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OTH Amberg-Weiden
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KNO-Zukunftskonzept hat Erhalt der medizinischen Versorgung in der Fläche zum Ziel

Weiden. Die Kliniken Nordoberpfalz wehren sich gegen Kritik an ihrem Zukunftskonzept. Ohne die Neuordnung drohe dem Krankenhaus Kemnath die Schließung. Ziel sei es, alle drei Akutkrankenhäuser in Kemnath, Tirschenreuth und Weiden zu erhalten und die medizinische Versorgung in der Fläche zu sichern.

Weiden. Die Kliniken Nordoberpfalz wehren sich gegen Kritik an ihrem Zukunftskonzept. Ohne die Neuordnung drohe dem Krankenhaus Kemnath die Schließung. Ziel sei es, alle drei Akutkrankenhäuser in Kemnath, Tirschenreuth und Weiden zu erhalten und die medizinische Versorgung in der Fläche zu sichern.
Foto: Kliniken Nordoberpfalz

KNO-Zukunftskonzept hat Erhalt der medizinischen Versorgung in der Fläche zum Ziel

In einem Gastbeitrag kritisiert Dr. Hans-Jürgen Jokiel das Zukunftskonzept der Kliniken Nordoberpfalz AG. Dazu nimmt die KNO AG Stellung:

Herr Dr. Jokiel fragt eingangs provokant: „Wie lange noch, KNO AG, willst du unsere Geduld missbrauchen?“ Was er damit meint, lässt er offen. Im Gegenteil: Er kritisiert Entscheidungen, die rechtzeitig die Weichen dafür stellen, dass die medizinische Versorgung der Nordoberpfälzer Bevölkerung in der Fläche erhalten bleibt.

Die Kliniken Nordoberpfalz AG hat dazu ein Zukunftskonzept vorgelegt. Sie behauptet nicht, damit die „ultimative Patentlösung“ zu haben, wie Herr Dr. Jokiel suggeriert, sondern einen Plan, der den Fortbestand aller drei Akutkrankenhäuser der KNO AG – Kemnath, Tirschenreuth und Weiden – bei den derzeitigen politischen, demografischen und wirtschaftlichen Grundlagen sichert.

Dazu sind folgende Fakten von großer Bedeutung:

  • Im Zuge der Krankenhausreform des Bundes ist am 1. Januar 2025 das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) in Kraft getreten. Es stellt in Verbindung mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) neue, deutlich strengere Anforderungen an Krankenhäuser. Das bedeutet für die KNO: Ohne Kurswechsel müsste das Krankenhaus Kemnath Ende 2027 schließen.
  • Die neue Gesetzgebung fordert die Bündelung von medizinischen Angeboten in Leistungsgruppen. Diese Leistungsgruppen sehen bestimmte Voraussetzungen bei Personalstärke, Ausstattung und Infrastruktur eines Hauses vor. Die Leistungsgruppen werden 2027 zugeteilt. Eine Vorprüfung des Medizinischen Dienstes hat im Sommer dieses Jahres ergeben, dass das Krankenhaus Kemnath in keiner seiner Leistungsgruppen (Innere Medizin, Allgemeinchirurgie, Implantation Hüfte, Implantation). Zudem erfordert der Status quo mehr Fachkräfte, vor allem Ärztinnen und Ärzte, die kaum zu akquirieren sind. Dies hat nichts mit der Leistung der Beschäftigten in Kemnath zu tun, die exzellent ist, sondern mit politischen Strukturanforderungen, die ein Haus der Grund- und Regelversorgung wie Kemnath in der derzeitigen Form nicht erfüllen kann.

Um die Schließung zu vermeiden, hat die KNO AG ein Zukunftskonzept entwickelt, das auf den Verbundgedanken „Alle für einen, einer für alle“ setzt und jeden Standort mit einbezieht. Jeder Akutstandort gibt etwas ab und bekommt dafür etwas anderes – ganz im Sinne des Spezialisierungsgedankens, den die Krankenhausreform zum Erhalt von Strukturen fordert.

Es ist das Gegenteil von Herrn Dr. Jokiels Behauptung von einem „exzentrisch gelegenen Schwerpunktversorger und in den Flächenlandkreisen zwei eindimensionalen Fachkrankenhäusern mit sehr eingeschränkter Grund- und Notfallversorgung“, worin er eine „weitere Verschlechterung der Versorgungsstruktur“ erkennt.

