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Falsches Schuhwerk am Steuer hat Folgen

Nordoberpfalz. Barfuß, mit Flip-Flops oder High Heels ans Steuer – erlaubt ist vieles, doch riskant bleibt es. ARAG-Experte Jan Kemperdiek erklärt, wann falsches Schuhwerk Bußgeld und Ärger mit der Versicherung bedeuten kann.

Nordoberpfalz. Barfuß, mit Flip-Flops oder High Heels ans Steuer – erlaubt ist vieles, doch riskant bleibt es. ARAG-Experte Jan Kemperdiek erklärt, wann falsches Schuhwerk Bußgeld und Ärger mit der Versicherung bedeuten kann.
Symbolbild: falsche Schuh im Auto. Foto: Christian Göbel - KI-unterstützt

Falsches Schuhwerk am Steuer hat Folgen

ARAG Experte Jan Kemperdiek klärt auf über das richtige Schuhwerk im Auto. Wer im Sommer spontan barfuß ins Auto steigt, mit Flip-Flops unterwegs ist oder sich mit High Heels hinters Lenkrad setzt, sollte wissen: Eine ausdrückliche Vorschrift zum Schuhwerk gibt es für Autofahrer in Deutschland zwar nicht. Dennoch kann ungeeignetes Schuhwerk schnell zum Sicherheitsrisiko werden und nach einem Unfall sogar rechtliche und versicherungstechnische Folgen haben. ARAG Experte Jan Kemperdiek erklärt, worauf Autofahrer achten sollten und welche Schuhe hinter dem Steuer sinnvoll sind.

Barfußfahren am Steuer: erlaubt, aber riskant

Ist Barfußfahren eigentlich verboten?

Jan Kemperdiek: „Viele Autofahrer gehen davon aus, dass Barfußfahren grundsätzlich untersagt ist. Tatsächlich existiert jedoch kein Gesetz, das Autofahrern feste Schuhe vorschreibt. Rein rechtlich dürfen Erwachsene also auch barfuß, mit Sandalen, hochhackigen Schuhen oder Flip-Flops Auto fahren. Anders sieht es natürlich bei Berufskraftfahrern aus. Für sie gelten Arbeitsschutz- und Unfallverhütungsvorschriften, die geeignetes Schuhwerk verlangen können. Aber der Einzelfall kann anders aussehen. Solange keine Dritten geschädigt oder gefährdet werden, kann es sogar erlaubt sein, dass auch ein Lastwagenfahrer in Sandalen am Lenkrad sitzt (Oberlandesgericht (OLG) Celle, Az.: 322 Ss 46/07).“

Flip-Flops, High Heels und Sandalen: Risiken am Steuer

Warum können Flip-Flops und Co. zum Risiko werden?

Jan Kemperdiek: „Auch wenn es erlaubt ist: Sicher ist das Barfußfahren oder das Fahren mit lockeren Schuhen nicht immer. Gerade Badelatschen, Sandalen ohne Fersenriemen oder Schuhe mit sehr hohen Absätzen können leicht verrutschen oder sich unter den Pedalen verklemmen. Dadurch verlängert sich im Ernstfall die Reaktionszeit mit möglicherweise schweren Folgen. Barfuß fehlt zudem häufig das nötige Gefühl für einen gleichmäßigen Druck auf Bremse oder Kupplung. Besonders bei längeren Fahrten oder plötzlichen Bremsmanövern kann das problematisch werden. Kommt es wegen ungeeigneten Schuhwerks zu einem Unfall, kann dies als Mitursache gewertet werden. Dann drohen unter Umständen rechtliche Konsequenzen.“

Bußgeld bei falschem Schuhwerk: wann es droht

Wann kann ein Bußgeld drohen?

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Jan Kemperdiek: „Allein wegen falscher Schuhe wird normalerweise kein Bußgeld verhängt. Entscheidend ist vielmehr, ob dadurch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt wurde. Wer beispielsweise einen Unfall verursacht oder das Fahrzeug nicht sicher beherrschen kann, weil er mit sommerlichem Schuhwerk vom Pedal abrutscht, muss mit einem Verwarnungs- oder Bußgeld rechnen. Rechtsgrundlage dafür ist die Straßenverkehrsordnung. Danach müssen Fahrer ihr Fahrzeug jederzeit sicher führen können. Ist das offensichtlich nicht gewährleistet, kann dies Folgen haben.“

Nach dem Unfall: Versicherungsfragen und Regress

Welche Folgen sind das?

Jan Kemperdiek: „Besonders relevant wird ungeeignetes Schuhwerk nach einem Unfall. Die Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert Schäden gegenüber Dritten zwar grundsätzlich zunächst unabhängig davon, welche Schuhe der Fahrer getragen hat. Allerdings kann der Versicherer bei grober Fahrlässigkeit unter Umständen Regressforderungen stellen. Auch bei der Vollkaskoversicherung kann falsches Schuhwerk problematisch werden. Kann die Versicherung nachweisen, dass der Unfall durch ungeeignete Schuhe mitverursacht wurde, darf sie ihre Leistungen gegebenenfalls kürzen (OLG Bamberg, Az.: 2 Ss OWi 577/06). Entscheidend ist dabei immer der konkrete Einzelfall. In einem anderen Fall haben Richter einem Motorradfahrer nach einem Unfall den vollen Schadensersatz zugesprochen, obwohl dieser beim Fahren nur Gartenclogs trug (OLG Brandenburg, Az.: 12 U 107/23).“

Empfehlungen für sicheres Fahren

Welches Schuhwerk ist denn beim Autofahren ratsam?

Jan Kemperdiek: „Aus Sicherheitsgründen empfehle ich festes, gut sitzendes Schuhwerk mit rutschfester Sohle. Geeignet sind beispielsweise leichte Sneaker oder flache, geschlossene Schuhe, die ausreichend Halt bieten und ein gutes Pedalgefühl ermöglichen. Wer im Sommer luftig unterwegs sein möchte, kann extra für die Fahrt einfach ein Paar leichte feste Schuhe im Auto bereithalten. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, sondern vermeidet auch Diskussionen mit Polizei oder Versicherung nach einem Unfall.“

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