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Stadtrat Pressath gibt Startschuss für Schwarzleite

Pressath. Auf Bauwillige wartet möglicherweise ein „Christkindl“ der Stadt. Das wird allerdings vorerst noch kleiner als erwartet ausfallen: Von den gut 32.000 Quadratmetern, die das geplante Baugebiet Schwarzleite in seiner „Endstufe“ umfassen soll, will die Stadt zunächst als ersten Bauabschnitt 3.900 Quadratmeter im Nordwesten erschließen.

Stadtrat Pressath gibt Startschuss für Schwarzleite

Auf 3.900 Quadratmetern im Nordwesten der Flur Schwarzleite können vielleicht schon bald die ersten Baugrundstücke erworben werden. Foto: Bernhard Piegsa

Das wäre Raum genug für ein Mehrfamilienhaus mit acht bis zwölf Wohneinheiten sowie sechs Einfamilien- oder drei Doppelhäuser. Im günstigsten Fall könnte der Grundstücksverkauf zur Jahreswende 2023/24 beginnen. Ursprünglich habe man ein größeres Teilgebiet im Westen und Südwesten des künftigen Siedlungsareals als ersten Bauabschnitt im Blick gehabt, erinnerte Architekt Laurin Bühl vom Planungsbüro TB Markert in der Junisitzung des Stadtrats.

Nun wolle man aber die Beplanung des nordwestlichen Segments vorziehen, das leichter und zügiger zu erschließen sei. Ohnehin seien die Gemeinden inzwischen angehalten, bei der Ausweisung bodenversiegelnder Bebauungsflächen behutsam vorzugehen. Die durchschnittliche Größe der Einfamilienhausparzellen solle zwischen 404 und 467 Quadratmeter betragen, als Dachformen favorisiere man Sattel- oder Pultdächer bei einer Mauerhöhe von sechs und einer Firsthöhe von acht Metern für die Einfamilien- oder Doppelhäuser. Für das Mehrfamilienhaus seien elf Meter Wand- und 13 Meter Firsthöhe vorgesehen.

Kein Wendehammer geplant

Als Erschließungsstraße diene eine sechs Meter breite Verlängerung der Von-Zedtwitz-Straße ohne Wendehammer, führte Bühl weiter aus. Müllfahrzeuge könnten somit mangels Wendehammer allenfalls rückwärts einfahren, wie dies auch in anderen Straßen und anderen Gemeinden durchaus üblich sei, um Straßenflächen einzusparen. Diese einfache Lösung spare den Bau umfangreicher, aufwendiger und teurer Wendehammer und senke so auch die Baukosten für die Straßenlagen.

Als Bebauungsplanvorgabe ins Auge gefasst seien ferner Regenwasserzisternen und eine Baumanpflanzbindung: „Das könnte so aussehen, dass je angefangene 200 Quadratmeter Grundstücksfläche ein Baum zu pflanzen wäre.“ Am Nordrand des Gebietes bleibe das vorhandene Gehölz als Abgrenzung stehen, zumal die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung ergeben habe, dass dort geschützte Tier- und Pflanzenarten vorkämen.

Die Planungsfachleute Laurin Bühl und Matthias Fleischhauer betonten aber, dass dieser „Vorentwurf eines Bebauungsplans“ vorerst nur als „Gegenstand der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ zu verstehen sei. Die Stadt sei noch nicht an diese Vorgaben gebunden, für Änderungen und Konkretisierungen sei im weiteren Diskussions- und Verfahrensablauf Raum.

Der Stadtrat billigte diesen „Startschuss für das Bauleitplanverfahren“ einstimmig und beauftragte die Verwaltung, das Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahrens zu eröffnen. Ein weiterer Beschluss betraf das gemeindliche Einvernehmen für den beantragten Bau einer Betriebsleiterwohnung mit Doppelgarage auf Flurnummer Riggau 1108 (Frauenhölzl).

Zoigltermine
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Vergelts Gott für Orgelspende

Mit 20.000 Euro unterstützt die Stadt (rechts Bürgermeister Bernhard Stangl) die Sanierung der Orgel in der Georgskirche. Stadtpfarrer Edmund Prechtl dankte den Stadtverantwortlichen. Foto: Bernhard Piegsa

Mit einem herzlichen „Vergelts Gott“ dankte Stadtpfarrer Edmund Prechtl dem Stadtrat für dessen Entscheidung, die Modernisierung der Orgel in der Stadtpfarrkirche mit einer Spende von 20.000 Euro zu unterstützen. Dieser Betrag schließe „eine große Lücke in der Finanzierung“, die glücklicherweise auch dank der Einrichtung eines diözesanen Sonderfonds vor einigen Jahren spürbar erleichtert worden sei: „Früher hätte sich die Diözese mit höchstens 10.000 Euro beteiligt, jetzt können wir mit 45 Prozent der etwa 450.000 Euro betragenden Kosten rechnen.“ Etwa 30.000 Euro seien bisher aus Orgelpfeifen-Patenschaften zusammengekommen. Mit dem Abschluss der Sanierung sei gegen Ende Oktober zu rechnen.

