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Weiss-Schuhe – 2026
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Nach der Saison ist vor der Saison: Wie geht’s weiter bei den Blue Devils?

Weiden. Die Steine, die am Samstagabend nach dem Klassenerhalt von vielen Blue Devils-Herzen plumpsten, waren gefühlt so groß wie Berge. Drei Tage später ist die Erleichterung bei Verantwortlichen, Spielern und Fans immer noch deutlich spürbar. Sportlicher Leiter Jürgen Rumrich spricht im Interview mit OberpfalzEcho über Emotionen, Aussichten und Pläne des Vereins im Hinblick auf die neue Saison.

Nach der Saison ist vor der Saison: Wie geht’s weiter bei den Blue Devils?

Kniender Jubel und „Striptease“ nach dem Klassenerhalt. Foto: Christian Kaminsky

So erleichtert und bejubelt der Klassenerhalt der Blue Devils in der DEL2 am Samstag nach dem 5:1-Sieg gegen den ESVB Kaufbeuren auch aufgenommen wurde, so schmerzlich traf viele Fans zwei Tage später die Nachricht vom Abschied von mindestens vier Spielern und Co-Trainer Martin Mazanec. Gleichwohl blickt sportlicher Leiter Jürgen Rumrich nach vorn, strickt bereits am Kader für die neue Spielzeit 2026/27 in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Spielklasse.

Dem Klassenerhalt folgte eine lange Nacht

Es war eine lange Nacht von Samstag auf Sonntag, weiß Rumrich. „Die Feier begann auf dem Eis mit den Fans, setzte sich in der Kabine und in der Devils-Lounge fort und endete in der Stadt.“ Der Manager und Kaderschmied der Blue Devils kann sich aber nicht lange aufhalten mit Feierlichkeiten. Arbeiten ist angesagt für den Mann, der selbst nicht mehr genau weiß, wann er zuletzt mal länger Urlaub hatte. „Jetzt ist auf jeden Fall keine Zeit, die Beine hochzulegen“, sagt er im Gespräch mit OberpfalzEcho.

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Arbeiten heißt für Jürgen Rumrich jetzt zuallererst, sich um einen neuen Kader zu kümmern. Verlassen doch mit Tomáš Rubeš (Starbulls Rosenheim), Tyler Ward (Eisbären Regensburg) und wohl auch den Riesen-Talenten Noah Samanski (Nürnberg Ice Tigers) und Paul Vinzens (ERC Ingolstadt) mindestens vier absolute Leistungsträger die Blue Devils. Jürgen Rumrich bedauert zwar den Aderlass, bleibt aber trotzdem zuversichtlich. „Es ist jetzt meine Aufgabe, Ersatz zu finden. Es gibt genügend Spieler auf dem Markt, auch wenn es schwer werden dürfte, die Abgänge gleichwertig zu ersetzen. Das ist eine große Herausforderung.“ Laut sportlichem Leiter liefen bereits jetzt erste Gespräche wegen Vertragsverlängerungen und potenzieller Neuzugänge. „Immer in Abstimmung natürlich mit Teampräsident Stephan Seeger„, betont Rumrich. Dabei gelte stets, die wirtschaftlichen und die sportlichen Gesichtspunkte in Einklang zu bringen.

Körperliche und mentale Herausforderung

Bleiben sie ein Team? Sportlicher Leiter Jürgen Rumrich (links) und Trainer Alan Letang. Foto: Archiv Udo Fürst
Ein schmerzlicher Verlust: Tomáš Rubeš verlässt die Blue Devils in Richtung Rosenheim. Am Montag verabschiedete er sich von seinen Fans. Foto: Christian Kaminsky
Steine der Erleichterung purzelten bei den Blue Devils nach dem 5:1-Sieg am Samstag gegen den ESV Kaufbeuren. Foto: Christian Kaminsky

Im Rückblick auf die „Seuchen“-Saison 2025/26 will Rumrich nicht alles auf die Verletztenmisere schieben. „Auch wenn die natürlich schon ein großer Faktor war. Unsere Torgaranten Rubes und Ward haben nur 20, beziehungsweise 33 Hauptrundenspiele absolviert. Deren Tore fehlten natürlich.“ Aber auch die Tatsache, dass von 33 Feldspielern und sechs Torleuten keiner alle und nur zehn mehr als 45 Hauptrundenspiele bestritten hätten, sei bezeichnend für die schwierige Situation, in der man sich befunden habe. Ein nicht zu vernachlässigender Gesichtspunkt sei neben der körperlichen auch die mentale Belastung in den Play-downs gewesen. „Da geht es schließlich um Existenzen.“ Er selbst habe auch noch nie eine Abstiegsrunde erlebt und entsprechend mitgenommen habe ihn diese Situation.

Die anderen „Nebengeräusche“ – Ticketpreiserhöhung, Entlassung von Trainer Sebastian Buchwieser und die aktive Mitwirkung von Stephan Seeger im sportlichen Bereich – hätten nach Meinung von Rumrich auf die Spieler keinen entscheidenden Einfluss gehabt. Seit seinem Amtsantritt in Weiden vor vier Jahren sei das natürlich die bisher schwierigste Situation für ihn gewesen. „Als ich kam, war die Zielsetzung klar: Aufstieg in die DEL2. Was wir ja dann im zweiten Anlauf geschafft haben.“ Dabei dürfte der finanzielle Einsatz von Stefan Ziegler nie vergessen werden. „Dank ihm konnten wir professionelle Strukturen schaffen und die Blue Devils zu einer Marke entwickeln, die sich bestens etabliert hat.“

Verhandlungen mit Alan Letang

Weil die Ligenzugehörigkeit der Blue Devils lange nicht hundertprozentig feststand, gestalteten sich auch Verhandlungen mit eventuellen Neuzugängen schwierig. Man habe zwar schon während der Saison einige Gespräche geführt, aber so richtig in die Vollen könne es erst jetzt gehen, erklärt der Sportliche Leiter. Er könne noch keine Prognose abgeben, bis wann die Kaderplanung abgeschlossen sei. „Das ist eine Frage, die derzeit niemand beantworten kann. Eines ist klar: Wir wollen das so schnell wie möglich über die Bühne bekommen.“ So schnell wie möglich möchte Rumrich auch die Trainerfrage klären. Bleibt Alan Letang oder bleibt er nicht? „Die Gespräche laufen. Ich würde Alan gerne hierbehalten. Ohne bis zu seinem Antritt einen Spieler oder die DEL2 näher gekannt zu haben, hat er diese schwere Aufgabe hervorragend gemeistert.“

Spedition Wagner
Spedition Wagner

Angesichts der bevorstehenden Gespräche und Verhandlungen wird es wohl auch in diesem Jahr nichts aus einem längeren Urlaub für den ehemaligen Nationalspieler Rumrich. Das dürfte der 57-Jährige aber verschmerzen, wenn als Belohnung für sein Engagement eine sorgenfreie Saison 2026/27 stünde. Wetten, dass…?