Tarifstreit in der Gebäudereinigung spitzt sich in Weiden zu

Tarifstreit in der Gebäudereinigung spitzt sich in Weiden zu
In Weiden fordert die IG BAU Oberpfalz höhere Löhne für die Gebäudereinigung. Rund 620 Beschäftigte arbeiten dort in der Branche. Die Gewerkschaft verlangt zwei Euro pro Stunde mehr, damit eine Gebäudereinigerin auf 17 Euro käme. Aktuell liegt der Einstiegslohn laut IG BAU bei 15 Euro.
Forderung nach Lohnplus und Kritik am Arbeitgeberangebot
Die Arbeitgeberseite legt nach Angaben der IG BAU bislang kein Angebot vor, das die Gewerkschaft akzeptiert. „Doch auf ein ordentliches Lohn-Plus warten Reinigungskräfte bislang vergeblich: Die Arbeitgeber schalten am Tariftisch auf stur“, sagt Wolfgang Brandmüller von der IG BAU Oberpfalz. Statt eines kräftigen Schritts nach vorn stehe derzeit nur eine kleine Erhöhung im Raum. „Doch die Arbeitgeber treten gewaltig auf die ‚Lohn-Bremse‘: Erst ab Mai nächsten Jahres soll es 1,8 Prozent – und damit lediglich 27 Cent pro Stunde – mehr geben. Das ist eine Farce. Denn das reicht nicht einmal, um die Inflation aufzufangen“, so Wolfgang Brandmüller.
Warnung vor Personalabwanderung
Die IG BAU verweist auf mögliche Folgen für Unternehmen in der Region, falls sich im Tarifstreit nichts bewegt. „Weigern sich die Unternehmen weiterhin hartnäckig, ein ordentliches Angebot auf den Tisch zu legen, dann werden viele Reinigungskräfte den Stecker vom Staubsauger ziehen: Sie hängen ihren Job an den Nagel und suchen sich etwas anderes“, warnt Wolfgang Brandmüller. Das würde die Betriebe „in erhebliche Schwierigkeiten bringen“. In Weiden arbeiten die Teams in insgesamt zwölf Gebäudereinigungsunternehmen.
Regionale Lage in Neustadt/WN und Tirschenreuth
Im Kreis Neustadt/WN zählt die Branche sieben Unternehmen. Im Kreis Tirschenreuth arbeiten Beschäftigte in fünf Betrieben der Gebäudereinigung. Auch für diese Landkreise kritisiert die IG BAU die geringe Lohnperspektive und verweist auf die angespannte Personallage.
Mindestlohn als Unterkante und Arbeitsbelastung
Mit Blick auf den gesetzlichen Mindestlohn unterstreicht die IG BAU ihre Forderung. „Ab Januar steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 14,60 Euro pro Stunde. Eine Gebäudereinigerin verdient aktuell aber nur knapp darüber – nämlich 15 Euro. Warum soll sie für 40 Cent mehr ihren Wecker auf 3 Uhr morgens stellen, in aller Herrgottsfrühe aufstehen und sich dann auch noch krummmachen? Einen Job zum gesetzlichen Mindestlohn findet sie allemal auch woanders“, so Wolfgang Brandmüller. Zudem bewertet er die Tätigkeit als „körperlich hart: ein Knochenjob“.
Nächste Verhandlungsrunde am 3. November
Am Dienstag, 3. November, treffen sich die IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks zur nächsten und nach Einschätzung der Gewerkschaft entscheidenden Verhandlungsrunde. Beide Seiten kommen dann zum dritten Mal zu Tarifgesprächen zusammen.
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