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Wehrfähig statt kriegstüchtig beim Soldatenbund in Burkhardsreuth

Burkhardsreuth. Bei der Kreisversammlung des Bayerischen Soldatenbunds, Kreisgruppe Eschenbach, mahnten Redner gegen Geschichtsvergessenheit und bekannten sich zu Frieden und wehrfähiger Verteidigungsbereitschaft.

Burkhardsreuth. Bei der Kreisversammlung des Bayerischen Soldatenbunds, Kreisgruppe Eschenbach, mahnten Redner gegen Geschichtsvergessenheit und bekannten sich zu Frieden und wehrfähiger Verteidigungsbereitschaft.
Aus der Geschichte lernen, das heißt für Soldatenbunds-Kreisvorsitzenden Peter Lehr: für Frieden und Demokratie eintreten. Dies bekräftigte er am Burkhardsreuther Gefallenenmahnmal beim Gedenkakt zur Kreisversammlung. Foto: Bernhard Piegsa

Wehrfähig statt kriegstüchtig beim Soldatenbund in Burkhardsreuth

Erinnerung – was heißt das? Für Peter Lehr steht fest: Erinnerung darf sich nicht auf oberflächlich-ritualisiertes „Zurückrufen“ vergangener Ereignisse beschränken, sondern kann nur „in einem kulturellen Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Geschehen“ lehrende und identitätsstiftende Wirkung entfalten.

Gedenkfeier am Burkhardsreuther Mahnmal: Appell gegen Geschichtsvergessenheit

Bei der Gedenkfeier am Burkhardsreuther Gefallenenmahnmal, die den Auftakt der Hauptversammlung der Kreisgruppe Eschenbach des Bayerischen Soldatenbunds (BSB) setzte, warnte der Kreisvorsitzende vor „Geschichtsvergessenheit“. Eindringlich rief Lehr auf, sich der nationalen Geschichte zu stellen, die weit über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus zu „Trauer über die Opfer von Krieg und Gewalt“, zu „Toleranz, Völkerverständigung, Vorurteilslosigkeit und Frieden“ und zum Respekt vor der Unantastbarkeit der Menschenwürde mahne: einem Respekt, der die „Kriegsgräberfürsorgepflicht des Volkes und seiner Repräsentanten“ einschließe.

Bei der Kreisversammlung des Bayerischen Soldatenbunds (BSB) wurden Max Wagner und Josef Horvath (Fünfter und Achter von links) zu Ehrenmitgliedern ernannt. Im August empfing Josef Rupprecht (Zweiter von rechts) diese Ehre. Weitere Geehrte waren Markus Reiß (links) und Josef Lehner (rechts). Zweite, Dritter, Vierter und Sechster von links: Bürgermeisterin Carmen Pepiuk, BSB-Vizebezirksvorsitzender Thomas Semba, Ortsvorsitzender des Speinsharter Soldatenvereins Helmut Schmidt, Kreisvorsitzender Peter Lehr. Dritter und Fünfter von rechts: Kreisschießwart Herbert Betzl, Kreisschriftführer Berthold Götz. Foto: Bernhard Piegsa

Soldatenbund als Friedensinitiative in Bayern

Für Kreisreservistenbetreuer Josef Horvath sind die Erfahrungen und Opfer aus Vergangenheit und Gegenwart vor allem ein Appell an den Soldatenbund und die lokalen Soldaten- und Reservistenvereine, sich bewusst als „größte Friedensinitiative Bayerns“ zu begreifen, in der keineswegs nur aktive und frühere Wehrdienstleistende einen Platz finden könnten. Die häufig zu hörenden Rufe nach „Kriegstüchtigkeit“ setzten ein fragwürdiges Signal, bekräftigte er bei der Hauptversammlung im Gasthof „Zur Wirti“: „Wir brauchen nicht kriegstüchtig zu werden, denn wir wollen keinen Krieg. Was wir bleiben wollen und müssen, ist wehrtüchtig, wehrfähig – diese Wehrfähigkeit ist unser einziges Ziel, für das die Bundeswehr gegründet wurde.“

Den zunehmend „härteren, schrilleren und rücksichtsloseren“ Ton in politischen und gesellschaftlichen Debatten beklagte BSB-Vize-Bezirksvorsitzender Thomas Semba: „Das Klima ist geradezu verdorben. Es macht sich eine Haltung breit: Bist du nicht für mich und meine Argumente, dann bist du mein Gegner, und ich mache dich fertig.“ Gerade den Reservisten, die als Soldaten in besonderer Weise auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung verpflichtet worden seien, obliege es, sich eine solche Einstellung nicht zu eigen zu machen. In diesem Sinne wünsche er sich auch für die Gesellschaft „Respekt vor den Menschen, Klarheit in der Sache und Maß im Ton“. Ähnlich äußerte sich die Trabitzer Bürgermeisterin Carmen Pepiuk.

Jahresrückblick der Kreisgruppe Eschenbach

In seinem Jahresrückblick informierte Peter Lehr, dass den neun Soldatenkameradschaften des Eschenbacher BSB-Kreisverbands derzeit 596 Mitglieder angehörten. Mitgliederstärkster Verein sei die Vorbacher Kameradschaft, der Burkhardsreuther Ortsverein folge unmittelbar als zweitgrößte Gemeinschaft. Im August sei Schatzmeister Josef Rupprecht anlässlich seines 80. Geburtstags zum Ehrenmitglied des Kreisverbands ernannt worden. Für kommendes Jahr erwäge man, wieder eine Truppenübungsplatzrundfahrt anzubieten.

Für Verdienste geehrt

Bei der Hauptversammlung des Soldatenbund-Kreisverbands Eschenbach im Burkhardsreuther Gasthof „Zur Wirti“ wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt: Maximilian Wagner (Vorsitzender der Kameradschaft Speinshart 1995–2020, Kreisverbandsvize 1997–2021) und Josef Horvath (Kreisreservistenbetreuer seit 1991, Vorsitzender der Kameradschaft Mosenberg-Ranna 1988–2022), der auch die Treuenadel in Gold des Bayerischen Soldatenbunds (BSB) für 50 Jahre Mitgliedschaft erhielt. Auszeichnungen des BSB empfingen außerdem Josef Lehner (Vorsitzender der Kameradschaft Gunzendorf seit 2000: Verdienstkreuz II. Klasse) und Markus Reiß (Vorsitzender der Kameradschaft Burkhardsreuth seit 2017: Ehrenkreuz in Bronze).

SSV Jahn
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