Blue Devils präsentieren sich gegen spielstarke Tschechen erschreckend schwach
Blue Devils präsentieren sich gegen spielstarke Tschechen erschreckend schwach
Eishockey-Testspiel: Blue Devils Weiden — HC Banik Sokolov 1:5 (0:1, 1:2, 0:2)
Tore: 7. Min. Vracovsky 0:1, 26. Min. Kverka 0:2, 27. Min. Sik 0:3, 38. Min. Luis Marusch (Regush, Gläser) 1:3, 56. Min. Samal 1:4, 58. Min. Sik 1:5. – Strafminuten: Blue Devils: 16; Sokolov: 6 + 5 für Kucera. – Zuschauer: 1007.
Nach gut drei Wochen Training mit einem neuen Coach und runderneuerter Mannschaft wäre es wohl übereilt, den Stab über den „neuen“ Blue Devils zu brechen. Dennoch gab der erste Auftritt der Weidener auf eigenem Eis nicht gerade viel Anlass für überschwängliche Hoffnung. Zu pomadig, zu fehlerbehaftet, zu fast lustlos war der Auftritt des DEL2-Teams, den der tschechische Zweitligist HC Banik Sokolov deutlich die Grenzen aufzeigte.
Widerstandslos, kraftlos, disziplinlos
Dass die Osteuropäer im Hinblick auf Technik traditionell überlegen sind, war am Donnerstagabend keine Überraschung. Sehr wohl überraschend war, wie widerstandslos sich die Gastgeber ihrem Schicksal ergaben. Mit Ausnahme der ersten fünf Minuten und einer ganz kurzen Phase im zweiten Abschnitt hatten die Blue Devils den bissigen, spielstarken und motivierten Gästen kaum etwas entgegenzusetzen. Banik präsentierte sich als eingespielte Truppe, die ihrem Gegner auch bei Tempo und gesunder Härte haushoch überlegen war. Zugute halten kann man den Blue Devils höchstens, dass sich Banik wohl schon länger im Training befindet und voll im Saft steht. Deutlich zutage trat am Donnerstag auch wieder ein recht einfalls- und harmloses Überzahlspiel, das den Blue Devils schon in der vergangenen Saison nicht zur Ehre gereicht hatte.
Deutlich wurde in der mit gut 1000 Zuschauern – darunter auch sechs Gästefans – das (noch?) kaum bemerkbare Spielverständnis der Devils. Dies war aber noch der am ehesten entschuldbare Faktor an diesem Tag. Zumindest etwas mehr Ernsthaftigkeit und Einsatzfreude hätte man erwarten dürfen von einem DEL2-Team, das in drei Wochen schon in die Hauptrunde startet. Diesen Einsatz konnte man am Donnerstag höchstens drei, vier Weidener Spielern attestieren, von denen man es am wenigsten erwarten durfte. Mit dem aufmerksamen Goalie Connor McLeod, dem wieselflinken Maxi Brunner und dem Torschützen Luis Marusch überzeugten ausgerechnet drei der jüngsten Akteure im Team. Grandios enttäuschend war dagegen die Darbietung der sogenannten Leistungsträger, von denen nichts zu sehen war.
Connor McLeod pariert fünf Penaltys
Dieser Leistung passten sich höchstens noch die Unparteiischen an, die lange mit zweierlei Maß urteilten und die Blue Devils in einigen Szenen deutlich benachteiligten. Das soll und darf aber keine Entschuldigung für die „Nicht-Leistung“ der Einheimischen sein. Denn erneut wurde deutlich, dass die Devils auch bezüglich Disziplin Nachholbedarf haben. Drei dieser meist unnötigen Strafzeiten bestraften die Gäste gnadenlos mit drei Überzahltreffern. Erstaunlich war auch, dass Coach David Metsos der vierten Reihe mit den Youngsters Hofverberg, Thal und Stark kaum Eiszeit gestattete. Schlechter als ihre Kollegen der ersten drei Reihen hätten sie es an diesem traurigen Abend wohl auch nicht gemacht.
Kein Trost dürfte auch das anschließende „Gaudi“-Penaltyschießen gewesen sein, das die Blue Devils mit 2:0 gewannen. Auch hier war McLeod mit fünf (!) parierten Penaltys der Held in einer ansonsten erschreckend blutleer auftretenden Mannschaft. Weit geht es in der Reihe der Testspiele am Donnerstag, 3. September, in Sokolov. Vielleicht betreiben die Devils ja in fremder Halle etwas Widergutmachung.




