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Jahn in Liga 3: Regensburg entert die Kogge

Regensburg. Der SSV Jahn kann's nur gegen starke Mannschaften. Aufstiegsaspirant Hansa Rostock lässt den Regensburgern viel Platz zum Kontern. Und die Oberpfälzer belohnen sich mit einem spektakulären ersten Auswärtssieg im Ostsee-Stadion.

Jahn in Liga 3: Regensburg entert die Kogge

Viererpacker Eric Hottmann: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn

Die zwei Gesichter des SSV Jahn: Gegen Aachen, in Stuttgart, Spiele zum Vergessen. Keine Energie, kein konsequentes Pressing, keine Pässe. Und dann gegen die Löwen und in Rostock: das Gegenteil, einmal mit Pech, einmal mit Happy End.

Und mit einem Viererpack von Eric Hottmann treten die Oberpfälzer die Rostocker Zweitliga-Träume fast schon in die Tonne – auch wenn Hansa nach dem 0:4 noch einmal einen Run auf das Regensburger Tor startet, die Kulisse aufwacht und die Regensburger Nerven durcheinanderwirbelt. Nach dem 2:4 ist Feierabend mit Ostsee-Offensive, der Jahn fängt sich wieder und macht mit Hottmanns Quadrupel zum 5:2 den Deckel drauf.

Blitzstart mit ungewohnter Effizienz

Früh zeigt sich, was dieses Spiel prägen sollte: Räume, Tempo, Zielstrebigkeit. Nach einem Einwurf bringt Nicolas Oliveira den Ball in den Strafraum, Eric Hottmann legt mit der Hacke clever ab, Oscar Schönfelder drückt aus kurzer Distanz zur Führung ein (12.).

Rostock reagiert mit Druck, doch Felix Gebhardt pariert stark gegen Andreas Voglsammer (26.). Auf der Gegenseite nutzt der Jahn die Freiheiten gnadenlos: Wieder Oliveira über rechts, seine Hereingabe verwertet Eric Hottmann aus sechs Metern zum 2:0 (43.). Und kurz vor der Pause wird es fast schon brutal effizient: Konter über links, Noel Eichinger legt zurück, Hottmann schnürt den Doppelpack (45.+5).

Oscar Schönfelder im Glück: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn

Rostocker Run

Nach der Pause reagiert Hansa, doch der nächste Nadelstich sitzt sofort. Adrian Fein hebt den Ball an den Fünfer, nach Klärung staubt Eric Hottmann zum 4:0 ab (49.). Dann aber wankt der Jahn kurz: Christian Kinsombi verkürzt nach Vorarbeit von David Hummel (51.), ein Eigentor von Leopold Wurm bringt Rostock weiter heran (56.). Die Kogge drückt, Felix Gebhardt rettet mehrfach stark – etwa gegen Hummel und Calogero Rizzuto Gürleyen (62.).

Doch genau in dieser Phase zeigt Regensburg Reife. Konter, Übersicht, letzter Pass – Noel Eichinger behält im Zwei-gegen-eins die Nerven und legt quer auf Eric Hottmann, der seinen vierten Treffer erzielt (87.) und endgültig den Deckel draufmacht.

Grammer Solar
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Bene Saller solide: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn

Jahn-Trainer Sascha Hildmann: „Da musst du die Ruhe bewahren“

„Da musst du die Nerven behalten. Es hat noch ein bisschen was gefehlt, und heute haben wir ihn perfekt gemacht. Es freut mich sehr für meine junge Mannschaft, die heute eine sehr erwachsene Leistung gezeigt hat. Ich glaube, wir haben heute sehr verdient gewonnen. Wir haben im 4-1-4-1 heute mal angefangen, das war jetzt die erste taktische Umstellung, und das hat sehr, sehr gut funktioniert.

