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Auftakt mit Schönheitsfehler geglückt: Stiftland Dragons gewinnen knapp

Mitterteich. Die Stiftland Dragons starteten mit einem verdienten 5:4-Sieg nach Verlängerung gegen den ERSC Ottobrunn in die neue Saison der Landesliga, Gruppe B.

Auftakt mit Schönheitsfehler geglückt: Stiftland Dragons gewinnen knapp

Felix Köbele (Mitte) besorgte mit seinem Kunstschuss in der Verlängerung die Entscheidung. Foto: Udo Fürst

Eishockey-Landesliga B, 1. Spieltag
EHC Stiftland-Mitterteich – ERSC Ottobrunn 5:4 n.V. (2:0, 1:2, 1:2, 1:0)

Vieles ist neu beim EHC Mitterteich in dieser Saison. Im Team von Chefcoach Vaclav Drobny starteten mit Goalie Ondrej Pesek sowie den Feldspielern Lukas Preßl, Tizian Smazal, Thomas Schreier, Marc Schwartling, Jonas Wich und Ondrej Kvasnovsky gleich sieben neue Akteure. Demgegenüber stehen die Abgänge von neun Spielern der Vorsaison, darunter Captain Zocco Zellner und der so starke Torwart Filip Grancarov. Zudem musste der EHC auf die gesperrten Marius Schmidt und Joshua Möhwald verzichten. Deshalb und weil der Gegner Ottobrunn ein ungeschriebenes Blatt für die Einheimischen war, glich die Partie zunächst einmal einer kleinen Wundertüte.

Scheinbar sichere Führung

Die Partie begann eher mit vorsichtigem Abtasten. Kein Team wollte zu viel riskieren und so ergab sich ein offenes Spiel ohne große Torraumszenen. Das änderte sich schlagartig, als Kvasnovsky ein Zuspiel von Preßl zur Mitterteicher Führung verwertete. Die Gäste um ihre Spielmacher Ryan Henke und Stefano Rizzo erarbeiteten sich danach zwar ein optisches Übergewicht, doch die Mitterteicher Defensive um den aufmerksamen Goalie Pesek ließ sich nicht überlisten. Im Gegenteil: Nach knapp 15 Minuten erhöhte Tomas Teuchert auf 2:0.

Die Dragons schienen spätestens nach dem 3:0 durch Schwartling einem sicheren Sieg entgegenzusteuern. Auch der Ottobrunner Anschlusstreffer nur 18 Sekunden später konnte daran zunächst nichts ändern. Doch spätestens, als die Gäste wenig später zum zweiten Treffer kamen, wurde eine gewisse Unsicherheit bei den Dragons spürbar. Zunächst rettete man sich aber in die zweite Drittelpause, in der Coach Drobny die richtigen Worte gefunden zu haben schien.

EHC-Goalie Ondrej Pesek feiert eine gelungenen Einstand. Foto: Udo Fürst
Verdiente Gratulationskur nach dem 5:4-Sieg. Die Dragons bedanken sich bei ihrem Torhüter für die starke Leistung. Foto: Udo Fürst
Die Gäste gaben sich trotz langem, Rückstand nie auf und belohnten sich mit einem Punkt. Foto: Udo Fürst
„Bandenkampf“. Foto: Udo Fürst
Felix Köbele (25) war wie gewohnt ein ständiger Unruheherd für die gegnerische Abwehr. Foto: Udo Fürst
Josef Horvath zieht ab. Foto: Udo Fürst
Die Mitterteicher „Edelfans“ mit Trommler Markus Leitner (rechts). Foto: Udo Fürst
Leider wollten nur wenige Fans das Auftaktspiel der Stiftland Dragons sehen. Foto: Udo Fürst

Unnachahmlicher Felix Köbele

Nach Sviks 4:2 dachte kaum noch jemand an eine Aufholjagd der Gäste. Der erste Sieg war greifbar nah, zumal man Ottobrunn jetzt gut im Griff hatte. Die kampfstarken und angesichts einer fast komplett neuen Mannschaft bereits erstaunlich gut harmonierenden Dragons kreierten weitere hochkarätige Chancen, die sie aber vergaben oder am starken Gästegoalie Fiedler scheiterten. Die Oberbayern steckten aber nie auf und übernahmen langsam die Spielkontrolle. So kam der erneuerte Anschlusstreffer nicht einmal überzeugend. Eine Minute vor Schluss nahm ERSC‑Coach Dennis Roda eine Auszeit und nahm seinen Goalie vom Eis. Und tatsächlich fälschte Luis Landerer 32 Sekunden vor Schluss einen Henke-Schuss unhaltbar für Pesek zum 4:4 ab.

Wer jetzt befürchtet hatte, dass sich die Gastgeber von diesem Schock nicht mehr erholen würden, sah sich getäuscht. In der Verlängerung riskierten beide Teams zunächst zwar nicht allzu viel, doch dann kam der Auftritt von Felix Köbele. Nach Vorarbeit von Jan Wenisch und Roman Svik jagte der EHC-Torjäger nach 2:45 Minuten den Puck in seiner unnachahmlichen Art per Handgelenkschuss zum 5:4-Siegtreffer in den Winkel. Der Jubel war groß, alle Dragons-Akteure eilten zu Goalie Pesek, der sich als würdiger Nachfolger von Publikumsliebling Grancarov zeigte. Neben Pesek stachen aus einer geschlossenen Mitterteicher Mannschaft ferner Köbele, Kvasnovsky, Preßl und Schreier noch ein Stück heraus.

Zum Saisonauftakt hatte sich der EHC Mitterteich etwas Besonderes einfallen lassen: Die EHC-Spieler liefen zu einer Lasershow von „crossing beatz“ ein. Foto: EHC Mitterteich

Am Freitag kommt Titelkandidat Hassfurt

Bereits am kommenden Freitag empfängt der EHC Mitterteich den ESC Hassfurt zum nächsten Heimspiel. Zwar sind dort die am Freitag schmerzlich vermissten Schmidt und Möhwald wieder dabei, aber dennoch gelten die Gäste als einer der Titelkandidaten als haushoher Favorit. Aber wer weiß, die Dragons scheinen in dieser Spielzeit durchaus für positive Überraschungen gut. Vielleicht kommen dann auch wieder mehr Fans in die Halle. Die 77 Zuschauer im Auftaktspiel waren doch etwas enttäuschend.

Grammer Solar
Grammer Solar

Spielstatistik

Tore: 4. Min. Kvasnovsky (Preßl) 1:0, 15. Min. Teuchert (Köbele, Svik) 2:0, 30. Min. Schwartling (Horvath) 3:0, 31. Min. Magg 3:1, 37. Min. Henke 3:2, 48. Min. Svik (Köbele) 4:2, 52. Min. Bernau 4:3, 60. Mion. Landerer 4:4 (PP1), 63. Min. Köbele (Wenisch, Svik) 4:3.

Strafminuten: Mitterteich: 10 – Ottobrunn: 8 + 10 (Henke).

Zuschauer: 77