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Erst stark, dann eiskalt erwischt: SpVgg SV Weiden verliert Derby gegen Gebenbach

Weiden. Erst Führung, dann der bittere Derby-K.o.: Die SpVgg SV Weiden hat Gebenbach lange im Griff – und steht am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Zwei Fehler bringen die Wende, ein Elfmeter macht das 1:3 perfekt.

Erst stark, dann eiskalt erwischt: SpVgg SV Weiden verliert Derby gegen Gebenbach

Eric Schlesinger musste als Keeper drei mal hinter sich greifen. Foto. D. Nachtigall

Bayernliga: SpVgg SV Weiden – DJK Gebenbach 1:3 (1:0)

1.274 Zuschauer sehen ein Derby voller Kampf, Hektik und Verletzungen

Was zunächst nach einem perfekten Weidener Fußballabend aussah, endete für die SpVgg SV Weiden mit einer bitteren Derby-Pleite. Gegen die DJK Gebenbach führte die Mannschaft von Michael Riester zur Pause verdient mit 1:0, hatte das Spiel über weite Strecken im Griff und ließ dabei sogar weitere gute Möglichkeiten liegen. Doch nach dem Seitenwechsel kippte die Partie. Gebenbach nutzte zwei Weidener Unachtsamkeiten eiskalt aus und machte in der Schlussphase vom Punkt alles klar: 1:3.

Es war ein Derby, das von Beginn an unter Strom stand. Viel Tempo, harte Zweikämpfe und immer wieder Unterbrechungen prägten die Partie. Dazu kamen mehrere Verletzungen, die den Spielfluss zusätzlich störten. Die 1.275 Zuschauer sahen keinen Fußball für Feinschmecker, sondern ein intensives Duell, in dem um jeden Meter gekämpft wurde.

Schaller trifft früh – Weiden gibt den Ton an

Die Partie war gerade einmal vier Minuten alt, da durften die Gastgeber bereits jubeln. Lukas Schaller war zur Stelle, als Friedrich Lieder ihn präzise bediente, und brachte die SpVgg SV Weiden mit 1:0 in Führung (5.).

Und die Führung war keineswegs glücklich. Weiden kam gut in die Partie, war präsent in den Zweikämpfen und setzte Gebenbach immer wieder unter Druck. Der Tabellendritte aus Gebenbach fand zunächst kaum Zugriff.

Grammer Solar
Grammer Solar

„In den ersten 45 Minuten haben wir sehr gut gespielt und verdient geführt. Wir hätten hier einfach zwei Tore mehr machen müssen“, ärgerte sich Torschütze Lukas Schaller nach der Partie.

Genau darin lag bereits das Problem: Weiden hatte die Möglichkeit, den Vorsprung auszubauen – tat es aber nicht. Statt mit einem beruhigenden Polster ging es lediglich mit einem 1:0 in die Kabinen.

Auch Jahi Sylemani sah seine Mannschaft vor der Pause klar überlegen. „In den ersten 45 Minuten waren wir klar das bessere Team“, sagte er. Gleichzeitig wusste Sylemani, dass die Partie noch längst nicht entschieden war. In der Pause habe er seine Mitspieler ausdrücklich gewarnt: „Ich habe meine Spielkollegen gewarnt, dass wir nicht ein zweites Spiel wie gegen die Fortuna Regensburg erleben.“

Nach der Pause dreht sich das Spiel

Doch genau das passierte.

Gebenbach kam deutlich entschlossener aus der Kabine. Weiden verlor zunehmend die Kontrolle über das Geschehen, während die Gäste nun immer häufiger in die gefährlichen Räume kamen.

In der 54. Minute fiel der Ausgleich. Johannes Golla traf zum 1:1 und brachte die Partie damit wieder völlig auf Anfang.

Weiden versuchte zu antworten, doch das Spiel wurde immer hektischer. Die Gastgeber konnten nicht mehr an die starke erste Hälfte anknüpfen. „In den zweiten 45 Minuten haben wir uns einfach nichts rausgespielt“, analysierte Sylemani später.

Gebenbach dagegen wartete geduldig auf seine Gelegenheit – und bekam sie.

Zwei Fehler, zwei Gegentore

Michael Riester machte nach dem Schlusspfiff vor allem zwei Situationen aus, die seiner Mannschaft das Spiel kosteten.

„Die Derby-Niederlage tut weh, ist für mich aber erklärbar. Durch zwei Abstimmungsfehler im Spiel gegen den Ball verlieren wir dieses von uns gut geführte Spiel und bringen uns um unseren verdienten Lohn“, sagte Weidens Chefcoach.

Einen dieser Fehler bestrafte Noah Pirner in der 80. Minute. Der Gebenbacher traf zum 2:1 für die Gäste. Aus der Weidener Führung war innerhalb von 26 Minuten ein Rückstand geworden.

Riester musste mit ansehen, wie seine Mannschaft ein Spiel aus der Hand gab, das lange Zeit nach einem Heimsieg ausgesehen hatte.

„Dass Gebenbach diese Momente dann ausnutzt, zeigt ihre aktuelle Position und Platzierung“, erkannte Riester die Effizienz des Gegners an. Gleichzeitig wollte er den positiven Ansatz nicht verloren wissen: „Trotzdem können wir auf große Phasen des Spiels aufbauen und werden das auch tun.“

Elfmeter machte alles klar

Weiden warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne. Gebenbach überstand den Druck und setzte schließlich den Schlusspunkt.

In der 88. Minute zeigte der Unparteiische auf den Punkt. Jeanpaul Uzuamaka Ajala-Alexis übernahm die Verantwortung und verwandelte den Elfmeter sicher zum 3:1.

Damit war die Entscheidung gefallen.

Gebenbach brachte die Partie in den letzten Minuten routiniert über die Bühne. Trainer Dominic Rühl war entsprechend zufrieden: „Ein absolut verdienter Sieg für uns, auf Grund der zweiten Hälfte. Wir wollten unbedingt in Weiden gewinnen. Kompliment an meine Truppe, sie haben es sicher nach Hause gespielt.“

Der Kontrast hätte kaum größer sein können: Auf Weidener Seite blieb vor allem die Erkenntnis, eine über weite Strecken überzeugende erste Halbzeit nicht in Punkte umgemünzt zu haben. Gebenbach dagegen bewies, warum die Mannschaft im oberen Tabellendrittel steht.

Jetzt wartet Jahn II

Viel Zeit zum Ärgern bleibt Weiden nicht. Am kommenden Samstag geht es um 16 Uhr zur zweiten Mannschaft des SSV Jahn Regensburg.

Eines dürfte nach diesem Derby jedenfalls feststehen: Weiden hat gezeigt, dass die Mannschaft auch gegen einen Spitzenmann der Bayernliga mithalten kann. Was noch fehlt, ist die Fähigkeit, eine solche Leistung über 90 Minuten zu bringen – und vor allem, eine Führung konsequent über die Ziellinie zu retten.

Josef Rodler im Gebenbacher Strafraum. Foto: D. Nachtigall
Patryk Bytomski erlitt eine Kopfverletzung. Foto: D. Nachtigall