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PFAS-Alarm erschüttert Grafenwöhr: Weber fordert flächendeckendes Monitoring

Grafenwöhr. Wegen erhöhter PFAS-Belastung verhängte die US-Garnison ein Angelverbot; betroffene Bäche münden in die Creußen. Grünen-Abgeordnete Laura Weber kritisiert veraltete Daten und verlangt ein flächendeckendes Monitoring.

Grafenwöhr. Wegen erhöhter PFAS-Belastung verhängte die US-Garnison ein Angelverbot; betroffene Bäche münden in die Creußen. Grünen-Abgeordnete Laura Weber kritisiert veraltete Daten und verlangt ein flächendeckendes Monitoring.
Symbolbild Gewässerprobe. Foto Christian Göbel - KI-unterstützt

PFAS-Alarm erschüttert Grafenwöhr: Weber fordert flächendeckendes Monitoring

Zum Angelverbot der US-Garnison Grafenwöhr wegen erhöhter PFAS-Belastung in Gewässern auf dem Truppenübungsplatz erklärt Laura Weber, Abgeordnete von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bayerischen Landtag: „Die Nachricht schlägt Wellen – und das zu Recht: Die US-Garnison Grafenwöhr hat für fünf Gewässer auf dem Übungsplatz ein Angelverbot verhängt, weil Fische dort mit PFAS-Stoffen belastet sind. Thumbach und Schaumbach fließen direkt in die Creußen. Die Menschen in der Region fragen sich zu Recht: Was ist mit den Gewässern vor meiner Haustür?“

Behörden liefern keine aktuellen Daten

Die Antwort der zuständigen Behörden ist beschämend: Die aktuellsten PFAS-Messdaten für Creußen und Heidenaab stammen von Ende 2024. Für den Röthenbach fehlen belastbare aktuelle Daten ganz. Das Landratsamt verweist auf fehlende Zuständigkeiten und Mittel. Das Wasserwirtschaftsamt verweist auf das Landesamt für Umwelt. Das Landesamt für Umwelt schweigt. Und die BIMA will die Analyseergebnisse nicht veröffentlichen, solange die US-Armee nicht zustimmt. Weber kommt zu dem Schluss: „Das ist ein Zustand, der nicht länger hinnehmbar ist.“

Fakten liegen seit Jahren auf dem Tisch

Was gerade in Grafenwöhr passiert, kommt nicht überraschend. Bereits der PFAS-Bericht an den Bayerischen Landtag vom September 2024 hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Creußen besonders stark belastet ist und dass Fischproben aus dem Fluss bereits damals Werte jenseits der zulässigen Höchstgehalte aufwiesen. Wer damals handeln wollte, hätte es tun können. Getan hat sich zu wenig.

Weber hat im November 2025 in einer schriftlichen Anfrage konkret nachgefragt, wie es um die PFAS-Belastung in bayerischen Gewässern steht und welche Maßnahmen die Staatsregierung plant. Die Antworten waren dünn: Verweise auf Berichte, Verweise auf laufende EU-Prozesse, Verweise auf Einzelfallprüfungen. Ein systematisches, flächendeckendes Monitoring? Fehlanzeige. Obwohl sich das Problem immer weiter verschärft.

Landtags-Grüne fordern seit 2019 Konsequenzen

Dabei ist die Forderung danach alles andere als neu. Schon 2019 haben die Grünen im Bayerischen Landtag auf die verheerenden PFAS-Altlasten an Bundeswehrstandorten – ausdrücklich auch in Grafenwöhr und Hohenfels – hingewiesen und Konsequenzen gefordert. Im Oktober 2025 wurde erneut ein Antrag für ein systematisches Monitoring von Böden, Gewässern und Trinkwasser eingebracht. Weber wörtlich: „Die Staatsregierung blockiert, verzögert, verweist.“

Für die Gewässer rund um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr sind laut Weber folgende Maßnahmen sofort erforderlich:

LUCE – DENK.summit
LUCE – DENK.summit
  • aktuelle, unabhängige Beprobungen von Creußen, Heidenaab und Röthenbach auf PFAS anstelle eines Verweises auf Messdaten von vor mehr als einem halben Jahr
  • klare Zuständigkeitsregelungen, damit nicht jede Behörde auf die andere zeigt
  • vollständige Veröffentlichung der BIMA-Analyseergebnisse („Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, zu wissen, was in ihrer Umgebung gemessen wurde“)
  • flächendeckendes Monitoring-Programm, das nicht anlassbezogen, sondern systematisch und regelmäßig Daten liefert

Weber sagt: „Daten von Ende 2024 sind angesichts des akuten Geschehens wertlos. Wenn aus dem Übungsplatz PFAS-belastete Bäche in die Creußen und die anderen Flüsse in der Umgebung fließen, müssen wir heute wissen, was dort los ist, nicht erst immer dann, wenn der nächste Bericht an den Landtag fällig ist. Die Bevölkerung rund um Grafenwöhr verdient Klarheit und keine Beruhigungspillen. Ich werde in dieser Sache nicht locker lassen.“

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