Viele Vorschläge für Bürgerhaushalt

In bewährter Manier – per Vergabe von Punkten – wird der Stadtrat darüber befinden, welche der zwölf bei der Stadtverwaltung eingegangenen Vorschläge für Bürgerhaushalt-Projekte verwirklicht werden sollen. Angeregt wurden

  • die Montage von Verkehrsspiegeln bei den Einmündungen der Rewe-Zufahrt und der Kolpingstraße in die Weidener Straße,
  • ein Soccerplatz mit festem Boden,
  • ein Schwimmbad oder Schwimmbecken (Begründung: „die Schüler müssten dann zum Schwimmunterricht nicht nach Eschenbach fahren“),
  • Verkehrsspiegel bei der Einmündung des Kapellenwegs in die Von-Zedtwitz-Straße sowie oberhalb der Lettenkapelle,
  • „Tempo 30“ entlang des „KiesiBeach“-Nordufers zwischen Böttgerstraße und Weiherweg.
  • Verlegung der Bushaltestelle von der Bachstraße zur Schule oder zum Bahnhof.
  • die Aufstellung eines Sport- und Callanetic-Fitness- und Sportgeräts auf einem der Spielplätze,
  • die Pflanzung weißer Maulbeerbäume zur Erinnerung an die Seidenbautradition im 19. Jahrhundert,
  • die Anlegung einer Altstadtpromenade an der alten Stadtmauer in Verbindung mit einer Aufwertung der Bereiche Kobbsweg/Schmiedgasse,
  • die Umzäunung und die Aufstellung weiterer Spielgeräte für den Steinbühl-Spielplatz,
  • ein Fußgängerüberweg über die Bahnanlagen zwischen Steinbühlsiedlung und „KiesiBeach“.

Zur letztgenannten Anregung bemerkte Bürgermeister Bernhard Stangl, dass eine solche Maßnahme primär in die Kompetenz der Bahn fiele, die aber keine neuen niveaugleichen Überwege mehr anlege. Allenfalls könnte der Bau einer Fußgängerbrücke durch die Stadt mit Einverständnis der Bahn geprüft werden.

Tempo-30-Zonen klar markieren

Der Dießfurter Ortssprecher Andreas Eckert mahnte noch einen Vorschlag für Bremsschwellen und andere verkehrsberuhigende Maßnahmen in dieser Ortschaft an, der rechtzeitig an die Verwaltung abgesandt worden sei, aber in der Liste fehle, obwohl dem Einreicher sogar eine Lesebestätigung zugegangen sei. Auch diese Idee wird in die Wertung einbezogen.

Ferner informierte Bernhard Stangl über ein Gesuch aus den Reihen der Einwohner, ergänzend zur Beschilderung die Tempo-30-Zone in der Tulpenstraße wieder deutlich durch „30“-Markierungen auf der Fahrbahn zu kennzeichnen. Dritter Bürgermeister Wolfgang Graser (FWB) bat, auch in anderen Straßen die „30“-Fahrbahnmarkierungen zu erneuern.

Kiesibeach-Ufer wirksam absperren

Der Fahrzeugverkehr am Kiesibeach-Nordufer bewegt sowohl einen Einwohner, der die Ausweisung von Tempo 30 aus Mitteln des “Bürgerhaushalts” empfahl, als auch Vizebürgermeister Max Schwärzer, der eine wirksame Absperrung der Uferzone für Kraftfahrzeuge als Unfallvermeidungsmaßnahme befürwortete. Foto: Bernhard Piegsa

Auf Anfrage von Andreas Reindl (CSU) gab Bürgermeister Bernhard Stangl zur Kenntnis, dass die in einer früheren Ratssitzung befürwortete Videoüberwachung des Dietl-Parks bisher nicht ausgeführt werde, weil noch datenschutzrechtliche Fragen geklärt werden müssten. Andreas Eckert dankte für die intensivierten Geschwindigkeitskontrollen in seinem Heimatort, die angesichts des verstärkten Durchgangsverkehrs infolge der Sperrung der Bundesstraße 470 noch nötiger geworden seien, und für den Aufbau eines neuen Spielgeräts auf dem Troschelhammerer Spielplatz.

Bernhard Stangl merkte an, dass man in der jüngsten Städtebauförderungssitzung auch über den Ausbau des Dießfurter Spielplatzes beraten habe. Das Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft werde sich der Neuaufstellung von Grüngutcontainern in Dießfurt annehmen und mit Eckert, der auch Kommandant der Ortsfeuerwehr ist, wegen der Reparatur der Feuerwehr-Tragkraftspritze oder einer Neuanschaffung in Verbindung setzen.

Zum Schluss der Sitzung sprach sich der Zweite Bürgermeister Max Schwärzer (CSU) für die wirksame Absperrung der nördlichen Uferzone des „KiesiBeach“ aus, damit nicht wieder ein Auto über den Uferbereich ins Wasser gelenkt werden könne. Für eine von Susanne Reithmayer (CSU) angeregte Schwerlastverkehr-Sperrung der Innenstadt gibt es laut Bürgermeister Stangl keine Chance auf Realisierung.