Witron – Koch und Servicekraft gesucht
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Dieses Konzept ist weder „im stillen Kämmerlein ausgeheckt worden“ noch wurden die „Betroffenen im Nachhinein oder häppchenweise informiert“, wie Dr. Jokiel schreibt.

Bei einer Tagung des Aufsichtsrats wurden im Sommer 17 mögliche Standortoptionen für die KNO-Häuser betrachtet, einschließlich des Erhalts des Status quo. Es wurden also sehr wohl mehrere Alternativen pro Standort geprüft. Der Aufsichtsrat hat sich am 24. September 2026 für das vorliegende Konzept entschieden. Am zweiten Werktag danach wurden die KNO-Beschäftigten in Versammlungen an jedem Standort darüber informiert, einen weiteren Tag später die Medien bei einer Pressekonferenz.

Das Zukunftskonzept ist auch kein alleiniges Werk der Führungsebene der KNO. Es wurde ohne jeglichen externen Berater erstellt und ist abgestimmt mit den betroffenen Chefärzten, dem Betriebsrat, den pflegerischen Leitungskräften, dem Bayerischen Gesundheitsministerium, Vertretern der Krankenkassen, der Regierung der Oberpfalz, dem Institut für Notfallmedizin in München und der Integrierten Leitstelle. Sind dies die „medizinischen Nichtschwimmer“, die Herr Dr. Jokiel zitiert?

Ebenfalls geprüft wurde der Erhalt der Zertifizierung, wenn die Orthopädie einschließlich der Endoprothetik von Kemnath nach Tirschenreuth umzieht. Herr Dr. Jokiel hat Recht, wenn er sagt, dass dieses Endoprothetikzentrum überregional einen exzellenten Ruf genießt. Diesen gilt es künftig in Tirschenreuth mit dem neuen Orthopädie-Campus der KNO zu erhalten und weiter auszubauen. Dies ist Ziel der KNO.

Standort Kemnath ist überwiegend internistisch geprägt

Was Herr Dr. Jokiel nicht erwähnt hat: Bei aller Außenwahrnehmung des Endoprothetikzentrums sind rund zwei Drittel aller Fälle in Kemnath (2025: 4.435) internistische Patienten und nur rund ein Drittel chirurgische/orthopädische Patienten. In der Inneren Medizin werden bis zu 95 Prozent der Notfälle stationär aufgenommen, während sie in der Chirurgie zu 80 Prozent ambulant versorgt werden. Die Versorgung dieser ambulanten chirurgischen Notfälle wird auch weiterhin am Standort Kemnath sichergestellt sein. Auch ambulante Operationen werden weiterhin in Kemnath angeboten – durch Fachärzte der KNO sowie von niedergelassenen Partnern.

Für das Krankenhaus Kemnath soll beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) der Status eines internistisch-geriatrischen Fachkrankenhauses beantragt werden. Ein Fachkrankenhaus ist ein Krankenhaus, das sich auf die Behandlung eines bestimmten Krankheitsbildes spezialisiert hat, zum Beispiel Innere/Geriatrie, und sich entweder auf den internistischen oder den operativen stationären Bereich konzentriert. Innere Medizin und Chirurgie zusammen sind für ein Fachkrankenhaus nicht möglich. Mit dem genannten Großteil der Patienten in der Inneren Medizin ist dies der ideale Schwerpunkt für das Haus in Kemnath und stellt dem Haus die nötige Gewährung der entsprechenden Leistungsgruppen in Aussicht.

Dies bedeutet zugleich, dass die Bereiche Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie Endoprothetik aus Kemnath innerhalb des Verbunds verlagert werden. Es verbleibt die Innere Medizin mit circa 2.800 Patienten jährlich. Freiwerdende Betten sollen durch die Verlagerung der Akutgeriatrie von Tirschenreuth nach Kemnath (44 Betten) genutzt werden. Die Geriatrie in Kemnath wird mit Fokus auf internistische Altersmedizin ausgebaut. Dazu muss in bauliche Maßnahmen investiert werden, aber mit geringerem Aufwand als in Tirschenreuth. Ein weiteres Plus: Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte mit KV-Zulassung könnten die ambulanten OP-Strukturen in Kemnath weiterhin nutzen. Es wird also auch in Zukunft in Kemnath operiert.

