Weidener Stadtstrand: Dieser Coup soll Weiden aus dem Sommerschlaf holen
Weidener Stadtstrand: Dieser Coup soll Weiden aus dem Sommerschlaf holen
Sand unter den Füßen, Liegestühle, Loungemusik und Sommerstimmung mitten in Weiden: Der Weidener Stadtstrand soll vom 27. August bis 6. September erstmals Realität werden. Hinter dem Projekt stehen junge Kommunalpolitiker, die zeigen wollen, dass aus Wahlkampfideen konkrete Angebote für die Stadt entstehen können.
JU-Vorsitzender Philipp Roider (29), und sein Stellvertreter Lukas Frey (26), treiben die Idee voran. Gemeinsam mit Saskia Kosmus (25) bilden sie eine eigene Fraktion im Weidener Stadtrat. Das Trio will die Interessen jüngerer Menschen sichtbarer machen und neue Impulse setzen.
100 Quadratmeter Sand für echtes Urlaubsgefühl
Philipp Roider gibt im Gespräch mit OberpfalzECHO schon einmal Details bekannt: Der Standort liegt neben dem Realschulsportplatz zwischen Tartanbahn und Bocciabahn. Das gesamte Veranstaltungsareal umfasst rund 300 Quadratmeter. Davon sind etwa 100 Quadratmeter als Sandfläche vorgesehen. Knapp 20 Tonnen Sand sollen aufgeschüttet werden und mitten in der nördlichen Oberpfalz Strandatmosphäre schaffen.
Damit der Platz nach dem Test wieder sauber genutzt werden kann, wird der Untergrund mit Vlies abgedeckt. So lässt sich der Sand später rückstandslos entfernen. Ein erfahrener Weidener Gastronomiebetrieb soll das Projekt professionell betreiben und für einen verlässlichen Ablauf sorgen.
Nur zehn Tage, aber große Pläne
2026 bleibt der Weidener Stadtstrand bewusst klein. Die Testaktion dauert lediglich zehn Tage. Roider und Frey wollen in dieser Zeit Erfahrungen sammeln, Besucherreaktionen auswerten und organisatorische Schwächen erkennen. Schon 2027 könnte daraus ein deutlich größeres Sommerevent mit acht Wochen Laufzeit werden.
Die Initiatoren denken dabei über Weiden hinaus. Wenn der Test einschlägt, soll das Projekt überregionale Bedeutung bekommen und möglichst Besucher aus anderen Teilen der Oberpfalz und Bayerns anziehen. Auch ein anderer Standort ist denkbar. Besonders die Fußgängerzone gilt als reizvolle Alternative.
Weidener Stadtstrand soll junge Menschen begeistern
Philipp Roider verbindet mit dem Stadtstrand ein klares Ziel: Weiden soll für junge Menschen attraktiver werden. Die Stadt müsse Orte bieten, an denen Begegnung, Freizeit und unkomplizierte Gemeinschaft möglich seien. Deshalb soll der Strand ausdrücklich offen sein. Einen Dresscode gibt es nicht.
Der Anspruch lautet, einen Treffpunkt für Jung und Alt zu schaffen. Jugendliche und junge Erwachsene stehen besonders im Fokus, doch Familien, Senioren und Besucher aus der Region sind ebenfalls willkommen. Der Stadtstrand soll kein exklusiver Szeneplatz werden, sondern ein niedrigschwelliges Angebot für alle.
Antwort auf ein düsteres Bild von Weiden
Die Diskussion über fehlende Perspektiven für junge Weidener ist nicht neu. Der Dokumentarfilm „Stadt Null – Weiden ist tot“ von Hannah Schraml und Michael Kutscher zeigte Lebensrealitäten, Wünsche und Kritik junger Menschen. Das Projekt sorgte für Aufmerksamkeit und stellte unbequeme Fragen über die Zukunft der Stadt.
Roider, Frey und Kosmus wollen darauf mit konkreten Angeboten reagieren. Ihr Motto „Cool neu“ steht für den Versuch, Weiden nicht schlechtzureden, sondern sichtbar zu verändern. Der Stadtstrand wird damit auch zu einem politischen Signal: Junge Mandatsträger wollen Verantwortung übernehmen und eigene Ideen umsetzen.
Offene Türen im Rathaus, viele offene Fragen
Bei Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler stießen die Initiatoren nach eigenen Angaben auf offene Türen. Trotzdem verlangt selbst ein kleiner Stadtstrand intensive Vorbereitung. Feuerwehr, Stadtgärtnerei und Rathausverwaltung wurden eingebunden. Toiletten, Sicherheit, Reinigung und die spätere Entsorgung des Sandes müssen vor dem Start verlässlich geklärt sein.
Auch das Umweltamt spielt eine Rolle, weil mögliche Lärmbelästigungen berücksichtigt werden müssen. Ursprünglich war ein DJ mit heißen Rhythmen geplant. Für die kurze Testphase dürfte jedoch Loungemusik zum Einsatz kommen. Dieser Kompromiss soll Atmosphäre schaffen, ohne die Umgebung unnötig zu belasten.
Bürgerliste unterstützt das Projekt
Rückendeckung erhält die JU von der Weidener Bürgerliste. Besonders Jürgen Meyer unterstützt das Vorhaben. Beide Gruppierungen hatten im Kommunalwahlkampf ähnliche Ideen verfolgt. Roider und Frey loben die Zusammenarbeit ausdrücklich. Für sie zeigt das Projekt, dass kommunalpolitische Kooperation über Parteigrenzen hinweg konkrete Ergebnisse bringen kann.
Der politische Kontrast ist den jungen Initiatoren wichtig. Während auf Bundesebene nach Wahlen über gebrochene Versprechen gestritten wird, wollen sie vor Ort möglichst schnell liefern. Die Botschaft lautet: Eine Idee aus dem Wahlkampf soll nicht in einer Schublade verschwinden, sondern noch im selben Sommer sichtbar werden.
Mehr Leben für Innenstadt und Handel
Der Weidener Stadtstrand soll außerdem der Innenstadt neue Impulse geben. Besucher, die zum Einkaufen nach Weiden kommen, könnten ihren Aufenthalt am Strand verlängern. Umgekehrt sollen Strandgäste Geschäfte und Gastronomie entdecken. So verbinden die Initiatoren Freizeitangebot, Stadtmarketing und wirtschaftliche Belebung miteinander.
2027 könnte aus dem Test ein Sommermagnet werden
Wenn der Test einschlägt, planen die Initiatoren im kommenden Sommer acht Wochen Stadtstrand. Dann könnte aus 100 Quadratmetern Sand ein fester Treffpunkt entstehen, der Weiden moderner, lebendiger und für junge Menschen noch spürbar attraktiver macht.
Stadtstrand Weiden 2026 – das Wichtigste
Wann? 27. August bis 6. September 2026
Wo? Neben dem Realschulsportplatz in Weiden
Größe: Rund 300 Quadratmeter Gesamtfläche
Sandfläche: Rund 100 Quadratmeter
Sandmenge: Etwa 20 Tonnen
Ausblick: Der Stadtstrand 2026 ist ein Testlauf. Für 2027 ist bei erfolgreicher Premiere ein deutlich längerer Betrieb über mehrere Wochen geplant.





