Pokal-Kracher in Weiden: Wenn der David den Jahn ärgern will
Pokal-Kracher in Weiden: Wenn der David den Jahn ärgern will
Im Toto-Pokal trifft die SpVgg SV Weiden aus der Bayernliga Nord auf den SSV Jahn Regensburg. Für den Bayernligisten ist es das Spiel des Jahres – für den Drittligisten eine Pflichtaufgabe auf dem Weg ins Viertelfinale.
Weiden will Außenseiterchance nutzen
Die Vorzeichen könnten dabei kaum unterschiedlicher sein. Hier der ambitionierte Bayernligist aus Weiden, dort der klassenhöhere Jahn aus Regensburg. Doch gerade der Pokal lebt von solchen Konstellationen. Und die Weidener wollen ihre Außenseiterchance nutzen.
Weidens Rolle: David gegen Goliath
„Gegen die Profimannschaft vom Jahn in einem Pokalspiel zu spielen, ist für den ganzen Verein etwas Besonderes und Außergewöhnliches“, sagt Weidens Chefcoach Michael Riester. Der Trainer weiß genau, welche Aufgabe auf seine Mannschaft wartet. „Wir wissen um unsere Rolle im David gegen Goliath, aber wir wollen unser Maximum aufbieten und nach dem Spiel, egal wie es ausgeht, uns keine Vorwürfe machen müssen, dass wir es nicht probiert hätten.“
Genau diese Einstellung dürfte am Dienstag entscheidend sein. Die Weidener müssen mutig auftreten, dürfen sich vom großen Namen nicht beeindrucken lassen und brauchen über die gesamte Spielzeit eine außergewöhnliche Lauf- und Kampfbereitschaft. Denn der Jahn wird versuchen, von Beginn an die Kräfteverhältnisse klarzustellen.
Hoher Stellenwert für den Jahn
Auch für die Regensburger hat das Pokalspiel einen hohen Stellenwert. Jahn-Cheftrainer Sascha Hildemann macht keinen Hehl daraus, dass sein Team den nächsten Schritt im Wettbewerb machen will: „Unser Ziel ist natürlich, ins Viertelfinale des Toto-Pokals einzuziehen. Wir freuen uns auf die Herausforderung im Oberpfälzer Lokalduell.“
Dabei erwartet der Jahn nicht nur auf dem Rasen Widerstand. Auch auf den Rängen dürfte einiges los sein. Die Weidener rechnen mit einer Kulisse von rund 4.000 bis 5.000 Zuschauern. Hildemann freut sich deshalb auch auf die Unterstützung aus Regensburg: „Unsere Fans haben uns bei den bisherigen Auftritten schon super unterstützt und jetzt erwarten wir auch in Weiden wieder viele Jahnfans, die zum Support dabei sein werden.“
Stadion wird zur Pokalarena
Damit dürfte das Sparda-Bank-Stadion am Dienstagabend zur Pokalarena werden. Die Mischung aus Weidener Heimfans, mitgereisten Jahn-Anhängern und neutralen Fußballfreunden verspricht eine Atmosphäre, wie sie ein solches Spiel verdient. Sportlich wartet auf die SpVgg SV eine Herkulesaufgabe. Der Unterschied zwischen Bayernliga und 3. Liga ist erheblich – doch im Pokal zählt zunächst nicht die Tabellenposition. Ein guter Start, aggressive Zweikämpfe, Disziplin und die Unterstützung der eigenen Anhänger können dem Außenseiter helfen, den Favoriten zumindest vor eine unangenehme Aufgabe zu stellen.
Der Jahn wiederum möchte vermeiden, dass aus der Pflichtaufgabe eine Zitterpartie wird. Für die Regensburger geht es um den Einzug ins Viertelfinale, für Weiden um die große Überraschung. Genau diese unterschiedlichen Ausgangslagen machen den Reiz des Oberpfalz-Duells aus.
Weiden muss alles investieren
Michael Riester hat seiner Mannschaft deshalb eine klare Botschaft mit auf den Weg gegeben: Alles investieren, mutig bleiben und am Ende nichts bereuen müssen. Der Jahn kommt als Favorit nach Weiden. Doch der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Und wenn am Dienstag um 18.30 Uhr der Ball rollt, beginnt genau die Geschichte, die sich der Außenseiter wünscht: ein großes Stadion, eine besondere Atmosphäre und die Chance, den Favoriten aus Regensburg zu ärgern. Die Rollen sind verteilt. Aber entschieden ist noch nichts.




