Waldnaabaue: Austausch über weitere Vorgehensweise
Waldnaabaue: Austausch über weitere Vorgehensweise
Vor kurzem fand am Landratsamt Tirschenreuth eine Besprechung zum weiteren Vorgehen in der Waldnaabaue statt.
Fischotter, Vogelschutz und Kormoranmanagement
An dem Gespräch nahm Regierungsvizepräsident Florian Luderschmid mit Vertretern des Bereichs Landwirtschaft und der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung der Oberpfalz teil. Außerdem waren Vertreter der verschiedenen Nutzergruppen aus Land-, Forst- und Teichwirtschaft, sowie der Jagdausübungsberechtigten und der örtlichen Naturschutzverbände dabei.
Treffen dieser Art mit der Regierung der Oberpfalz finden bereits seit 2015 regelmäßig statt. Dieses Jahr tauschte man sich intensiv zum Fischotter, weiteren Planungen im Vogelschutz und FFH-Gebiet sowie dem Kormoranmanagement aus.
Schwierige Situation für Teichwirte
Ein großes Thema der diesjährigen Runde war das Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes, welches zu dem Ergebnis kam, dass die per Ausnahmegenehmigungen gestattete Entnahme von Fischottern in der Oberpfalz rechtswidrig war. Die Teichwirtschaft sieht sich durch die Aktivitäten des Fischotters in Gefahr.
Betriebe können zur Aufgabe gezwungen werden, wenn nicht Maßnahmen ergriffen werden, um die Teiche und vor allem den Fischbesatz wirksam zu schützen. Eine schwierige Situation für die Teichwirte, die man auch in Zukunft im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten und Zuständigkeiten weiterhin unterstützen werde.
Der ebenfalls anwesende Fischotterberater, Alexander Horn, erläuterte die aktuelle Situation. Zudem informierte er über den Stand von verschiedenen Projekten, die unter anderem die Auswirkungen von Fischotterzäunen auf andere Arten darlegen und genauere Zahlen zur Fischotterpopulation ermitteln sollen.
Gemeinsam an Lösungen arbeiten
Auch die örtlichen Naturschutzverbände zeigten Verständnis für die Probleme der Teichwirtschaft. Übereinstimmend wurde zugesagt, dass besonders im Hinblick auf das weitere Vorgehen beim Fischotter versucht wird, eine Lösung mitzuerarbeiten. Wie man die weitere Entwicklung der Waldnaabaue voranbringen kann, war ebenfalls ein Thema der Runde.
Zunächst stellte Thomas Kurzeck das FFH- und Vogelschutzgebiet „Waldnaabaue“ mit all seiner Einzigartigkeit kurz vor. Er unterstrich auch nochmal, was bisher bereits erreicht wurde.
Mehr Verantwortung übernehmen
Die Regierung der Oberpfalz wird auch nach Abschluss der fertig erstellten ManagementPläne, für die sie sich zuständig zeichnete, dem Landkreis beratend zur Seite stehen.
Landrat Roland Grillmeier sieht hier bei der Umsetzung ebenfalls den Landkreis in der Verantwortung. „Nachdem die Regierung 2021 das Managementkonzept Waldnaabaue als eines der bedeutendsten Natur- und Landschaftsräume abgeschlossen hat, wollen wir mehr Verantwortung für die Bewirtschaftung übernehmen. In der Waldnaabaue trifft Natur auf aktive Forst-, Land- und Teichwirtschaft.
Es geht darum, sowohl Natur- und Artenschutz zu gewährleisten als auch bewirtschaftete Bereiche sowie die Naherholung in Einklang zu bringen. Hier sehe ich als Landrat mehr Bedarf auf Koordinierung als bisher, deswegen bemüht man sich hier um eine personelle Verstärkung.“
Gespräche weiter fortführen
Außerdem beschäftigte man sich mit dem Kormoranmanagement. Die Bejagung im Vogelschutzgebiet erfolgt nach einem Zonenkonzept. In bestimmten Bereichen, in denen Störungen aus naturschutzfachlicher Sicht zu vermeiden sind, sind Zugriffsmaßnahmen nach diesem Konzept nicht möglich. Nachdem beobachtet wurde, dass sich die Kormorane in genau diese Bereiche zurückziehen, wurde angeregt, zu überprüfen, inwieweit eine Anpassung des Konzepts möglich ist.
Zum Abschluss des Gespräches bedankte sich Landrat Grillmeier bei Regierungsvizepräsident Luderschmid für sein Kommen und äußerte den Wunsch, dass die Gespräche in dieser Form fortgeführt werden.