Weil Innere Medizin und Altersmedizin auf die gleichen Kompetenzen setzen, stehen den Patientinnen und Patienten künftig acht Fachärztinnen und Fachärzte für Innere Medizin an einem Standort zur Verfügung – bisher waren es je vier in Kemnath und Tirschenreuth.

Die Neuausrichtung bedeutet, dass die Allgemein- und Viszeralchirurgie nach Weiden, an das dortige Zentrum für Viszeralchirurgie, zieht und der Gelenkersatz (Endoprothetik) nach Tirschenreuth, wo zukünftig das orthopädische Zentrum der KNO etabliert werden soll.

Abgestimmtes Notfallkonzept

Herr Dr. Jokiel spricht von einer „sehr eingeschränkten Grund- und Notfallversorgung“. Doch schon heute sind fast 80 Prozent der stationären Notfälle in Kemnath Fälle der Inneren Medizin. Täglich sind dies circa sechs bis sieben internistische Notfälle, die in Kemnath stationär aufgenommen werden. Sie werden unverändert notfallmedizinisch rund um die Uhr ambulant sowie stationär versorgt.

Die Neuausrichtung bedeutet zwar den Wegfall der stationären chirurgisch-orthopädischen Versorgung in Kemnath. Ambulante chirurgische oder orthopädische Notfälle (80 Prozent aller chirurgischen Notfälle sind ambulant) können jedoch weiterhin jederzeit das Krankenhaus aufsuchen und werden dort ärztlich behandelt, einschließlich Röntgen, und wochentags bei Bedarf zusätzlich durch das bestehende chirurgische MVZ tagsüber. Dazu gehört auch das komplette Spektrum ambulanter chirurgischer Operationen, die weiterhin vor Ort angeboten werden.

Schwerere chirurgische Notfälle aus dem Raum Kemnath werden bereits heute größtenteils in umliegende Häuser, vor allem Weiden, Bayreuth und Marktredwitz, gebracht. Nur etwa 19 Prozent der per Rettungswagen eingelieferten Notfallpatienten aus dem Einzugsgebiet Kemnaths fahren bisher Kemnath an. Dies liegt an dem bereits mehr auf Notfallmedizin ausgerichteten Spektrum insbesondere der größeren Krankenhäuser, unter anderem Herzinfarkt, Schlaganfall und Polytraumata.

Aktuell kommt täglich maximal ein stationärer chirurgischer Patient mit dem Rettungswagen nach Kemnath. Dieser wird auch zukünftig durch die umliegenden Krankenhäuser sicher versorgt, sodass weiterhin alle chirurgischen Patienten binnen 30 Minuten ein entsprechendes Krankenhaus erreichen. Dieses Vorgehen hat die KNO sowohl mit der Integrierten Leitstelle, dem Institut für Notfallmedizin in München als auch den umliegenden Kliniken der Region abgestimmt.

Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass die bestehenden ambulanten Strukturen in Kemnath und Tirschenreuth, unter anderem MVZ sowie Notarzt- und Rettungswagenstandort, weiterhin erhalten bleiben.

Moderne OPs werden besser ausgelastet

Für das Krankenhaus Tirschenreuth soll beim Bayerischen Gesundheitsministerium die Umwandlung in ein orthopädisches Fachkrankenhaus beantragt werden. Dazu werden dort die Endoprothetik und Orthopädie samt aller Expertise aus Weiden und Kemnath unter einem Dach zum Wohle der Patienten gebündelt. Durch die geringere Zahl an Notfällen lassen sich Operationen verlässlicher planen und somit OP-Termine besser einhalten.

Die im Vergleich zu Kemnath moderneren und größeren OP-Säle in Tirschenreuth wurden 2020 in der Gesamtinvestition von 30 Millionen Euro komplett modernisiert. Sie bieten somit die beste Infrastruktur für das zukünftige Orthopädiezentrum. Stationäre Patientinnen und Patienten werden von erfahrenen und hochqualifizierten Orthopäden und Unfallchirurgen operiert. Anästhesisten mit intensivmedizinischer Erfahrung, die ad hoc eine Versorgung im Notfall vornehmen können, unterstützen sie dabei.

