Politischer Aschermittwoch: stehende Ovationen für SPD-Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeister
Politischer Aschermittwoch: stehende Ovationen für SPD-Fraktionsvorsitzende und Oberbürgermeister
Fraktionschef Roland Richter setzte sich pointiert mit den Kandidaten von CSU, Bürgerliste und AfD auseinander. Oberbürgermeister Jens Meyer rief seine Erfolge in Erinnerung und machte deutlich, dass um jede Stimme gekämpft werde. Denn Weiden brauche gerade in fordernden Zeiten Stabilität und Kontinuität.
Richter attackiert Mitbewerber
„Mach’s noch einmal, Jens“, hebt Richter gleich zu Beginn seiner lauten und kämpferischen Rede an. Meyer habe sich schon bei der letzten Wahl 2020 gegen seinen Konkurrenten Dr. Benjamin Zeitler durchgesetzt, und dies werde bei der anstehenden Kommunalwahl am 8. März wieder gelingen. Richter verwies auf die große kommunalpolitische Erfahrung Meyers und dessen Fähigkeit, Entscheidungen herbeizuführen. Zeitler warf er vor, ständig nur von Stillstand zu reden, aber selbst wenig bewegt zu haben. „Wer immer von Stillstand in Weiden spricht, hat anscheinend selbst die Arbeit eingestellt“, so Richter. Zudem fordere Zeitler „mehr Geschwindigkeit“, blockiere dann aber in entscheidenden Momenten wichtige Projekte.
Dem Kandidaten der Bürgerliste bescheinigte Richter, ein „Kapitän ohne Mannschaft“ zu sein, der sich oft mit den Positionen seiner eigenen Fraktion schwer tue. Über den Kandidaten der AfD sagte Richter, dass dieser im Wahlkampf lediglich durch Schweigen und Kneifen aufgefallen sei. Wahrscheinlich habe sein Schweigen mehr Inhalt als sein Reden. Abschließend stellte Richter fest, dass Weiden für die Zukunft gewappnet sei. Trotz knapper Kassen sei klug und vorausschauend investiert worden: in Bildung, in Infrastruktur, in Sicherheit und in Unabhängigkeit.
Meyer kontert Kritik und nennt Erfolge
Dann tritt Jens Meyer ans Rednerpult. Den Genossinnen und Genossen sowie den Gästen gefällt es. Immer wieder brandet Beifall auf, insbesondere wenn der Oberbürgermeister die politischen Mitbewerber adressiert. Meyer kritisierte vor allem, dass sich die AfD im Hinterzimmer eines Gasthauses treffe, während die anderen Parteien gemeinsam eine Demokratieerklärung unterzeichnen. Meyer warf Zeitler und der CSU vor, Weiden schlecht zu reden, aber selbst keine echten Vorschläge zu machen. Immer nur auf den Oberbürgermeister zu zeigen, sei zu wenig.
Als Beispiel nannte Meyer den von ihm vorgelegten Haushalt 2026, mit dem sich die CSU nicht einmal habe auseinandersetzen wollen. Selbstbewusst zählte Meyer auf, was in den letzten Jahren in Weiden erreicht worden sei: Neubau der Obdachlosenunterkunft und des Tierheims, die Sicherung des Bundeswehrstandorts mit einer Investition von 95 Millionen Euro. Außerdem den Neubau des Wasserwerks und des Betriebshofs der Stadtwerke, die zahlreichen Schulsanierungen, den Skaterpark am Jugendzentrum oder die Erneuerung des Schätzlerbades.
Investitionen und Energie für Weidens Zukunft
Wichtig sei auch der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Wärmeplanung gewesen. Damit stärke die Stadt ihre Unabhängigkeit. Meyer sieht die Stadt gut aufgestellt. Weiden biete circa 29.000 Arbeitsplätze, die Einwohnerzahl sei seit Jahren stabil und mit dem Neubau der Realschulen habe man den Schulstandort und die betriebliche Ausbildung weiter gestärkt. Meyer betonte zum Schluss, dass er für ein „weltoffenes und soziales Weiden“ kämpfe. Dabei zitierte er den ehemaligen Oberbürgermeister Hans Schelter: „Nur im gemeinsamen Handeln liegt unsere Stärke.“
Stehende Ovationen und Aufruf zum Endspurt
Die Zuhörer dankten dem Oberbürgermeister und dem Fraktionschef mit stehenden Ovationen. Stadtverbandsvorsitzender Christopher Birner bedankte sich bei den beiden Rednern und den Gästen fürs Kommen. Er forderte die zahlreich anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten auf, im Endspurt noch einmal alles zu geben. Aus der Stadtratsliste sei eine echte Gemeinschaft geworden, und die SPD müsse auch keine Kandidatinnen und Kandidaten in Hinterzimmern verstecken.







