Stadtrat diskutiert Entwässerung auf Betriebsflächen in Grafenwöhr

Stadtrat diskutiert Entwässerung auf Betriebsflächen in Grafenwöhr
Fällt Starkregen auf versiegelte Flächen, fließt das Wasser extrem schnell ab. Zentraler Baustein zeitgemäßer Entwässerungskonzepte ist deshalb eine Versickerung oder eine gedrosselte Ableitung. Für den Grafenwöhrer Stadtrat ist es ein Dauerthema.
Niederschlagswasser ist so zu beseitigen, dass das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird. Im Sinne eines naturnahen Umgangs mit Regenwasser soll Niederschlagswasser möglichst ortsnah versickert oder direkt in ein Oberflächengewässer eingeleitet werden, heißt es im Wasserhaushaltsgesetz. Für die Grafenwöhrer Kommunalpolitiker ist dabei speziell der Umgang mit Niederschlagswasser auf gewerblich und industriell genutzten Lager- und Betriebsflächen ein Dauerthema, wie sich bei den jüngsten Anträgen auf wasserrechtliche Erlaubnisse hinsichtlich des Belastungspotenzials zeigte.
Ein Thema, mit dem sich das Gremium aus Anlass von zwei Anträgen zur Erteilung einer beschränkten wasserrechtlichen Erlaubnis für die Einleitung des gesammelten Niederschlagswassers zu befassen hatte. Laut Antragsunterlagen beabsichtigt die Firma „naturheld“ zur Erweiterung des Holzfaserdämmplattenwerks, auf einer Fläche von 3,7 Hektar das anfallende Niederschlagswasser auf dem Planungsareal in Sickermulden zu sammeln und auf dem Betriebsgelände im Grundwasser versickern zu lassen. Die Versickerungsfähigkeit sei bereits gutachterlich festgestellt worden, heißt es im Antrag an die Stadt. Garantiert sei auch ein unbelasteter Eintrag in das Grundwasser mit dem Einbau von Bodenfiltern. Für den Rat ist dies eine Grundvoraussetzung, das sogenannte gemeindliche Einvernehmen in Zusammenhang mit der Beteiligung weiterer Fachstellen und einer gutachterlichen Bewertung durch das Wasserwirtschaftsamt zu erteilen.
Übungsplatzentwässerungen in den Schaumbach
Keine Versickerung von Niederschlagswasser, sondern die Einleitung in den Schaumbach plant das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach für das „Projekt ORTC“ im Truppenübungsplatz. Die Baumaßnahme umfasst den Neubau eines Ausbildungsareals mit Truppenunterkünften. Für die zu entwässernden Verkehrsflächen sieht das Bauamt Stauraum-Kanäle, Rückhaltebecken, Reinigungsanlagen, eine Zwischenspeicherung des Regenwassers zur Brauchwassernutzung und zudem eine Einleitung des gereinigten Niederschlagswassers in den Schaumbach vor.
Für einige Ratsmitglieder eine bedenkliche Entwicklung. 2. Bürgermeister Thomas Weiß äußerte Zweifel an der weiteren Aufnahmekapazität des Schaumbachs. „Wenn das so weitergeht, erfüllt der Schaumbach bald die Voraussetzungen für ein Gewässer 2. Ordnung“, frotzelte Helmut Amschler (FWG). Hingegen verwies Bürgermeister Edgar Knobloch auf die Ergebnisse von Expertenprüfungen.
PFAS-Stoffe sorgen für Unruhe
Auch die Sorge über gewässerschädliche Einträge durch PFAS-Stoffe kam zur Sprache. „Bis heute warten wir auf die Untersuchungsergebnisse über die aktuellen Belastungen der öffentlichen Gewässer“, kritisierte CSU-Fraktionssprecher Gerald Morgenstern. Verbunden mit der Forderung, die Abflussbereiche regelmäßig auf PFAS zu untersuchen und die Vermeidung von Einträgen schädlicher Stoffe sicherzustellen, billigte der Rat einstimmig im Einklang mit den Bedingungen der Fachstellen auch die Gewässerzuführung in den Schaumbach.
Bayernwerk plant Leitungsverlegungen
Um wasserrechtliche Belange ging es bei einem weiteren Antrag. Das Bayernwerk plant die Kabelverlegung für zwei Mittelspannungsleitungen zur Stromversorgung zwischen dem Grafenwöhrer Umspannwerk und dem Truppenübungsplatz. Die Arbeiten erstrecken sich unter anderem in einem 60-Meter-Bereich der Creußen, des Mühlbaches und des Schaumbaches. Mit Blick auf künftige Renaturierungsmaßnahmen, naturschutzrechtliche Vorgaben und potenzielle Erweiterungsflächen für die Kläranlage plant der Energieversorger die Verlegung sowohl im geschlossenen Spülrohrverfahren als auch in offener Bauweise. Für das Tiefbauprojekt gab es im Gremium keine Einwände.

Vollsperrung an der Deyerling-Kreuzung wegen Ampelumbau
Grafenwöhr. Der barrierefreie Umbau der Ampeln an der Deyerling-Kreuzung führt vom 30. September bis voraussichtlich 14. November 2026 zur Vollsperrung auch für Fußgänger. Bürgermeister Edgar Knobloch warnt vor Behinderungen.
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