Tipps für ein zweites Leben kaputter Kleider
Tipps für ein zweites Leben kaputter Kleider
Wir alle haben sie in unserem Kleiderschrank – die Lieblingsstücke, mit denen wir einfach gerne rausgehen und uns immer wohlfühlen. Doch was, wenn eines davon ein Loch oder einen Riss hat? „Kaputte Kleider verdienen ein zweites Leben“, findet Evelyne Füracker, Fachlehrerin für Haus- und Textilpflege an der Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, in Regensburg. Sie zeigt, wie jeder ganz einfach Kleidungsstücke wieder in Schuss bringen kann. Das gehe auch ohne große Vorkenntnisse. „Man muss sich nur trauen“, so Füracker.
Wertige Kleidung erlaubt Reparaturen
Auch wenn wir unsere Schmuckstücke wie unseren Augapfel hüten: Irgendwann passiert es – ein Knopf löst sich, wir bleiben mit dem Pullover oder der Lieblingshose irgendwo hängen und es gibt gleich ein großes Loch. Doch es muss nicht gleich so dramatisch sein. „Am häufigsten müssen Knöpfe angenäht werden“, sagt Füracker aus Erfahrung.
Fachkundige Anleitung macht den Unterschied
Hier zeigt sich schnell: Es kommt auf die Details an. Als unbedarfter Reparierer möchte man den Knopf so fest wie möglich anbringen, damit er nicht mehr verloren geht. Doch Fachlehrerin Füracker rät zum Gegenteil: „Ist der Knopf zu fest, reißt er immer leichter ab“, erklärt sie. Es sind Details wie dieses, die sie auch ihren Schülern an der Hauswirtschaftsschule beibringt. Die Ausbildung dort ist nämlich sehr fundiert. Das wird den Teilnehmern des Kurses schnell klar.
Der Schnellflicken gehört zu den Basics
Etwas kniffliger wird es dann beim Schnellflicken, der für einfach auszubessernde Stücke und Stellen geeignet ist. Den Flicken schneidet man etwa eineinhalb Zentimeter größer als die schadhafte Stelle und steckt ihn dann auf der Stoffoberseite über dem Loch fest, erklärt Füracker. Diesen befestigt man mit einem Zickzackstich. Zum Abschluss lautet Fürackers Tipp: Auf der Stoffunterseite die schadhafte Stelle bis zur Naht zurückschneiden. So bleibt der Stoff nirgendwo hängen und der Flicken hält länger.
Knopf annähen
Bevor es ans Nähen geht, sollte man die Stelle, an der der Knopf sitzen soll, mit einem Bleistiftpunkt markieren. Außerdem sollte ein Faden in Farbe, Material und Stärke ausgewählt werden, der zum Stoff passt, und eine Nadel, die leicht durch die Löcher der Knöpfe geht.
- Beide Fadenenden durch das Nadelöhr führen, durchziehen und fünf Zentimeter vor dem Fadenende mit zwei Fingern durch die entstandene Schlinge greifen und die hängenden Fäden durchziehen – Enden verknoten.
- An der Markierung den Stoff umschlagen.
- Den Faden am Punkt befestigen, dabei durch alle Stoffschichten stechen.
- Den Knopf hinter die Bruchkante legen – linke Knopfseite und beide (beziehungsweise alle vier) Löcher sind sichtbar.
- Die Nadel in einem Arbeitsgang durch alle Stoffschichten und das untere Loch des Knopfes vom Körper weg stechen.
- Den Faden nur ein Stück durchziehen und sofort die Nadel rückwärts (Öhr voran) durch das obere Loch zurückführen; jetzt den Faden komplett durchziehen.
- Den Vorgang mehrfach wiederholen.
- Den Umschlag aufklappen und den Stoff glattziehen; auf der linken Seite hat sich ein Steg gebildet.
- Die Schlinge um den Knopf legen, die Nadel von unten nach oben durch die Schlinge führen und festziehen; drei- bis viermal wiederholen.
Hauswirtschaftsschule startet wieder im März
An der Hauswirtschaftsschule Regensburg lernen die Studierenden das Nähen und Flicken – vom einfachen Nadelkissen bis hin zu ganzen, selbstgemachten Hosen. Anfang März 2026 beginnt ein neues Semester an der Regensburger Hauswirtschaftsschule.
Interessenten können sich noch bei der Semesterleiterin Juliane Sichelstiel unter der Telefonnummer 0941/2083-1130 melden.





