Bad Nauheim erteilt den Blue Devils eine bittere Lehrstunde
Bad Nauheim erteilt den Blue Devils eine bittere Lehrstunde
DEL2 Play-downs, Runde 1
Blue Devils Weiden – EC Bad Nauheim 0:4 (0:0, 0:3, 0:1)
Tore: 22. Min. Parker Bowles 0:1, 34., 39. und 49. Min. Jordan Hickmott 0:2, 0:3 und 0:4. – Strafminuten: Weiden: 41 (6 + 5 + Spieldauer Fabian Voit + 5 + 5. – Bad Nauheim: 14. – Zuschauer: 2006. – „Angst essen Seele auf“, unter dieses Motto schien der Großteil der Blue Devils dieses vorentscheidende Spiel gestellt zu haben. Den Willen konnte man der Truppe von Coach Alan Letang nicht absprechen, aber qualitativ ist es einfach zu wenig, was die Gastgeber derzeit aufs Eis bringen. Eine gravierende Schwäche ist vor allem die Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor. Ab dem zweiten Drittel waren die nach zwei Siegen sehr selbstbewusst auftretenden Gäste deutlich überlegen und mussten sich nicht einmal groß anstrengen, um Sieg 3 einzutüten. Am Freitag können sie mit dem vierten Erfolg den Klassenerhalt perfekt machen und die Blue Devils in die zweite Play-down-Runde gegen Kaufbeuren schicken.
https://sporteurope.tv/del2/del2-playdowns-blue-devils-weiden-vs-ec-bad-nauheim-spiel-3-highlights
Viele Schüsse, kein Ertrag
Mit Tyler Ward für den verletzten Zach Tsekos und erstmals auch mit dem Ex-Rießerseer Qurin Glas-Bader im Lineup starteten die Blue Devils ähnlich motiviert in die dritte Playdown-Partie. Man merkte den Gastgebern schon an, dass sie wussten, worum es geht in dieser Best-of-7-Serie, in der sie mit 0:2 zurücklagen. 16:5 Schüsse zugunsten der Hausherren belegen deren Engagement, doch wie schon in den ersten zwei Partien war man im ersten Drittel viel zu harmlos, um EC-Goalie Gerry Kuhn ernsthaft in Verlegenheit zu bringen. Ob Tyler Ward, Luca Gläser, Maxi Kolb, Neal Samanski oder Fabian Voit – sie scheiterten ausnahmslos mit ihren halbherzigen Abschlüssen. Bad Nauheim agierte abwartend und beschränkte sich auf gelegentliche Konter, die Devils-Keeper Michael McNiven aber auch keine Sorgen bereiteten. Insgesamt sahen die Zuschauer mehr Kampf und Krampf anstatt spielerischer Leckerbissen. Das hatte aber wohl auch niemand erwartet.
Bad Nauheim sehr effektiv
Der zweite Durchgang brachte ein vollkommen anderes Bild: Die Gäste wirkten jetzt entschlossener, hatten jeglichen Respekt vor den ideenlosen Blue Devils abgelegt. Dafür verantwortlich war auch eine Szene in der 22. Minute: Fabian Voit ließ sich zu einem Foul in der neutralen Zone hinreißen und bekam dafür eine 5+ Spieldauerstrafe wegen Behinderung aufgebrummt. Diese Entscheidung der nicht sehr souveränen Unparteiischen war aber zumindest stark diskussionswürdig, eine zwei-Minuten-Strafe hätte wohl ausgereicht. Wenige Sekunden nach der Strafe nutzte Parker Bowles die zahlenmäßige Überlegenheit zur Gästeführung. Das Tor war bezeichnend für die Weidener Situation: Der Puck prallte glücklich von der Bande zum Torschützen, der keine Mühe hatte, das 0:1 zu erzielen.
Es kam aber noch dicker für die Gastgeber. Während sie immer mutloser und nervöser wurden, stellten die Gäste durch einen sicher verwandelten Penalty – Ribnitzka hatte Volek auf dem Weg zum Tor gefoult – von Hickmott auf 0:2. Und als Hickmott kurz vor der Sirene erneut freistehend abziehen durfte, stand es 0:3, die Messe war gelesen.
Zwei Faustkämpfe sorgen für Abwechslung
Im letzten Drittel verwalteten die Gäste den Vorsprung und ließen die Blue Devils gewähren. Die aber vermochten ihre optische Überlegenheit (41:27 Torschüsse waren es am Ende) einmal mehr nicht in Zählbares ummünzen. Nach dem dritten Treffer des überragenden Jordan Hickmott zum 0:4 war endgültig alles entschieden und so brachten lediglich zwei Raufereien auf dem Eis noch etwas Abwechslung. Schwacher Trost: Wenigstens hier behielten die Weidener Kämpfer Dominic Bohac und Calvin Pokorny die Oberhand.
Am Freitag geht es zum vielleicht schon entscheidenden vierten Spiel nach Hessen. Gewinnt Bad Nauheim, muss Weiden gegen Kaufbeuren in der zweiten OPlay-down-Runde um den Klassenerhalt kämpfen. Die Hoffnung stirbt zwar bekanntlich zuletzt, aber die über weite Strecken blutleere Vorstellung der Devils am Mittwoch lässt wenig Raum für Hoffnung.






