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Blue Devils taumeln in Richtung Playdowns, haben aber noch alles in der eigenen Hand

Weiden. Was man unbedingt vermeiden wollte, ist eingetreten: Die Blue Devils müssen in den Playdowns um den Klassenerhalt in der DEL 2 kämpfen. Zuvor hat man noch zwei Hauptrundenspiele zu bestreiten, die über den Tabellenplatz und das wichtige Heimrecht in den Abstiegsspielen entscheiden.

Blue Devils taumeln in Richtung Playdowns, haben aber noch alles in der eigenen Hand

In der entscheidenden Saisonphase hoffen die Blue Devils auf die Rückkehr von Topscorer Tyler Ward. Foto: Christian Kaminsky

Es ist zum Verzweifeln. Seit Wochen liefern die Blue Devils meist sehr anständige Leistungen auf dem Eis, allein: Es fehlt der Ertrag, sprich die Punkte. Die Last der Niederlagenserie (nur ein Sieg in den letzten zehn Partien) liegt wie ein riesengroßer Stein auf der Brust der Spieler. Das Nervenkostüm ist angekratzt, man bringt keine Führung mehr über die Zeit, fasziniert bisweilen unerklärliche Fehler und leistet sich früher undenkbare Aussetzer. Weil man in den vergangenen Wochen kaum noch punktete, geht es jetzt in den Playdowns ums nackte Überleben, um den Klassenerhalt in Deutschlands zweithöchster Eishockeyliga.

Krasse individuelle Fehler

Hätte es eines letzten Beweises für die derzeitige Misere der Weidener Cracks bedurft, das Spiel am Sonntag in Crimmitschau hätte diesen eindeutig erbracht. 50 Minuten war man das bessere Team, hatte die Westsachsen relativ sicher im Griff und führte völlig verdient, aber eben nur knapp mit einem Tor (2:1). Was danach folgte, war bezeichnend für die Situation der Devils in den vergangenen Wochen. Nach krassen individuellen Fehlern (Michael McNiven, Luis Marusch), die zu zwei Gegentoren führten, brach die Mannschaft förmlich in sich zusammen – kassierte noch zwei Empty-Net-Goals und brachte sich einmal mehr um den verdienten Lohn.

Entsprechend ernüchternd fiel auch das Fazit von Trainer Alan Letang nach dem Spiel am Sonntag aus: „Enttäuschend“, sagte der neue Devils-Coach und meinte, sein Team sei nicht „verzweifelt genug“ gewesen, etwas Zählbares mitzunehmen. Letang bescheinigte seiner Truppe zwar ein über zwei Drittel „sehr gutes Spiel“, doch in den entscheidenden Phasen sei man einfach nicht clever genug gewesen.

Die Verantwortlichen der Blue Devils haben kurz vor Torschluss noch drei Spieler verpflichtet: Sportlicher Leiter Jürgen Rumrich, Trainer Alan Letang und Geschäftsführer Franz Vodermeier (von links). Foto: Udo Fürst

Heimrecht gegen Bad Nauheim?

Wie geht es jetzt weiter? Klar ist, dass man als eines der vier schlechtesten Teams der Hauptrunde zusammen mit Freiburg, Bad Nauheim und Kaufbeuren einen sportlichen Absteiger ausspielt. In den beiden letzten Hauptrundenspielen am Freitag und Sonntag geht es nun noch darum, wer welche Endplatzierung belegt – daraus ergeben sich die beiden Play-downs-Halbfinalpartien. Der EHC Freiburg hat mit 59 Punkten (11.) die beste Position; Gegner in den Play-downs wäre das feststehende Schlusslicht ESV Kaufbeuren. Bad Nauheim und Weiden haben jeweils 55 Zähler auf dem Konto. Wegen des um acht Treffer besseren Torverhältnisses belegen die Hessen derzeit den zwölften Platz vor den Blue Devils. Warum ist hier die Platzierung so wichtig? Der Zwölfte genießt in der Best-of-7-Serie gegen den Dreizehnten Heimrecht – ein meist entscheidender Vorteil. Schon deswegen wäre es wichtig, in den beiden letzten Hauptrundenpartien am Freitag gegen Ravensburg und am Sonntag in Rosenheim zu punkten, um sich gegen Bad Nauheim das Heimrecht zu sichern.

Die beiden Sieger der ersten Playdownrunde haben den Klassenerhalt geschafft, die Verlierer ermitteln den einzigen Absteiger aus der DEL 2. Verantwortliche und Spieler der Blue Devils hoffen natürlich, dass es nicht so weit kommt und man bereits in Runde 1 alles klarmacht. Zu einer sowohl interessanten als auch hochbrisanten Situation könnte es in einem eventuellen Duell mit dem ESV Kaufbeuren in der zweiten Abstiegsrunde kommen. Unbestätigten Meldungen zufolge soll dort nämlich Weidens Ex-Trainer Sebastian Buchwieser bereits einen ligenunabhängigen Vertrag für die kommende Saison unterschrieben haben. Will man dieses Aufeinandertreffen vermeiden, sollte man tunlichst schon in der ersten Runde den Klassenerhalt klarmachen.

Drei Neuzugänge für die Playdowns

Die prekäre Situation der Blue Devils ist natürlich auch auf das unglaublich große Verletzungspech während der ganzen Saison zurückzuführen. Felix Noack, Tomas Rubes, Tyler Ward, Vladislav Filin, Zach Tsekos, Nick Jermain, Maximilian Kolb – mehr als ein komplettes Lineup fehlte und fehlt der Mannschaft seit Wochen und teilweise die komplette Saison. Kurz vor den Playdowns hat der Verein nun noch einmal personell nachgelegt und wie von den Fans seit Wochen erhofft kurzfristig drei Spieler verpflichtet, die dem Team mehr Tiefe und Ausgeglichenheit geben sollen.

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Blue Devils Weiden holen drei Neuzugänge

Blue Devils Weiden holen drei Neuzugänge

Weiden. Die Blue Devils Weiden verstärken ihren Kader für die entscheidende Saisonphase mit drei Neuzugängen. Stürmer Quirin Glas-Bader, Torhüter Patrik Mühlberger und Offensivspieler Dennis Miller schließen sich dem DEL2-Team an.