Blue Devils: Spiel 1 unter Mikhail Nemirovsky mit kleinem Hoffnungsschimmer
Blue Devils: Spiel 1 unter Mikhail Nemirovsky mit kleinem Hoffnungsschimmer
Vorbereitungsspiel: Blue Devils Weiden – Bietigheim Steelers 3:4 (2:2, 1:1, 0:1)
Tore: 3. Min. Jordan Knackstedt (Yuma Grimm, Luis Marusch) 1:0, 8. Min. Tyler Gron (Brayden Tracey, Alex-Olivier Voyer 5/4) 2:0, 12. Min. Fonstedt 2:1, 14. Min. Crnkic 2;2 (5/4), 31. Min. Knackstedt (Nick Postel, Dominik Bohac) 3:2, 32. Min. Büsing 3:3, 60. Min. Eckl 3:4. 5/3). – Strafminuten: Weiden: 22. – Bietigheim: 18. – Zuschauer: 857.
Nach den bisher so enttäuschenden Leistungen der Vorbereitung präsentierten sich die Blue Devils dieses Mal besser, ohne aber restlos zu überzeugen. Nach wie vor merkt man den Gastgebern das fehlende Spielverständnis und auch gewisse körperliche Defizite an. Die Gäste waren deutlich schneller, giftiger und eingespielter und gewannen am Ende verdient. Die Devils agierten lange zumindest disziplinierter als zuletzt, aber am Ende waren doch wieder zwei unnötige Strafen für den sonst sehr unauffälligen Luca Gläser und Dominik Bohac ursächlich für die verdiente Niederlage. Nicht ganz von Schuld freisprechen kann man auch das Schiedsrichtergespann, das teils sehr merkwürdige Entscheidungen, meist zum Nachteil der Devils fällte.
Starke erste Minuten
Die Blue Devils starteten – nach monatelanger Verletzungsabstinenz endlich wieder mit Vladislav Filin – überraschend stark in die letzte Vorbereitungspartie und gingen folgerichtig durch ein Kabinettstückchen von Knackstedt in Führung. Der Routinier spielte einem Bietigheimer den Puck durch die Beine und ließ danach dem Ex-Weidener Felix Noack im Gästetor mit einem platzierten Schuss keine Chance. Fast ebenso schön das 2:0, als der pfeilschnelle Tracey seinen Sturm-Partner Gron mustergültig bediente und der sicher einnetzte. Dann aber wachten die Gäste auf und kamen, begünstigt durch viele Leichtfertigkeiten der Devils-Abwehr, zum schnellen Ausgleich. Dabei wurde deutlich, dass die Defensivarbeit der Gastgeber doch noch arg zu wünschen übrig lässt. So ging es mit einem leistungsgerechten Remis in die erste Pause.
Fonstad und Dugan nicht zu bremsen
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts hatten die Gäste zunächst mehr vom Spiel, vergaben aber einige Hochkaräter. Dabei konnte sich Devils-Goalie Patrick Mühlberger einige Male auszeichnen. Bietigheim präsentiert sich hier gedankenschneller und eingespielter. Bei den Blue Devils, bei denen Coach Mikhail Nemirovsky einige Umstellungen vorgenommen hatte, wurde einmal mehr deutlich, dass sich dieses Team noch finden muss. Überraschend präsentierte sich hier aber die dritte Reihe um den endgültig aufblühenden Jordan Knackstedt als die gefährlichste der Gastgeber. Auch Brayden Tracey ließ immer wieder sein Können aufblitzen, hatte das Auge für den Mitspieler, auch wenn ihm noch nicht alles gelang. Ärgerlich: Nur neun Sekunden nach Knackstedts zweitem sehenswerten Treffer kamen die Gäste nach einem krassen Fehler des oft viel zu leichtfertig agierenden Luis Marusch zum erneuten Ausgleich. Auffälligste Bietigheimer waren wie zu erwarten die starken Kontis Fonstad und Dugan, die von den Gastgebern nie unter Kontrolle zu bekommen waren.
Fatale Fehlentscheidungen
Im letzten Drittel sahen die gut 800 Zuschauer dann eine deutlich überlegene Gästetruppe, die Weiden oft minutenlang in das eigene Drittel einschnürte. Oft aber wollten es Fonstadt, Dugan und Co. zu schön machen oder scheiterten mehrfach am aufmerksamen Goalie Mühlberger. Wohl mit spielentscheidend war eine fatale Fehlentscheidung der Unparteiischen, die ein korrektes Tor von Tracey wegen Abseits fälschlicherweise aberkannten. Immerhin entwickelte sich daraufhin zum Vergnügen der Fans eine handfeste Keilerei, als Cerny den Weidener Sturmführer unkorrekt anging. Knackstedt und Bohac rückten die Verhältnisse zurecht, wofür sie wie ihre zwei Bietigheimer Kontrahenten jeweils Fünf-Minuten-Strafen kassierten. Auch hier war zumindest fragwürdig, warum Knakstedt als angeblicher Initiator der Auseinandersetzung zwei Minuten zusätzlich abgebummt bekam.
Wenigstens das Penaltyschießen, das für Weiden fast ausnahmslos die jungen Spieler bestreiten durften, wurde dann noch gewonnen. Auch hier überzeugte Goalie Mühlberger mit starken Reflexen. Bleibt als Erkenntnis: Die Blue Devils präsentierten sich zwar gegenüber den vergangenen Wochen etwas besser, haben aber noch viel Arbeit vor sich, soll der Start in die DEL2‑Saison gelingen. Schon am kommenden Freitag gegen den ECDC Memmingen wird sich zeigen, wie weit man wirklich ist. Eine Woche, um sich besser einzuspielen und die offensichtlichen Schnelligkeitsdefizite zu beheben, ist nicht viel. Oder haben sich einige Cracks alles für die Hauptrunde aufgehoben?