Patienten, sei es intraoperativ oder auf Station, sind daher in Notfallsituationen, die zum Glück in einem orthopädischen Fachkrankenhaus und somit bei elektiven Eingriffen extrem selten vorkommen, weiterhin sehr gut versorgt. In gravierenden Fällen wäre, wie bisher bereits an Fachkrankenhäusern sowie Grundversorgern üblich, eine schnelle Verlegung an ein Haus der Schwerpunktversorgung, wie etwa Weiden, notwendig.

Größeres akutgeriatrisches Angebot

Die Akutgeriatrie zieht von Tirschenreuth nach Kemnath. Durch die weniger grenznahe Lage von Kemnath vergrößert sich das geriatrische Einzugsgebiet. Legt man den gleichen 30-Kilometer-Radius bei Tirschenreuth zugrunde, liegen hingegen fast 40 Prozent des Einzugsbereichs in der Tschechischen Republik. Dort besteht kein Versorgungsauftrag, zudem kommt aus dieser Richtung kein Patienten- und Mitarbeiterzufluss. Dazu kommt, dass ein Großteil der geriatrischen Patienten in Tirschenreuth aus Weiden stammt. Für sie entsteht am Klinikum Weiden eine eigene Akutgeriatrie. Insbesondere soll die neue Akutgeriatrie in Weiden schwerkranken Patienten, zum Beispiel Dialysepatienten, zukünftig geriatrische Akutmedizin vor Ort ohne anstrengende oder risikoreiche Verlegung in ein anderes Haus ermöglichen.

Personal eng eingebunden

Herr Dr. Jokiel spricht von einer „Ohrfeige für Operateure und Fachpersonal“. Dr. Gerhard Jilge (Chefarzt für Innere Medizin in Kemnath) und Dr. Josef Pova (Chefarzt der Akutgeriatrie in Tirschenreuth) haben die Zusammenlegung ihrer Abteilungen am Standort Kemnath in eigenen Medizinkonzepten erarbeitet und befürworten sie sehr. Ebenso begrüßen die involvierten Ärzte die Zentralisierung der Orthopädie in Tirschenreuth. Prof. Dr. Christian von Rüden (Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Handchirurgie) sowie die Leitenden Ärzte aus Kemnath Dr. Cornelius Schörle und Dr. Jörg Vogt sehen darin neben medizinischen und qualitativen Vorteilen für die Patienten und Mitarbeitenden auch Pluspunkte für die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von den Strukturveränderungen betroffen sind, sollen Beschäftigungsangebote an anderen Standorten innerhalb des Klinikverbundes erhalten oder können unter Umständen am gewohnten Standort ihren Aufgabenschwerpunkt verändern. In Abstimmung mit dem Betriebsrat haben die persönlichen Gespräche über den zukünftigen Einsatzort der Beschäftigten bereits begonnen.

Miteinander statt übereinander reden

KNO-Vorstand Ralph Junghans hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit zahlreichen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aus der Region ausgetauscht und breite Zustimmung zum Zukunftskonzept erfahren. Er will diesen Dialog weiter pflegen und bietet dazu persönliche Gespräche an. Dies gilt selbstverständlich auch für Herrn Dr. Jokiel, betont er: „Es ist immer besser, miteinander statt übereinander zu reden.“

Über die Kliniken Nordoberpfalz

Die Kliniken Nordoberpfalz sind der leistungsfähige Gesundheitspartner in der nördlichen Oberpfalz. Unter dem Dach des Klinikverbunds bieten drei Akutkrankenhäuser, eine Rehabilitationseinrichtung, ein Aus-, Fort- und Weiterbildungszentrum sowie Medizinische Versorgungszentren mit mehreren Praxen koordinierte, fächerübergreifende Therapiekonzepte aus einer Hand. Mit rund 30 medizinischen Fachabteilungen – darunter zahlreiche hochspezialisierte, nach höchsten Richtlinien zertifizierte Fachzentren – versorgen die vier Häuser pro Jahr rund 100.000 Menschen stationär und ambulant. Zugleich sind die Kliniken Nordoberpfalz mit rund 3.100 Beschäftigten der größte Arbeitgeber und mit rund 300 Ausbildungsplätzen der größte Ausbildungsbetrieb der Region.

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