Blue Devils schenken auch Spiel 4 her und müssen gegen Kaufbeuren nachsitzen
Blue Devils schenken auch Spiel 4 her und müssen gegen Kaufbeuren nachsitzen
DEL2, Play-downs, Runde 1
EC Bad Nauheim – Blue Devils Weiden 5:1 (2:0, 2:0, 1:1)
Tore: 8. Min. Justin Mac Pherson 1:0, 9. Min. Zach Kaiser 2:0, 31. Min. Justin Volek 3:0, 40. Min. McPherson 4:0, 51. Min. Alex-Olivier Voyer (Dominic Bohac) 4:1, 58. Min. Kaiser (Empty Net) 5:1. Strafminuten: Weiden: 6; Bad Nauheim: 4. Zuschauer: 4046. Zwei Drittel sahen die gut 4000 Zuschauer zwei Teams, die scheinbar in verschiedenen Ligen spielen. Der EC wusste, worum es geht, wollte den Sack zum 4:0-Sweep zumachen, und spielte entsprechend engagiert. Die Blue Devils dagegen präsentierten sich zumindest zwei Drittel wie ein Absteiger.
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Angriff gewohnt harmlos
Die Blue Devils mussten in diesem „do or die“-Spiel neben den bekannten Ausfällen auch auf den verletzten Neal Samanski verzichten. Nach den ersten Minuten mit stürmischen Gastgebern wurde die Truppe von Trainer Alan Letang stärker und hatte erste Chancen. Aber wie in den letzten Spielen blieb man harmlos und ohne Durchschlagskraft oder hatte einfach kein Fortune. Genau dieses Glück hatte auf der Gegenseite McPherson, als ihm der Puck eher zufällig vor die Kelle sprang und er humorlos zum 1:0 abschloss. Es war ein Tor, bezeichnend für die Misere der Devils. Nur 42 Sekunden später erhöhte Kaiser gegen sichtlich geschockte Weidener auf 2:0 und hatte sogar weitere Möglichkeiten. Langsam erholten sich die Blue Devils wieder und erarbeiteten sich optische Vorteile. Was gleich blieb, war die Unentschlossenheit des Devils-Angriffs vor EC-Goalie und Geburtstagskind Gerry Kuhn (wurde am Freitag 40 Jahre). Doch Fabian Voit, Constantin Vogt, Noah Samanski und der an diesem Abend neben Dauerbrenner Tommy Muck beste, weil alles gebende Devil Paul Schiemenz vergaben allesamt.
Erschreckende Vorstellung
Kraftlos, strukturlos, fast willenlos: So hart muss man das Spiel der Blue Devils im zweiten Abschnitt beschreiben. Bad Nauheim machte mit den Gästen, was es wollte, spielte sich Chancen im Minutentakt heraus und verpasste eine noch höhere Führung als das für die Gäste ohnehin schon genug deprimierende 4:0. Bei manchen Weidener Spielern musste man den Eindruck gewinnen, dass sie sich längst aufgegeben hatten. Selbst von der sonst so bei vielen Gegnern gefürchteten Kampfkraft der Devils war an diesem Tag nicht viel zu sehen. Nauheim hatte überhaupt keine Probleme, die harmlosen und halbherzigen Gästeangriffe abzuwehren.
Erstes Tor nach 170 Minuten!
Nach dem so enttäuschenden zweiten Durchgang wollten sich die Gäste offenbar nicht ganz kampflos geschlagen geben. Man bäumte sich nochmal auf, riskierte viel und bestürmte das EC-Gehäuse, doch lange ohne Erfolg. Nach 50:10 Minuten war es soweit: Alex-Olivier Voyer beendete die Weidener Schreckensserie von acht torlosen Dritteln (170 Minuten) mit dem Treffer zum 4:1. Weil Weiden danach alles auf eine Karte setzte und Alan Letang bereits neuneinhalb Minuten (!) vor Schluss Goalie Michael McNiven zog, boten sich den Gastgebern natürlich zahlreiche Chancen, von denen sie aber nur eine kurz vor Ende zum alles entscheidenden 5:1 nutzten.
Für die Blue Devils heißt es jetzt, Kräfte und Selbstvertrauen (woher?) tanken, um in Runde 2 gegen den ESV Kaufbeuren den Klassenerhalt klarzumachen. In der Verfassung zumindest der letzten zwei Spiele gegen Bad Nauheim wird das einer Mammutaufgabe gleichen. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Wie enttäuscht Coach Alan Letang war, wurde in der Pressekonferenz deutlich. Er gratulierte dem Gegner zum Sieg, verkniff sich aber eine Bewertung des Spiels und der ersten Play-down-Runde.