Nach diesem Run von Rostock, dann kam das 4:2, dann kam die Kulisse, dann kam das Stadion – da musst du die Ruhe bewahren. Das haben wir gut geschafft. Wir haben gut eingewechselt, haben mit Christian Kühlwetter und Andreas Geipl noch richtig erfahrene Spieler nachlegen können, das hat uns einen guten Impuls gegeben und die Lage beruhigt.“

Jahn-Trainer Sascha Hildmann rundum zufrieden: Erster Jahn-Sieg bei Hansa Rostock. Foto: jrh

Viererpacker Eric Hottmann: „Tankstelle geht auf mich“

„Es wurde schon lautstark gefordert, dass die Tankstelle heute auf mich geht – das mache ich sehr gerne. Heute durfte ich als Stürmer einfach mal danke sagen. Das waren keine Distanzschüsse aus 40 Metern, sondern Momente, wo man richtig steht und den Fuß hinhält. Da muss ich ein Lob an die Mannschaft aussprechen.

Ich werde fast jede Woche gefragt, ob wir uns Sorgen machen. Ich habe mir da nie große Sorgen gemacht, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Wir hatten wieder einen Umbruch, viele junge Spieler – da dauert es, bis man in den Flow kommt. Nach dem zweiten Gegentor wurde es unangenehm, aber wir haben die Ruhe schnell wiedergefunden.“

Hansa-Trainer Daniel Brinkmann findet’s peinlich: Erster Jahn-Sieg bei Hansa Rostock. Foto: jrh

Hansa-Trainer Daniel Brinkmann: „Peinlich“

„Absolute Katastrophe, dass du so ein Heimspiel ablieferst. Mit so vielen entscheidenden Fehlern. Ich werde niemals Personen einzeln angreifen, ich stelle mich immer vor die Mannschaft. Aber wenn du auf alles hingewiesen hast und es trotzdem nicht minimierst – keine Zuteilung in der Box, leichte Fehler im Aufbau – dann ist das einfach nur schlecht.

Wenn du den Anspruch hast, oben dabei zu sein, kannst du so eine Leistung nicht bringen. Dann musst du dich nicht wundern, wenn du zu Hause fünf Tore kriegst. Das ist peinlich und nicht Hansa-like.“

Flankengott Nicolas Oliveira: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn
Feinfuß Adrian Fein: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn
Oscar Schönfelder im Glück: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn
Bene Bauer beherzt: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn
Oscar Schönfelder im Glück: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn
Noel Eichingers letzter Assist: Jahn im Rausch, Rostock überrant. Foto: Köglmeier/SSV Jahn
Starker Seidel: Erster Jahn-Sieg bei Hansa Rostock. Foto: jrh
Hansas Frauen trauern besser: Erster Jahn-Sieg bei Hansa Rostock. Foto: jrh

Klassenerhalt fix – und jetzt kommt Hoffenheim II

Der SSV Jahn hat es geschafft: Mit dem Ausrufezeichen an der Ostsee ist der Klassenerhalt endgültig eingetütet. Aus dem Abstiegskampf wird die Kür – und die hat es in sich.

Am kommenden Samstag, 2. Mai, 14 Uhr, wartet im Jahnstadion mit der TSG Hoffenheim II eine dieser unangenehmen zweiten Mannschaften: spielstark, technisch sauber, taktisch diszipliniert – und die noch zwei Punkte für den sicheren Klassenerhalt brauchen. Genau die Art Gegner, gegen die sich der Jahn in dieser Saison nicht immer leichtgetan hat.

Doch diesmal ist die Ausgangslage eine andere: Regensburg kann befreit aufspielen – und hat plötzlich wieder ein klares Ziel vor Augen. Vor dem oberbayerischen Rivalen FC Ingolstadt bleiben – und wenn möglich noch einstellig abschließen.

Mit dem Selbstvertrauen aus Rostock, einem Viererpacker Eric Hottmann in Torlaune und einem System, das sichtbar greift, könnte dieses Heimspiel zum Startschuss für einen versöhnlichen Saison-Endspurt werden. Oder, ganz Jahn-like: zur nächsten Prüfung, welches Gesicht diese Mannschaft wirklich zeigen will.