheidler eine kommunale Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden mit besseren Windverhältnissen vorstellen können.

Bürger werden informiert

Bürgermeister Reinhard Sollfrank wertete die Aussage als „Rundumschlag“, plädiert aber auch dafür, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger ausführlich über die Windkraftanlagen und deren Auswirkungen informieren. Ob die Windräder zu sehen sein werden, liege in den Augen des Betrachters, sagte Sonja Reichold (Die Grünen).

Ein Vorreiter in Sachen Windkraft zu sein, dürfe nicht zum Nachteil werden. Und als langjährige Mitarbeitern eines Nervenarztes ist Sonja Reichold auch überzeugt, dass nicht die Anlagen selbst, sondern die Angst davor, die Menschen krank mache.